Ham­let

Blu-ray Magazin - - Anspruch - MH

Das Jahr­tau­send war ge­ra­de erst frisch an­ge­bro­chen, da fand Micha­el Al­me­rey­da ei­nen Weg, Sha­ke­speares „Ham­let“in eben je­nes zu ho­len. An sich ist es die Ge­schich­te, die der ge­neig­te Li­te­ra­tur- und Thea­ter­fan kennt: Ham­lets (Ethan Haw­ke) Va­ter ist ge­stor­ben. Der Prinz merkt, dass et­was nicht stimmt, und sucht den Mord am Kö­nig zu rä­chen. Al­ler­dings ist nicht im Staa­te Dä­ne­mark et­was faul, son­dern in der in New York an­säs­si­gen Den­mark Cor­po­ra­ti­on. Das Set­ting ist ur­ban, und die vor 18 Jah­ren mo­der­ne Tech­nik wird in Form von Ka­me­ras, Te­le­fo­nen, Fern­se­hern und Com­pu­tern ein­ge­bun­den. Da­für sind Sto­ry­line und Text des Bar­den bei­be­hal­ten. Der Film ist nicht oh­ne Feh­ler und an Al­me­rey­das „Ham­let“so­wie der schau­spie­le­ri­schen Leis­tung des Prot­ago­nis­ten schei­den sich durch­aus die Geis­ter. Fakt ist, dass der Re­gis­seur es ge­schafft hat zu zei­gen dass nicht nur „Ro­meo & Ju­lia“, wie sehr gut von Baz Luhr­man be­wie­sen, in un­se­re Zeit passt, son­dern auch an­de­re Wer­ke Sha­ke­speares. Ethan Haw­kes sub­ti­le Art, den ver­zwei­fel­ten Gr­üb­ler zu spie­len, bringt der Rol­le des Ham­let ei­ne Qua­li­tät, die wahr­schein­lich nur Haw­ke ihr ver­lei­hen konn­te. Die Tech­nik als durch­ge­hen­des Ele­ment fügt sich or­ga­nisch in die Ver­fil­mung ein. Zwar wir­ken man­che der Schau­spie­ler ein we­nig steif, aber das Kon­zept wird ge­lun­gen durch­ge­zo­gen und funk­tio­niert auch im Ori­gi­nal­ton bes­ser. Ir­gend­wie ist auch wit­zig, wie ver­al­tet ein Schau­platz wie ei­ne (ana­lo­ge) Me­dia­thek heute schon wirkt. Al­ler­dings lohnt sich die Blu­ray wahr­schein­lich vor al­lem für die, die den Film noch nicht auf DVD ha­ben, denn die Bild­qua­li­tät wirkt bis auf ei­ne hö­he­re Auf­lö­sung nicht si­gni­fi­kant bes­ser.

Die Dy­na­mik zwi­schen Ophe­lia (Ju­lia Sti­les) und Ham­let (Ethan Haw­ke) ge­hört zu den ge­lun­ge­nen Aspek­ten der Ver­fil­mung

Mo­dern oder nicht, in Ham­let geht es um Le­ben und Tod

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