Ap­pell zur Ein­heit

Gip­fel­tref­fen in Rom / Vie­le Kund­ge­bun­gen

Brettener Nachrichten - - ERSTE SEITE -

Rom/Karls­ru­he (AFP/BNN). Mit ei­nem Ap­pell zur Ein­heit ha­ben 27 EUMit­glieds­län­der die Grün­dung des Staa­ten­bunds ge­fei­ert und ei­nen Fahr­plan für die Her­aus­for­de­run­gen der Zu­kunft er­stellt. 60 Jah­re nach der Un­ter­zeich­nung der Rö­mi­schen Ver­trä­ge ver­ab­schie­de­te der Ju­bi­lä­ums­gip­fel er­neut ei­ne Er­klä­rung von Rom. Die­se schreibt erst­mals ein Eu­ro­pa der ver­schie­de­nen Ge­schwin­dig­kei­ten fest. In zahl­rei­chen Städ­ten der EU de­mons­trier­ten tau­sen­de Men­schen für ein ver­ein­tes Eu­ro­pa. Ges­tern brach­te die Be­we­gung Pul­se of Eu­ro­pe in 68 Städ­ten der EU tau­sen­de Men­schen zu Kund­ge­bun­gen zu­sam­men. Schon ver­gan­ge­ne Wo­che hat­te es Kund­ge­bun­gen in Karls­ru­he und Ba­den-Ba­den ge­ge­ben. Auf dem Ber­li­ner Gen­dar­men­markt er­in­ner­te die Pu­bli­zis­tin Lea Rosh an die leid­vol­len Kriegs­er­fah­run­gen des Kon­ti­nents und rief da­zu auf, Po­pu­lis­ten die Stirn zu bie­ten.

Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) sprach von ei­nem „gu­ten Tag für Eu­ro­pa“. „Wir wol­len ein si­che­res Eu­ro­pa, ein be­schüt­zen­des Eu­ro­pa, wir müs­sen un­se­re Au­ßen­gren­zen bes­ser schüt­zen. Wir wol­len ein wirt­schaft­lich star­kes Eu­ro­pa“, be­ton­te sie auf dem Son­der­gip­fel. Ein Eu­ro­pa der ver­schie­de­nen Ge­schwin­dig­kei­ten be­deu­te kei­nes­falls, „dass es kein ge­mein­sa­mes Eu­ro­pa ist“. Nicht an­we­send war die bri­ti­sche Pre­mier­mi­nis­te­rin The­re­sa May, die am kom­men­den Mitt­woch den Aus­tritts­an­trag Groß­bri­tan­ni­ens aus der EU ein­rei­chen will. Deutsch­land, Frank­reich, Ita­li­en und die Be­ne­lux­staa­ten hat­ten 1957 auf dem Ka­pi­tol die Rö­mi­schen Ver­trä­ge un­ter­zeich­net, die spä­ter in die EU mün­de­ten. Heute steht die EU vor enor­men Her­aus­for­de­run­gen – Groß­bri­tan­ni­en ver­lässt die EU, es gibt ei­ne bei­spiel­lo­se Mi­gra­ti­ons­be­we­gung, Be­dro­hun­gen durch Ter­ro­ris­mus und er­star­ken­de po­pu­lis­ti­sche Be­we­gun­gen. Zu­dem steht der Eu­ro un­ter Dau­er­druck. „Eu­ro­pa ist un­se­re ge­mein­sa­me Zu­kunft“, heißt es in der in Rom un­ter­zeich­ne­ten Er­klä­rung. „Ge­mein­sam sind wir ent­schlos­sen, die Her­aus­for­de­run­gen ei­ner sich rasch wan­deln­den Welt an­zu­ge­hen.“Das wer­de, „wenn nö­tig, mit un­ter­schied­li­cher Gan­gart und In­ten­si­tät“ge­sche­hen. Po­len hat­te zu­vor mit ei­ner Blo­cka­de der Er­klä­rung ge­droht, falls dar­in ein „Eu­ro­pa der ver­schie­de­nen Ge­schwin­dig­kei­ten“er­wähnt wer­de, letzt­lich aber ein­ge­wil­ligt.

„Ein gu­ter Tag für Eu­ro­pa“

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