Wirt­schaft un­ter Voll­dampf

Au­ßen­han­del und stei­gen­de In­ves­ti­tio­nen trei­ben Brut­to­in­lands­pro­dukt in die Hö­he

Bramscher Nachrichten - - VORDERSEITE -

AFP/dpa WIESBADEN. Star­ke Ex­por­te so­wie an­zie­hen­de In­ves­ti­tio­nen ha­ben die deut­sche Wirt­schaft im drit­ten Quar­tal kräf­tig wach­sen las­sen. Das Brut­to­in­lands­pro­dukt (BIP) leg­te im Ver­gleich zum Vor­quar­tal um 0,8 Pro­zent zu, wie das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt in Wiesbaden mit­teil­te. In den kom­men­den Mo­na­ten dürf­te sich der Auf­schwung fort­set­zen, er­klär­te das Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um. Die Un­ter­neh­men mahn­ten die neue Bun­des­re­gie­rung zu Struk­tur­re­for­men. Im Ge­gen­satz zum BIP hat sich die Teue­rung im Ok­to­ber ab­ge­schwächt – trotz dras­ti­scher Preis­sprün­ge bei ei­ni­gen Nah­rungs­mit­teln. Die In­fla­ti­ons­ra­te lag um 1,6 Pro­zent über dem Ni­veau des Vor­jah­res­mo­nats.

Die künf­ti­ge Bun­des­re­gie­rung be­kommt Rück­wind von der Kon­junk­tur. Der Ex­port und in­ves­ti­ti­ons­freu­di­ge Un­ter­neh­men be­flü­geln das Wachs­tum. Den­noch bleibt aus Sicht der Wirt­schaft noch ei­ni­ges zu tun.

dpa WIESBADEN. Die deut­sche Wirt­schaft dürf­te 2017 nach ei­nem un­er­war­tet gu­ten drit­ten Quar­tal so stark ab­schnei­den wie seit sechs Jah­ren nicht. Be­flü­gelt vom Au­ßen­han­del und von stei­gen­den In­ves­ti­tio­nen der Un­ter­neh­men, leg­te das Brut­to­in­lands­pro­dukt (BIP) in Eu­ro­pas größ­ter Volks­wirt­schaft um 0,8 Pro­zent ge­gen­über dem Vor­quar­tal zu, wie das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt am Di­ens­tag in ei­ner ers­ten Schät­zung mit­teil­te. Öko­no­men hat­ten im Schnitt mit ei­nem schwä­che­ren Plus ge­rech­net.

Im zwei­ten Vier­tel­jahr war die deut­sche Wirt­schaft um 0,6 Pro­zent ge­wach­sen. Zum Jah­res­be­ginn leg­te das BIP nach kor­ri­gier­ten Zah­len so­gar um 0,9 Pro­zent zu. „Ei­nen so lan­gen und gleich­mä­ßi­gen Auf­schwung hat Deutsch­land in den letz­ten Jahr­zehn­ten nicht ge­se­hen. Die­se Be­we­gung reicht weit bis ins nächs­te Jahr hin­ein“, sag­te De­ka­bank-Chef­volks­wirt Ul­rich Ka­ter.

Selbst wenn die Wirt­schaft im vier­ten Quar­tal sta­gnie­ren soll­te, wür­de das BIP im Ge­samt­jahr im­mer noch um 2,4 Pro­zent wach­sen, rech­ne­te ING-Di­ba-Chef­volks­wirt Cars­ten Br­ze­ski vor. Das wä­re der höchs­te Wert seit 2011.

Im­pul­se ka­men un­ter an­de­rem vom Au­ßen­han­del, der von der Er­ho­lung der Welt­wirt­schaft pro­fi­tier­te. Die Ex­por­te nah­men im drit­ten Quar­tal stär­ker zu als die Im­por­te. Auch In­ves­ti­tio­nen der Fir­men in Aus­rüs­tun­gen wie Ma­schi­nen scho­ben die Kon­junk­tur an.

Die Un­ter­neh­men wa­ren laut dem Ifo-In­sti­tut zu­letzt so

zu­ver­sicht­lich wie nie zu­vor. „Die Stim­mung in den deut­schen Chef­eta­gen hat ein neu­es All­zeit­hoch er­reicht“, sag­te Ifo-Prä­si­dent Cle­mens Fu­est jüngst. „Die deut­sche Wirt­schaft steht un­ter Voll­dampf.“Auch Fi­nanz­pro­fis se­hen dies so. Im No­vem­ber stie­gen die Kon­junk­tur­er­war­tun­gen

deut­scher Fi­nanz­ex­per­ten den drit­ten Mo­nat in Fol­ge, wie das Zen­trum für Eu­ro­päi­sche Wirt­schafts­for­schung (ZEW) mit­teil­te.

Die staat­li­chen und pri­va­ten Kon­sum­aus­ga­ben la­gen im drit­ten Quar­tal den An­ga­ben zu­fol­ge da­ge­gen in et­wa auf dem Ni­veau des zwei­ten

Vier­tel­jah­res. Die Ver­brau­cher sind an­ge­sichts der his­to­risch güns­ti­gen La­ge auf dem Ar­beits­markt und der Zins­flau­te zwar wei­ter in Kauf­lau­ne. Zu­letzt hat­te die Preis­ent­wick­lung die Stim­mung aber et­was ge­dämpft.

Der Deut­sche In­dus­trie­und Han­dels­kam­mer­tag (DIHK) mahn­te, die künf­ti­ge Bun­des­re­gie­rung müs­se den Schwung für Re­for­men nut­zen, et­wa für Bü­ro­kra­tie­ab­bau und Di­gi­ta­li­sie­rung. „Denn wäh­rend es kon­junk­tu­rell rich­tig gut läuft, liegt struk­tu­rell ei­ni­ges im Ar­gen“, so DIHK-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Mar­tin Wans­le­ben.

Foto: dpa

Hoch­kon­junk­tur in Deutsch­land: Das Wachs­tum könn­te so stark aus­fal­len wie seit sechs Jah­ren nicht.

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