Rea­lis­mus statt Vi­sio­nen ge­fragt

Bramscher Nachrichten - - WIRTSCHAFT - Von Ma­ri­on Trim­born m.trim­born@noz.de

er hat ei­gent­lich noch

Eu­ro lieb? Die Deut­schen är­gern sich über die ver­schwun­de­nen Zin­sen für ihr Spar­kon­to und die mil­li­ar­den­schwe­ren Hilfs­pa­ke­te für Grie­chen­land.

Die Grie­chen äch­zen un­ter dem Spar­dik­tat der EU. Mög­li­che Kan­di­da­ten wie Po­len oder Schwe­den win­ken dan­kend ab. Ih­re Bür­ger ha­ben Angst vor stei­gen­den Prei­sen, dem Ver- lust ih­rer Iden­ti­tät und dem Stru­del der Kri­se.

Wer will es ih­nen übel neh­men? Und wie sol­len Wirt­schafts­zwer­ge wie Bul­ga­ri­en oder Ru­mä­ni­en mit Deutsch­land in ei­nem Wäh­rungs­ver­bund klar­kom­men?

Nie­mand kann in den Eu­ro ge­zwun­gen wer­den – so se­hen es die Eu­ro-Fi­nanz­mi­nis­ter. Ei­ne wohl­tu­end rea­lis­ti­sche Sicht. Die sich von den Brüs­se­ler Vi­sio­nen ei­nes EU-Kom­mis­si­ons­chefs Juncker ab­hebt. Seit der Eu­ro-Kri­se ist klar, dass die Ge­mein­schafts­wäh­rung ein ech­ter Pro­blem­fall ist. Statt zu ei­nen, spal­tet und schwächt der Eu­ro Eu­ro­pa. Weil die Süd­län­der nicht mehr wie frü­her ih­re Wäh­run­gen ab­wer­ten kön­nen.

Mehr In­te­gra­ti­on auf Bie­gen und Bre­chen – die­ses Re­zept bie­tet Po­pu­lis­ten ei­ne Steil­vor­la­ge ge­gen die EU. Wer Bei­tritts­kan­di­da­ten mit Fi­nanz­hil­fen lo­cken will, ver­gisst, dass der Eu­ro nicht auf dem Ba­sar an­ge­bo­ten wird, son­dern über das Schick­sal der Eu­ro­pä­er ent­schei­det. Jetzt ist Rea­li­täts­sinn ge­fragt.

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