Wei­chen stel­len

Bramscher Nachrichten - - POLITIK - Von Uwe West­dörp u.west­do­erp@noz.de

Wenn al­les gut läuft, be­steht meist we­nig Lust, et­was zu ver­än­dern. So ist es auch bei den Ren­ten. Die Ren­ten­kas­se ist dank ho­her Er­werbs­tä­tig­keit und gu­ter Kon­junk­tur prall ge­füllt, der Bei­trag dürf­te im nächs­ten Jahr sin­ken, und die Ren­ten stei­gen um sat­te drei Pro­zent. All die gu­ten Nach­rich­ten kön­nen aber nicht dar­über hin­weg­täu­schen, dass lang­fris­tig gro­ße Her­aus­for­de­run­gen zu meis­tern sind – und dass es an der Zeit ist, Wei­chen zu stel­len.

Fest steht: Mit­tel­fris­tig droht ei­ne Um­keh­rung der heu­ti­gen Ver­hält­nis­se, hö­he­re Bei­trä­ge bei gleich­zei­tig sin­ken­dem Ren­ten­ni­veau, denn in den 2020erJah­ren wer­den ge­bur­ten­star­ke Jahr­gän­ge in Ren­te ge­hen, was die Kas­sen stark be­las­ten wird.

Klu­ge Po­li­tik muss Vor­sor­ge tra­gen. Bis­lang ist aber le­dig­lich de­fi­niert, wie sich Ren­ten­ni­veau und Bei­trag bis zum Jahr 2030 ent­wi­ckeln sol­len. Wich­tig ist vor al­lem, dass kei­ne wei­te­ren ver­si­che­rungs­frem­den Leis­tun­gen aus der Ren­ten­kas­se be­schlos­sen wer­den, Stich­wort Müt­ter­ren­te. Es ist zwar rich­tig, dass Er­zie­hungs­zei­ten bes­ser an­er­kannt wer­den müs­sen. Müt­ter er­brin­gen gro­ße Leis­tun­gen und ver­zich­ten auf vie­les. Sie ha­ben ei­ne An­er­ken­nung ver­dient. Doch muss dies als ge­samt­ge­sell­schaft­li­che Auf­ga­be aus Steu­er­mit­teln fi­nan­ziert wer­den, da­mit die Bei­trags­zah­ler nicht über­las­tet wer­den.

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