Ver­kehrs­club will mehr Leih­rä­der

Ver­bands­chef: Fahr­rad­ver­leih in Wild­west­pha­se – Deut­lich mehr E-Bikes ver­kauft

Bramscher Nachrichten - - WIRTSCHAFT -

mgl/dpa BERLIN. Der Ver­kehrs­club Deutsch­land (VCD) hält in Städ­ten mög­lichst flä­chen­de­cken­de Fahr­rad-Ver­leih­sys­te­me für nö­tig. Wenn es nur ein oder zwei gro­ße An­bie­ter ge­be, be­ste­he die Ge­fahr, dass le­dig­lich In­nen­stadt­quar­tie­re mit Rä­dern be­dient wür­den, sag­te der VCD-Vor­sit­zen­de Wa­si­lis von Rauch am Mon­tag zum Auf­takt des zwei­tä­gi­gen Fahr­rad­wirt­schafts­kon­gres­ses Vi­va­ve­lo in Berlin. Dort win­ke das größ­te Ge­schäft. „An der Pe­ri­phe­rie gu­cken die Leu­te dann in die Röh­re“, füg­te er hin­zu. Es sei des­halb gut, wenn zu­sätz­li­che Di­enst­leis­ter auf den Markt kä­men.

Der­zeit sei der Rad­ver­leih in Groß­städ­ten wie München, Berlin und Frankfurt in ei­ner Wild­west­pha­se. Das füh­re da­zu, dass an man­chen Plät­zen zu vie­le Rä­der un­ge­nutzt her­um­stün­den, sag­te von Rauch. Der Elek­tro­ra­dEx­per­te Han­nes Neu­pert vom Ver­brau­cher­ver­ein „Ex­traE­ner­gy“er­war­tet, dass in den nächs­ten Jah­ren auch EBi­kes in gro­ßer Zahl in den Städ­ten aus­leih­bar sein wer­den. Neu­pert ver­gleicht die Si­tua­ti­on mit der An­fangs­zeit nach der Öff­nung des Fern­bus­markts. Erst tum­mel­ten sich da vie­le Fir­men, es blie­ben aber nur we­ni­ge üb­rig. „Für den, der drin bleibt, wird’ s pro­fi­ta­bel wer­den“, zeigt sich Neu­pert über­zeugt.

Auf dem Vi­va­ve­lo-Kon­gress dis­ku­tie­ren bis Di­ens­tag Ver­tre­ter aus Bran­che, Po­li­tik und Me­di­en über The­men der Fahr­rad­mo­bi­li­tät. So geht es bei­spiels­wei­se um Ge­schäfts­mo­del­le, die volks­wirt­schaft­li­chen Kos­ten von Fahr­rad und Au­to so­wie um Ver­kehrs­re­geln für Elek­tro­rä­der.

E-Bikes sind be­reits seit meh­re­ren Jah­ren ein wich­ti­ger Um­satz­trei­ber der Zwei­rad­bran­che. Nach An­ga­ben des Zwei­rad-In­dus­trie-Ver­bands (ZIV) wur­den im ver­gan­ge­nen Jahr 720 000 EBi­kes ver­kauft, 19 Pro­zent mehr als im Vor­jahr. Da­mit war fast je­des fünf­te der ins­ge­samt 3,85 Mil­lio­nen ver­kauf­ten Fahr­rä­der ein E-Bi­ke. Und der An­teil wird nach Ein­schät­zung des Ver­bands wei­ter stei­gen. Lang­fris­tig könn­ten bis zu 35 Pro­zent Markt­an­teil er­reicht wer­den, glaubt der ZIV.

Im Schnitt ga­ben Rad­fah­rer zu­letzt mehr Geld für ih­re Ge­fähr­te aus, was na­tür­lich auch am ge­stie­ge­nen E-Bi­keAn­teil liegt. Der durch­schnitt­li­che Ver­kaufs­preis lag 2017 laut ZIV bei 698 Eu­ro und da­mit um 8,6 Pro­zent hö­her als 2016.

Elek­tro­rad-Experte Neu­pert hat beim Rad­ver­leih schon die nächs­te Stu­fe im Blick. Schon bald wer­den nach sei­ner Ein­schät­zung Elek­tro­rä­der flä­chen­de­ckend die Städ­te ero­bern. Die EU ha­be in­zwi­schen ei­nen Stan­dard für die La­de­schnitt­stel­le fest­ge­legt. Da­mit sei der Weg frei für ein ein­heit­li­ches La­de­schloss­ka­bel – ein Ka­bel, mit dem man das E-Bi­ke ab­schließt und zugleich Strom lädt. An­ders als beim der­zei­ti­gen Mo­dell mit Ab­stel­ler­laub­nis in ei­ner de­fi­nier­ten Zo­ne kön­ne man die­se Rä­der dann nur an Sta­tio­nen fest­ma­chen und ab­ho­len, er­klärt Neu­pert das Prin­zip. Da­von müss­te es eben ge­nü­gend ge­ben, die Kom­mu­nen soll­ten sich dar­um küm­mern.

Fo­to: dpa

Mehr Vor­trieb mit Ak­ku­power: E-Bikes er­freu­en sich wach­sen­der Be­liebt­heit.

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