Emo­tio­na­les Er­leb­nis in Er­furt

SF Lot­te: Rück­keh­rer Rahn nimmt Kon­kur­renz­kampf an – „An­spruch, im­mer zu spie­len“

Bramscher Nachrichten - - SPORT REGIONAL - Von Chris­ti­an Det­loff

Die be­kannt­lich gro­ße Un­ge­duld von Mat­thi­as Rahn hat ein En­de. Mit sei­nen Kurz­ein­sät­zen beim Li­gaSieg in Er­furt und beim Er­folg im West­fa­len­po­kalVier­tel­fi­na­le in Iser­lohn ist ei­ne lan­ge Lei­dens­zeit für den In­nen­ver­tei­di­ger des Fuß­ball-Dritt­li­gis­ten Sport­freun­de Lot­te zu En­de ge­gan­gen.

LOT­TE. Ein Blick zu­rück: Nach sei­nem Kreuz­band­riss im rech­ten Knie im DFB-Po­kal­du­ell mit Bay­er Le­ver­ku­sen am 24. Ok­to­ber 2016 hat­te sich Rahn für ei­ne al­ter­na­ti­ve Heil­me­tho­de ent­schie­den. Heil­prak­ti­ker Mo­ha­med Kha­li­fa hat­te per Druck­be­hand­lung die Selbst­hei­lungs­kräf­te des Knies an­ge­scho­ben. Nar­ben­ge­we­be hielt in der Fol­ge das Kreuz­band zu­sam­men, zwei­ein­halb Mo­na­te nach die­ser Be­hand­lung fei­er­te Rahn sein Come­back.

Das Kreuz­band hielt, doch in sei­nem Knie bil­de­te sich im­mer wie­der Flüs­sig­keit. Schmerz­haf­tes Punk­tie­ren und häu­fi­ge­re Trai­nings­pau­sen wa­ren die Fol­ge. Im März ent­schied sich der 1,95-Me­ter-Mann dann doch für ei­ne Ope­ra­ti­on. „Ich ha­be mir im­mer Ge­dan­ken ge­macht, ob das Knie auch wirk­lich lang­fris­tig hält. Auf Dau­er wä­ren die­se Ge­dan­ken hem­mend ge­we­sen. Jetzt weiß ich, dass das Knie wie­der sta­bi­ler ist“, sagt er.

Sei­ne ers­te Be­hand­lung bei Kha­li­fa be­reut Rahn aber nicht. „Ich war mir des Ri­si­kos im­mer be­wusst. So konn­te ich der Mann­schaft auf dem Weg zum vor­zei­ti­gen Klas­sen­er­halt hel­fen und war in den un­ver­gess­li­chen DFBPo­kal-High­light­spie­len ge­gen 1860 München und Bo­rus­sia Dort­mund da­bei“, sagt der 27-Jäh­ri­ge, der sich über­zeu­gen ließ, mit der Ope­ra­ti­on zu war­ten, bis das Ab­stiegs­ri­si­ko ge­bannt war. Nach dem Der­by­heim­spiel ge­gen den VfL Os­na­brück (0:0) ließ er sich ei­ne Kreuz­band­plas­tik ein­set­zen.

Es folg­ten acht Wo­chen Re­ha bei Klaus Eder (Phy­sio­the­ra­peut der Na­tio­nal­mann­schaft) in Do­n­aus­t­auf. „Ei­ne ver­dammt har­te Zeit. Nur so konn­te ich be­reits nach sechs Mo­na­ten mein Come­back fei­ern. Nach der OP, als sich das Knie ent­zün­de­te und zwei­mal ge­spült wer­den muss­te, war nicht zu er­war­ten, dass ich in der Hin­run­de noch zum Ein­satz kom­men kann.“

Aus­ge­rech­net in Er­furt, rund 25 Au­to­mi­nu­ten von sei­ner thü­rin­gi­schen Hei­mat ent­fernt, ab­sol­vier­te Rahn nach sechs­mo­na­ti­ger Pau­se sei­ne ers­ten Spiel­mi­nu­ten. „Mei­ne Fa­mi­lie und ei­ni­ge Freun­de wa­ren im Sta­di­on. Es wa­ren sehr emo­tio­na­le Mo­men­te für mich“, sagt der In­nen­ver­tei­di­ger, der sich wie­der völ­lig fit fühlt und den neu­en Kon­kur­renz­kampf in der In­nen­ver­tei­di­gung mit Adam Straith, Ma­xi­mi­li­an Rossmann und Jo­nas Ac­quis­ta­pace op­ti­mis­tisch auf­nimmt: „Der Trai­ner hat auf die­ser Po­si­ti­on jetzt die Qu­al der Wahl. Mein An­spruch ist na­tür­lich, im­mer zu spie­len.“

Zwei Trai­ner sind in der Zwi­schen­zeit in Lot­te ent­las­sen wor­den. „Os­car Cor­ro­ch­a­no hat­te ich gar nicht er­lebt. Und mit Marc Fa­scher ha­be ich nur ein­mal ge­spro­chen“, sagt Rahn. Des­halb wol­le er sich nicht zu weit aus dem Fens­ter leh­nen. „Nur so viel: Ich glau­be, dass die jet­zi­ge Kon­stel­la­ti­on mit Andre­as Go­lom­bek und Joe Lau­mann die bes­te für uns ist.“

Gro­ße Vor­freu­de herr­sche im Team auf das Heim­spiel am Sams­tag ge­gen den SV Mep­pen. „Es wer­den wahr­schein­lich min­des­tens 3500 SVM-Fans im Sta­di­on sein. Es wird ei­ne hei­ße At­mo­sphä­re herr­schen, die zu­sätz­lich pusht. Sol­che Kon­stel­la­tio­nen la­gen uns in der Ver­gan­gen­heit ja be­kannt­lich rich­tig gut…“

Al­les über die Sport­freun­de Lot­te: im Netz un­ter noz.de/sf-lot­te

Foto: Man­fred Mru­gal­la

Zu­rück auf dem Platz: Lot­tes Mat­thi­as Rahn Se­kun­den vor sei­nem Come­back in Er­furt.

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