„Ich will auf kei­nen Fall lang­wei­lig wer­den“

Der Mo­de­de­si­gner und Künst­ler Ha­rald Glööck­ler kommt heu­te in die Mes­se Karls­ru­he – mit blon­den Haa­ren

Brettener Nachrichten - - SÜDWESTECHO -

Rhein­stet­ten. Wo er auf­tritt, zieht er die Bli­cke auf sich. Heu­te kommt der Mo­de­de­si­gner, Ha­rald Glööck­ler auf die Eu­ni­que in der Mes­se Karls­ru­he bei Rhein­stet­ten (Au­to­gramm­stun­de um 14 Uhr). Mit Glööck­ler spra­chen Alex­an­dra Ber­to­li­ni und Bernd Kam­leit­ner.

Wel­che Fra­ge von Jour­na­lis­ten kön­nen sie denn über­haupt nicht mehr hö­ren?

Glööck­ler: Ach, ich ha­be in­zwi­schen ge­lernt, dass das, was ich nicht hö­ren will, auch nicht hö­re. Ich hö­re, was ich will und ich ant­wor­te, was ich will, so ein­fach ist das.

Sie kom­men aus Maul­bronn-Zai­sers­wei­her. Gibt es noch ei­ne Ver­bin­dung zu Ih­rem Hei­mat­ort?

Glööck­ler: We­nig, da mei­ne El­tern und Groß­el­tern tot sind. Und wenn das, wie bei mir in der Kind­heit ein biss­chen schwie­rig war, dann kappt man die Wur­zeln, denn an Din­ge, die nicht so pri­ckelnd wa­ren, möch­te man auch nicht er­in­nert wer­den. Es gab na­tür­lich auch viel Schö­nes, aber trotz­dem macht man ir­gend­wann ei­nen Ha­ken dran. Ich er­in­ne­re mich aber im­mer sehr ger­ne an Maul­bronn, weil ich das Klos­ter schon im­mer sehr schön fand und es mich in­spi­riert hat. In­so­fern ha­be ich eher ei­ne Be­zie­hung zu Maul­bronn als zu Zai­sers­wei­her.

Wenn Sie als Künst­ler die Mög­lich­keit hät­ten, so ein Klos­ter neu zu ge­stal­ten, hät­ten Sie Ide­en, wie Sie das ma­chen wür­den?

Glööck­ler: Wenn ich es neu ge­stal­ten wür­de, wür­de es na­tür­lich mei­ne Hand­schrift tra­gen, sonst bräuch­te man mich ja nicht be­mü­hen. Trotz­dem wür­de ich ver­su­chen, das Be­ste­hen­de zu er­hal­ten und ei­ne Ver­bin­dung zwi­schen der Mo­der­ne und der Ver­gan­gen­heit zu schaf­fen. Ich könn­te mir vor­stel­len, hier viel mit Glas zu ar­bei­ten. Ich wür­de dem Klos­ter nicht un­be­dingt mei­nen Stem­pel auf­drü­cken, aber ihm auf je­den Fall ei­nen pom­pö­sen Touch ver­lei­hen.

Was ist denn ge­ne­rell bei Ih­nen der Aus­lö­ser für neue Ide­en?

Glööck­ler: Man sagt im­mer, ich sei ein Vul­kan vol­ler Ide­en. Es gibt ja auch Men­schen, die be­reits sehr viel In­spi­ra­ti­on in sich ha­ben, und ich be­zie­he die In­spi­ra­ti­on nicht von au­ßen. Viel­leicht wird man­ches von au­ßen an­ge­sto­ßen, das kann schon sein, aber was man bei mir sieht, das ist mein In­nen­le­ben. Al­so ich wür­de sa­gen, bei mir ist es in­nen noch präch­ti­ger und noch opu­len­ter als au­ßen.

Sie sind Gast auf der Eu­ni­que, ei­ner Mes­se für an­ge­wand­te Kunst und De­sign. Da­für ha­ben Sie un­ter an­de­rem ei­ne Har­ley ge­stal­tet... als Pri­vat­mann völ­lig un­er­kannt durch die Stadt oder eben ei­ne Mes­se wie der Eu­ni­que ge­hen kann?

Glööck­ler: Nein, das sind Din­ge, die man nicht än­dern kann. Um das Ei­ne zu ha­ben, muss man im­mer auch das An­de­re ge­ben. So ist das hier auch. Ent­we­der man hat kei­ne Ru­he und ist pro­mi­nent oder man hat sei­ne Ru­he und ist eben nicht pro­mi­nent. Da­zwi­schen gibt es ein­fach nichts. Und da das so ist, brau­che ich auch gar nicht drü­ber nach­zu­den­ken, das bringt ja nichts.

Sie ha­ben seit kur­zem blon­de Haa­re, gab es da­zu ei­nen An­lass oder woll­ten Sie ein­fach mal et­was Neu­es aus­pro­bie­ren?

Glööck­ler: Ach, da­für brau­che ich kei­nen An­lass. Ich pro­bie­re seit 30 Jah­ren im­mer wie­der Neu­es aus und das ist, glau­be ich, auch das Ge­heim­nis. Scho­ckie­ren ist ja auch ei­ne Art von Fas­zi­na­ti­on und ich glau­be, das ist das, was die Men­schen be­geis­tert. Ich will auf kei­nen Fall lang­wei­lig wer­den, aber ob je­mand sagt: „Um Got­tes Wil­len: Wie sieht der denn aus?“, das ist mir egal. Ich den­ke, die Men­schen mö­gen es, wenn man sie im­mer wie­der über­rascht und sich neu er­fin­det und ich den­ke, das er­war­tet man auch von mir.

Könn­te man den Mo­de­de­si­gner Ha­rald Glööck­ler auch mal nur im Schlab­ber­look oder in der Jog­ging­ho­se zu Ge­sicht be­kom­men?

Glööck­ler: Al­so im Schlab­ber­look wür­de ich jetzt nicht sa­gen, aber im Kaf­t­an oder auch in der Jog­ging­ho­se bin ich schon mal zu Hau­se an­zu­tref­fen. Wich­tig ist, sich nicht ge­hen zu las­sen. Ich fin­de, man soll­te sich im Le­ben im­mer mehr durch Hal­tung als durch Hand­lung aus­drü­cken. Hal­tung ist das A und O, das ist mei­ner Mei­nung nach im Le­ben ganz wich­tig. Wirt­schaft

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