„Wir sind les­bisch, na und?“Si­la und Alex­an­dra ste­hen zu ih­rer Be­zie­hung

Ein Herz an ei­ner te Freund­schafts­ket als ha­ben die bei­den Sym­bol ih­rer Lie­be aus­ge­sucht

Bravo Girl! - - INHALT - Text: STE­FAN WE­BER

Ih­re El­tern wa­ren ge­gen ih­re Lie­be. Doch von blö­den Sprü­chen und An­fein­dun­gen lie­ßen sich die Girls nie be­ir­ren. Si­la & Alex­an­dra ste­hen zu ih­rer Be­zie­hung und träu­men von ei­ner ge­mein­sa­men Zu­kunft!

Arm in Arm schlen­dern Alex­an­dra (17) und Si­la (17) durch die Münch­ner Fuß­gän­ger­zo­ne. Die bei­den se­hen sich im­mer wie­der ver­liebt an. Man­che Pas­san­ten gu­cken den bei­den Girls nach, äl­te­re Leu­te schüt­teln den Kopf. Doch das macht Alex­an­dra und Si­la nichts aus, sie ken­nen das: „Es gibt im­mer wie­der blö­de Bli­cke und fie­se Sprü­che wie ‚Ihr dre­cki­gen Les­ben‘“, er­klärt Alex­an­dra. Si­la er­gänzt: „Da hö­ren wir ein­fach nicht hin. Die sa­gen das nur, da­mit sie sich bes­ser füh­len, weil sie selbst ge­nug Pro­ble­me in ih­rem Le­ben ha­ben!“Seit knapp ei­nem Jahr sind die bei­den Gym­na­si­as­tin­nen jetzt schon fest zu­sam­men. Ken­nen­ge­lernt ha­ben sie sich über ei­ne ge­mein­sa­me Freun­din. „Zu­erst hat­ten wir ei­ne On-Of­fBe­zie­hung. Auf dem Ok­to­ber­fest ha­ben wir dann lan­ge mit­ein­an­der ge­re­det und be­schlos­sen, dass wir al­le an­de­ren Flirts be­en­den und nur noch für­ein­an­der da sein wol­len.“So sehr die bei­den in­ein­an­der ver­liebt sind, so schwie­rig war es am An­fang mit ih­ren Fa­mi­li­en: „Als ich mei­ner Mut­ter vor ei­nem Jahr er­zählt ha­be, dass ich les­bisch bin, war sie im ers­ten Mo­ment ge­schockt. Ich hat­te zu­vor ja ei­nen Freund. Sie hat dann zwei Mo­na­te nicht mehr mit mir ge­re­det, bis sie das ver­ar­bei­tet hat­te. Auch jetzt spre­chen wir nicht über das The­ma. Zum Glück hat­ten mein Pa­pa und mein Bru­der Ver­ständ­nis“, be­rich­tet Alex­an­dra. Bei Si­la gab es zu­nächst auch gro­ße Pro­ble­me: „Ich ha­be mich mit 13 bei mei­nen El­tern ge­ou­tet. Die wa­ren al­les an­de­re als be­geis­tert. Sie ha­ben mich bei al­lem kon­trol­liert, ich durf­te z.B. nicht das an­zie­hen, was ich woll­te. Das war ei­ne schwe­re Zeit, ich ha­be mich dann zu­hau­se ab­ge­kap­selt. Mei­ne El­tern sind Tür­ken, in der Kul­tur ist das The­ma Ho­mo­se­xua­li­tät schwie­rig. Bis heu­te wis­sen mei­ne äl­te­ren Ver­wand­ten nicht, dass ich auf Frau­en ste­he“, sagt Si­la. Das ist auch der Grund, war­um sie sich auf den Fo­tos nicht zei­gen möch­te. Hil­fe und Tipps für den Um­gang mit ih­ren El­tern be­ka­men die bei­den im di­ver­si­ty Ju­gend­zen­trum in München, in dem es schwu­le, les­bi­sche, bi­se­xu­el­le und trans* Ju­gend­grup­pen gibt. Mitt­ler­wei­le ha­ben die El­tern zum Glück die Lie­be der bei­den ak­zep­tiert. „Wir ha­ben vie­le Ge­sprä­che ge­führt. Jetzt darf ich so­gar ein­mal im Mo­nat bei Si­la über­nach­ten. Das ist toll!“, freut sich Alex. Bei ih­ren Freun­den gab es von An­fang an kei­nen Stress we­gen ih­rer se­xu­el­len Aus­rich­tung: „Sie ha­ben sich al­le rie­sig ge­freut“, lä­chelt Si­la. „In der Schu­le gab es am An­fang ein paar blö­de Be­mer­kun­gen, die wit­zig ge­meint sein soll­ten – es aber nicht wa­ren. Jetzt ist al­les gut.“Ver­ste­cken müs­sen sich die bei­den schon lan­ge nicht mehr: „Wir ste­hen zu dem, was wir sind, und ha­ben da­mit kei­ne Pro­ble­me. Wir müs­sen uns für un­se­re Lie­be nicht schä­men!“Das liebs­te Hob­by der bei­den Ver­lieb­ten: von ih­rer ge­mein­sa­men Zu­kunft zu träu­men. „Wir möch­ten un­be­dingt zu­sam­men­zie­hen – und spä­ter auch Kin­der ha­ben!“

„Un­se­re Freun­de ste­hen zu uns!“ „Nichts kann uns tren­nen!“

ra(17) Alexand In­ni­ge Küs­se: Die bei­den Mäd­chen sind bis über bei­de Oh­ren ver­knallt Si­la (17)

Die bei­den Schü­le­rin­nen wol­len so schnell wie mög­lich zu­sam­men­zie­hen „War­um soll­ten wir uns für un­se­re Ge­füh­le ­schä­men?“

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