Rausch­mit­tel und Me­di­zin

Bramscher Nachrichten - - EINBLICKE -

Can­na­bis­pro­duk­te ge­hö­ren zu den äl­tes­ten be­kann­ten Rausch­mit­teln der Welt und sind die nach Ta­bak und Al­ko­hol in Deutsch­land gän­gigs­ten Dro­gen. Seit Jahr­tau­sen­den dient Can­na­bis aber auch als Nutz- und Heil­pflan­ze. Zu­nächst in Chi­na, spä­ter auch in Eu­ro­pa, war die Hanf­pflan­ze für die Klei­der­pro­duk­ti­on wich­tig. Als Dro­ge spiel­te sie zu­nächst in In­di­en ei­ne Rol­le, kam dort aber auch ge­gen Le­pra oder Fie­ber zum Ein­satz. In Eu­ro­pa ist die Rau­sch­wir­kung seit dem 19. Jahr­hun­dert be­kannt, Can­na­bis wird meist in Form von Ha­schisch oder Ma­ri­hua­na kon­su­miert. Haupt­wirk­stoff ist Te­tra­hy­dro­can­na­bi­nol (THC), das je nach Pflan­zen­sor­te un­ter­schied­lich kon­zen­triert ist.

Egal ob im Gu­ten oder im Schlech­ten – Can­na­bis wirkt sich auf den See­len­zu­stand aus und ver­stärkt die je­wei­li­ge Ge­fühls­la­ge. Der Wirk­stoff kann ent­span­nen, zu Ru­he und Aus­ge­gli­chen­heit füh­ren und das Wohl­be­fin­den stei­gern. Aber auch un­er­wünsch­te Ne­ben­wir­kun­gen sind mög­lich: Denk­stö­run­gen und Kon­zen­tra­ti­ons­man­gel, in sel­te­nen Fäl­len aber auch Un­ru­he, Angst oder Ver­fol­gungs­wahn. Wer Can­na­bis stark und re­gel­mä­ßig kon­su­miert, ris­kiert zu­dem, in ei­ne psy­chi­sche Ab­hän­gig­keit von dem Rausch­mit­tel zu ge­ra­ten.

Seit März 2017 ha­ben Kas­sen­pa­ti­en­ten in Deutsch­land ei­nen An­spruch dar­auf, dass ih­re Kran­ken­ver­si­che­rung die Kos­ten für Can­na­bis-Me­di­ka­men­te un­ter ge­wis­sen Vor­aus­set­zun­gen über­nimmt. Die Nach­fra­ge ist bun­des­weit enorm. Zum Teil kommt es zu Lie­fer­eng­päs­sen bei Nach­schub aus dem Aus­land. Der staat­lich kon­trol­lier­te An­bau in Deutsch­land be­fin­det sich der­weil noch im Auf­bau. Ex­per­ten schät­zen, dass ent­spre­chen­de Far­men erst ab 2019 ih­ren Teil zur le­ga­len Can­na­bis­pro­duk­ti­on bei­tra­gen wer­den. Einst­wei­len wird aus Ka­na­da oder den be­nach­bar­ten Nie­der­lan­den im­por­tiert.

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