Re­ven­ge

Blu-ray Magazin - - Thriller - MG

Es ist ei­gent­lich ein Oxy­mo­ron, die Be­zeich­nung „fe­mi­nis­ti­scher Ra­pe-And-Re­ven­ge-Film“. Und doch tritt „Re­ven­ge“mit dem An­spruch an, eben je­nes zu sein – kei­ne De­kon­struk­ti­on des Gen­res, son­dern ei­ne künst­le­ri­sche An­eig­nung aus selbst­be­wuss­ter weib­li­cher Per­spek­ti­ve. Der zu­grun­de lie­gen­den Ge­schich­te hört man die sub­ver­si­ve Her­an­ge­hens­wei­se noch nicht an, scheint sie doch al­le Gen­re-Kli­schees zu be­die­nen: Jen (Ma­til­da Lutz) be­glei­tet ih­ren ver­hei­ra­te­ten Lieb­ha­ber Richard, als sich die­ser mit zwei Ge­schäfts­freun­den zu ei­nem Jagd­aus­flug in der Wüs­te trifft. Noch be­vor die Jagd los­geht, wird Jen von ei­nem der bei­den Män­ner ver­ge­wal­tigt und im An­schluss von Richard ei­nen Fel­sen hin­un­ter­ge­sto­ßen. Doch an­ders als die drei glau­ben, ist Jen nicht tot. Und sie wur­de von ih­nen sträf­lich un­ter­schätzt. Sehr schnell müs­sen sie ein­se­hen, von Jä­gern zu Ge­jag­ten ge­wor­den zu sein. Es ist vor al­lem die Ins­ze­nie­rung, die den Film von den schmie­ri­ge­ren Ver­tre­tern des Gen­res ab­hebt. Wird bei letz­te­ren üb­li­cher­wei­se die Ver­ge­wal­ti­gung stark rei­ße­risch und se­xua­li­siert dar­ge­stellt, hält „Re­ven­ge“in je­ner Sze­ne Dis­tanz. Na­he ge­nug, um den Schmerz füh­len zu kön­nen, doch mit ge­nug Ab­stand, um das Leid nicht zum Lust­ge­winn aus­zu­schlach­ten. In ei­nem in­ter­es­san­ten Twist wird je­doch der schö­ne Dreck­sack Richard se­xua­li­siert, der im blu­ti­gen Fi­na­le kom­plett nackt agie­ren muss, wo­bei die Ka­me­ra des öf­te­ren auf sei­nen wohl­ge­form­ten Kna­ckarsch fo­kus­siert. Ab­seits der po­li­ti­schen Ebe­ne funk­tio­niert „Re­ven­ge“als gut ge­spiel­ter, toll ge­film­ter, span­nen­der und sehr blu­ti­ger Ra­che­thril­ler, der In­spi­ra­tio­nen von „Ram­bo“bis „Pu­nis­her“ein­be­zieht.

„Re­ven­ge“be­dient die Stan­dards des Gen­res, un­ter­läuft sie zu­gleich und über­schrei­tet nicht sel­ten die Gren­ze zum Su­per­hel­den­film

Richard (Ke­vin Jans­sens) und Jen (Ma­til­da Lutz)

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