The Place Pro­mi­sed In Our Ear­ly Days

Blu-ray Magazin - - Animation - INES MANNTEUFEL

Ja­pans, mit dem der ame­ri­ka­nisch be­setz­te Sü­den in ei­nem un­si­che­ren Frie­den und per­ma­nen­ter Span­nung lebt. Ein Frie­den, der durch ge­fähr­li­che Ex­pe­ri­men­te mit Par­al­leld­i­men­sio­nen in Ge­fahr schwebt, in ei­nen Krieg um­zu­schla­gen. Der Turm im Nor­den scheint das Zen­trum die­ser Ex­pe­ri­men­te zu sein. Hi­ro­ki wäh­rend­des­sen er­hält end­lich Nach­richt von Sayuri. „The Place Pro­mi­sed In Our Ear­ly Days“, das Lang­film­de­büt von Ma­ko­to Shin­kai („Gar­den Of Words“), ist be­reits ein für den Re­gis­seur sehr ty­pi­sches Werk. Wie al­le Ar­bei­ten Shin­kais ver­zau­bert auch „The Place...“mit bei­na­he schon über­ir­disch schö­nen Bil­dern, die sich durch ihr im­pres­sio­nis­ti­sches Spiel mit Licht und Schat­ten, gleich­zei­tig aber auch ei­nen un­er­hör­ten De­tail­reich­tum aus­zeich­nen. Re­flek­tio­nen und Licht­ak­zen­te be­le­ben fast je­de Ein­stel­lung, ver­kom­men aber nie zum ner­vi­gen Gim­mick, son­dern kre­ieren ei­ne traum­haf­te Fast-Rea­li­tät, wel­che die un­ter­schwel­li­ge Fremd­ar­tig­keit der al­ter­na­ti­ven Wirk­lich­keit des Fil­mes sub­til un­ter­strei­chen. Das De­sign der Fi­gu­ren wirkt im Ge­gen­zug et­was be­lie­big und grob, al­ler­dings sind die Ani­ma­tio­nen stets flüs­sig und fü­gen sich or­ga­nisch in die Bild­kom­po­si­tio­nen ein. Trotz klei­ner Män­gel ist „The Place...“wirk­lich ma­le­risch schön an­zu­schau­en, wer an Ani­mes al­so vor­nehm­lich das Vi­su­el­le schätzt, wird hier vor Won­ne jauch­zen.

Ani­me-Ge­mäl­de

Als Schöp­fer fas­zi­nie­ren­der Ge­schich­ten und Fi­gu­ren hat­te Ma­ko­to Shin­kai zum Zeit­punkt der Ent­ste­hung des Films (2004) ein we­ni­ger ge­schick­tes Händ­chen. Die neun­zig Mi­nu­ten Lauf­zeit schrei­ten nicht nur in phleg­ma­ti­schem Tem­po vor­an, sie de­mons­trie­ren auch auf ei­ne eben­so be­mer­kens­wer­te wie lang­wei­li­ge Wei­se, dass Am­bi­tio­nen al­lein kein Er­satz für Fä­hig­kei­ten sind. We­der die Freund­schaft der Jungs noch die Lie­bes­be­zie­hung sind auch nur an­satz­wei­se fühl­bar, da kei­nes von bei­den glaub­wür­dig ge­zeigt wird. Ver­zeih­lich ist, dass die po­li­ti­sche Si­tua­ti­on nur an­ge­schnit­ten wird, da sie als Büh­ne für per­sön­li­ches Dra­ma ge­dacht ist. Weil die­ses je­doch nie die er­hoff­ten Emo­tio­nen her­auf be­schwört, wirkt der ge­sam­te Film ober­fläch­lich und lässt in­halt­lich kalt. Doch wenn die Fi­gu­ren und ih­re Pro­ble­me längst wie­der ver­ges­sen sind, blei­ben im­mer noch die traum­haf­ten Bil­der im Ge­dächt­nis...

Ei­ne Freund­schaft, über die ge­re­det wird, aber die man nicht fühlt

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