CDU at­ta­ckiert Schulz und ei­ge­ne Re­bel­len

Lan­des­par­tei­tag setzt auf Ei­nig­keit: Spit­zen­kan­di­dat Schäu­b­le und Ge­ne­ral­se­kre­tär Ha­gel ge­wählt

Brettener Nachrichten - - SÜDWESTECHO - Von un­se­rer Mit­ar­bei­te­rin Ju­lia Giertz

Sin­del­fin­gen. Von Sch­wet­zin­gen und Sin­del­fin­gen wol­len Christ­de­mo­kra­ten sechs Mo­na­te vor der Bun­des­tags­wahl ein­deu­ti­ge Si­gna­le aus­sen­den: In der nord­ba­di­schen Stadt wer­ben Ab­trün­ni­ge für ei­ne an­de­re Asyl- und Fi­nanz­po­li­tik (sie­he auch „FKA“), in Sin­del­fin­gen be­schwört die CDU-Pro­mi­nenz zeit­gleich zum Wahl­kampf­auf­takt die Ein­heit der Par­tei.

Nie­mand an­de­res als der Spit­zen­kan­di­dat der Süd­west­CDU für den Bun­des­tag, Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le, schreibt den par­tei­in­ter­nen Kri­ti­kern beim CDU-Lan­des­par­tei­tag am Sams­tag ins Stamm­buch: „Ei­ne gro­ße Volks­par­tei muss al­le Strö­mun­gen aus­hal­ten.“Er sei ge­gen Aus­gren­zen und se­pa­ra­te Ge­sprächs­krei­se: „Das hilft uns in Wahl­kampf­zei­ten gar nicht.“Und Bern­hard La­sot­ta, in­te­gra­ti­ons­po­li­ti­scher Spre­cher der CDU-Land­tags­frak­ti­on, sagt mit Blick auf die Uni­ons­re­bel­len des „Frei­heit­lich-kon­ser­va­ti­ven Auf­bruchs in der Uni­on“(FKA): „Ich se­he kei­nen Grund, an den Grund­sät­zen der Flücht­lings­po­li­tik zu rüt­teln.“Das der­zei­ti­ge Asyl­recht sei das schärfs­te seit 30 Jah­ren. Dar­über hin­aus sei man auch im­mer auf Part­ner in der Re­gie­rung an­ge­wie­sen, sagt er mit Blick auf den Süd­wes­ten und die Be­den­ken der Grü­nen bei si­che­ren Her­kunfts­län­dern.

Die Christ­de­mo­kra­ten stre­ben an, bei der Bun­des­tags­wahl ein Er­geb­nis von 40 Pro­zent plus x zu er­zie­len. Vor vier Jah­ren schnitt Ba­den-Würt­tem­berg mit 45,7 Pro­zent der Stim­men un­ter den CDU-Lan­des­ver­bän­den am bes­ten ab. Der letz­ten Um­fra­ge zu­fol­ge lie­gen die Christ­de­mo­kra­ten – be­zo­gen auf ei­ne Land­tags­wahl – mit 28 Pro­zent wie­der vor den Grü­nen (27 Pro­zent). Das Land wird seit Mai 2016 von der bun­des­weit ers­ten grün-schwar­zen Ko­ali­ti­on re­giert. Schäu­bles Schwie­ger­sohn, CDU-Lan­des­chef und Vi­ze-Mi­nis­ter­prä­si­dent Tho­mas Strobl, ist um die Ein­heit der Par­tei be­müht. „Das Ge­mein­sa­me steht über dem Tren­nen­den – ge­schlos­sen und ent­schlos­sen schaf­fen wir das“, un­ter­streicht er beim Par­tei­tag. Die Kon­kur­renz­ver­an­stal­tung des FKA se­he er aber ge­las­sen.

Weit­ge­hend ge­schlos­sen zei­gen sich die Par­tei­tags­de­le­gier­ten bei der Wahl ih­res Spit­zen­kan­di­da­ten Schäu­b­le (sie­he „CDU-Lan­des­lis­te“) und bei der Wahl ih­res neu­en Ge­ne­ral­se­kre­tärs: Ma­nu­el Ha­gel (28), CDU-Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter aus Ehin­gen, er­hält 81,3 Pro­zent der Stim­men. Die sprit­zi­ge Re­de des neu­en Ge­ne­ral­se­kre­tärs stößt auf gro­ße Zu­stim­mung. Strobl hat­te Ha­gel emp­foh­len, seit Ju­ni war der Jung­po­li­ti­ker be­reits kom­mis­sa­risch im Amt. Der Haupt­feind beim Par­tei­tag sind nicht der FKA, son­dern die SPD und ein mög­li­chen rot-rot-grü­nes Bünd­nis im Bund. Der Karls­ru­her Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te In­go Wel­len­reu­ther wirft SPD-Kanz­ler­kan­di­dat Schulz vor, er re­de das Land schlecht, stel­le sich in „übels­ter Do­nald-Trum­pMa­nier“als Rä­cher der Be­nach­tei­lig­ten dar und be­kämp­fe das Esta­blish­ment, dem er selbst seit Jah­ren an­ge­hö­re.

Wel­len­reu­ther: Schulz zeigt „übels­te Trump-Ma­nier“

SPIT­ZEN­KAN­DI­DAT MIT SCHWIE­GER­SOHN: Wolf­gang Schäu­b­le (links) wird die ba­den-würt­tem­ber­gi­sche CDU in den Bun­des­tags­wahl­kampf füh­ren, Lan­des­chef Tho­mas Strobl mahnt zur Ge­schlos­sen­heit. Fo­tos: dpa

Ma­nu­el Ha­gel

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