Blick über die Gren­ze

Ak­ti­en­märk­te an­de­rer Eu­ro-Län­der bie­ten Chan­cen

Brettener Nachrichten - - WIRTSCHAFT -

„Vie­le Men­schen in Deutsch­land über­schät­zen das Ri­si­ko der Ak­ti­en­märk­te und un­ter­schät­zen die Chan­cen“, sagt Ve­ro­ni­ka Csi­zi. Die Fi­nanz­jour­na­lis­tin lässt für die Le­se­rin­nen und Le­ser je­de Wo­che das Bör­sen­ge­sche­hen Re­vue pas­sie­ren und er­klärt da­bei die Zu­sam­men­hän­ge.

Die Stim­mung wird trü­ber, die La­ge je­doch bes­ser – zu­min­dest für Eu­ro­pa. Wäh­rend Au­gu­ren der Ban­ken häu­fi­ger ei­nen grö­ße­ren Rück­set­zer der Bör­sen vor­her­sa­gen, ist die Un­ter­neh­mens­stim­mung in der Eu­ro-Zo­ne auf das höchs­te Ni­veau seit 2011 ge­klet­tert. Vor al­lem Frank­reich über­rascht mit po­si­ti­ven Zah­len. Dass Dax & Co nach acht Haus­seJah­ren mal wie­der ei­ne Pha­se des Ab­stiegs nö­tig hät­ten, ist klar. Seit sei­nem Bais­se-Tief im März 2009 bei 3 666 Punk­ten ist der In­dex um 230 Pro­zent auf 12 064 Punk­te ge­stie­gen.

Doch nicht nur der, der lang­fris­tig in­ves­tiert hat, kann die Bei­ne hoch­le­gen und ab­war­ten. An­ge­nom­men, der Dax ver­lö­re 20 Pro­zent auf et­wa 9 650 Punk­te, lä­ge der An­le­ger von 2009 im­mer noch 160 Pro­zent im Plus. Auch je­ner An­le­ger, der zu hö­he­ren Kur­sen in den Markt ge­gan­gen ist, muss nur ner­vös wer­den, wenn er kurz­fris­tig denkt. Lang­fris­tig wa­ren in den ver­gan­ge­nen 50 Jah­ren al­le In­vest­ments in den Dax nach spä­tes­tens 12 Jah­ren wie­der or­dent­lich im Plus. Oh­ne ei­ne Aus­nah­me. Soll­te nun die Wirt­schaft der Eu­ro-Zo­ne wie­der Tritt fas­sen, emp­feh­len sich vor al­lem die Märk­te, die hin­ter dem Dax zu­rück­lie­gen, et­wa die füh­ren­den In­di­zes aus Frank­reich, Ita­li­en, Ir­land, Spa­ni­en, oder, für ganz Mu­ti­ge, aus Por­tu­gal.

Ob wir, wie man­che Crash­pro­phe­ten hof­fen, bald güns­ti­ge­re Ein­stiegs­kur­se er­hal­ten wer­den, ist nicht zu pro­gnos­ti­zie­ren, auch wenn ei­ni­ge Ban­ken glau­ben, ei­nen Blick in die Glas­ku­gel er­hascht zu ha­ben. Mög­li­cher­wei­se ste­hen in den USA, et­wa aus Ent­täu­schung über ge­schei­ter­te Vor­ha­ben von Prä­si­dent Trump, schwä­che­re Pe­ri­oden be­vor. Dow und S&P 500 ha­ben ja be­reits viel Op­ti­mis­mus in den Kur­sen ver­ar­bei­tet. Doch ein ech­ter Crash, der auch Eu­ro­pa nach un­ten zö­ge, be­nö­tig­te ei­nen kla­ren An­lass zur Trend­wen­de, et­wa ein de­sas­trö­ses Er­eig­nis, über­zo­ge­ne Be­wer­tun­gen oder hem­mungs­lo­se Eu­pho­rie im Markt. All dies ist der­zeit nicht er­kenn­bar. So sind wohl ei­ni­ge schwar­ze Wol­ken am Him­mel denk­bar. Ei­ne Eis­zeit je­doch aus der­zei­ti­ger Sicht nicht.

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