Po­li­tik der Öff­nung oder Ab­schot­tung

Prä­si­dent­schafts­wahl im Iran / Amts­in­ha­ber Ru­ha­ni geht als Fa­vo­rit ins Ren­nen

Brettener Nachrichten - - POLITIK -

Teheran (dpa). Öff­nung oder Ab­schot­tung: Mit Span­nung wird der Aus­gang der Prä­si­den­ten­wahl im Iran er­war­tet, die ent­schei­dend für den künf­ti­gen Kurs des Lan­des ist. Ges­tern bil­de­ten sich nach Be­rich­ten von Au­gen­zeu­gen vor vie­len Wahl­lo­ka­len in der Haupt­stadt Teheran lan­ge Schlan­gen. Auch in den Pro­vin­zen war die Be­tei­li­gung nach Me­di­en­an­ga­ben leb­haft. Des­we­gen ver­schob das In­nen­mi­nis­te­ri­um die ur­sprüng­lich für 15.30 Uhr ge­plan­te Schlie­ßung der Wahl­lo­ka­le um meh­re­re St­un­den. Mehr als 56 Mil­lio­nen Ira­ner wa­ren auf­ge­ru­fen zu be­stim­men, ob sie dem mo­de­ra­ten Prä­si­den­ten Has­san Ru­ha­ni ei­ne zwei­te Amts­zeit ge­ben oder ei­nen po­li­ti­schen Wech­sel wol­len. Ru­ha­nis Haupt­ri­va­le war Ebra­him Ra­eis­si, der Spit­zen­kan­di­dat des erz­kon­ser­va­ti­ven Kle­rus. Die an­de­ren bei­den Kan­di­da­ten gal­ten als chan­cen­los. Die Wahl wur­de als ei­ne Art Re­fe­ren­dum an­ge­se­hen: Ru­ha­nis Po­li­tik der Öff­nung steht ge­gen Ra­eis­sis Ab­schot­tungs­po­li­tik. Das Wah­l­er­geb­nis wird zei­gen, wel­chen Kurs die Ira­ner be­vor­zu­gen. Ru­ha­ni ist zwar Fa­vo­rit, aber Ra­eis­si ge­nießt die Un­ter­stüt­zung des Kle­rus so­wie der staat­li­chen Me­di­en.

„Heu­te ist ein wich­ti­ger Tag, da die Ira­ner ihr Schick­sal und das ih­rer Kin­der selbst in der Hand ha­ben“, sag­te Ru­ha­ni nach sei­ner Stimm­ab­ga­be in der Hoss­ei­nieh-Er­scha­dMo­schee in Teheran. Die Wäh­ler soll­ten au­ßer­dem nicht ver­ges­sen, dass das Wah­l­er­geb­nis auch au­ßen­po­li­tisch für das Land enorm wich­tig sei, so der Prä­si­dent. Ers­te Pro­gno­sen soll es schon heu­te ge­ben. Nach An­ga­ben von In­nen­mi­nis­ter Ab­dul­re­sa Rah­man Fas­li wer­den heu­te Abend oder spä­tes­tens mor­gen die En­d­er­geb­nis­se be­kannt­ge­ben.

So­fort nach dem En­de der Wah­len soll­ten die Stim­men ge­zählt wer­den. Nur die An­ga­ben des In­nen­mi­nis­te­ri­ums sei­en amt­lich. Me­dien­be­rich­te, be­son­ders auf den so­zia­len Netz­wer­ken, soll­ten igno­riert wer­den, so der Spre­cher.

HAT GU­TE CHAN­CEN, im Amt be­stä­tigt zu wer­den: der ira­ni­sche Prä­si­dent Has­san Ru­ha­ni. Fo­to: dpa

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