Kon­trol­le schafft Cha­os

Ver­är­ger­te Be­su­cher beim Film­fes­ti­val Can­nes

Brettener Nachrichten - - KULTUR -

Die ver­schärf­ten Si­cher­heits­maß­nah­men beim Film­fest Can­nes sor­gen zu­neh­mend für Är­ger und Cha­os. Seit der Er­öff­nung am Mitt­woch ste­hen vor den Ein­gän­gen des Fes­ti­val­pa­las­tes Me­tall­de­tek­to­ren. Das ist al­ler­dings nicht al­les. Wer ins Ki­no ge­hen möch­te, muss sich nach die­ser Sper­re noch meh­re­ren wei­te­ren Kon­trol­len stel­len – das kos­tet Zeit und Ner­ven. Au­ßer­dem wir­ken die Si­cher­heits­kräf­te von dem An­drang Tau­sen­der Be­su­cher zu­neh­mend über­for­dert. „Die Or­ga­ni­sa­ti­on ist wirk­lich fürch­ter­lich“, schimpft ei­ne fran­zö­si­sche Jour­na­lis­tin. „Ab­so­lut är­ger­lich“, so ein aus­tra­li­scher Jour­na­list; „ei­ne Ka­ta­stro­phe“, fand ein an­de­rer.

In Can­nes sind die Fes­ti­val­be­su­cher zwar schon seit Jah­ren ver­schärf­te Si­cher­heits­kon­trol­len ge­wohnt. Doch scheint das Fes­ti­val nun fast plan­los die Zahl der Kon­trol­len zu er­hö­hen: Nach dem Me­tall­de­tek­tor fol­gen der­zeit ei­ne wei­te­re Kon­trol­le mit ei­nem klei­ne­ren Me­tall­de­tek­tor-Stab, die Durch­su­chung der Ta­schen so­wie manch­mal noch ei­ne wei­te­re Me­tall­de­tek­tor-Kon­trol­le.

Der deut­schen Re­gis­seu­rin Val­e­s­ka Gri­se­bach ist der­weil ei­ne star­ke Pre­mie­re ge­lun­gen. Die 49-Jäh­ri­ge stell­te ih­ren Bei­trag „Wes­tern“in der re­nom­mier­ten Ne­ben­rei­he „Un Cer­tain Re­gard“vor. Der Film er­zählt mit zahl­rei­chen Wes­tern­ele­men­ten und ei­nem prä­zi­sen Blick für sei­ne Prot­ago­nis­ten von deut­schen Bau­ar­bei­tern, die für ei­nen Auf­trag in die Nä­he ei­nes bul­ga­ri­schen Dor­fes kom­men. Gri­se­bach be­ob­ach­tet, wie sich die un­ter­schied­li­chen Kul­tu­ren arg­wöh­nisch be­äu­gen. „Wes­tern“wird so zu ei­nem span­nen­den und at­mo­sphä­risch dich­ten Werk über ei­ne klei­ne Ge­mein­schaft, die vom Rest der Welt iso­liert scheint. Das Werk wur­de maß­geb­lich von Ma­ren Ades („To­ni Erd­mann“) Pro­duk­ti­ons­fir­ma Kom­pli­zen­film fi­nan­ziert.

Im Wett­be­werb lief ges­tern die ers­te Net­fli­xPro­duk­ti­on in der Ge­schich­te von Can­nes. „OK­JA“, das neue Werk des Süd­ko­rea­ners Bong Joon Ho („Snow­pier­cer“), er­zählt von ei­nem Mäd­chen, das mit ei­nem Rie­sen­tier be­freun­det ist und dies vor ei­nem mäch­ti­gen Un­ter­neh­men be­schüt­zen will. Das Werk ist mit Til­da Swin­ton, Ja­ke Gyl­len­haal und Paul Da­no pro­mi­nent be­setzt. Für noch mehr Wir­bel sorg­te aber be­reits im Vor­feld die Pro­duk­ti­ons­fir­ma: Der Strea­m­ing­dienst Net­flix, will das Werk En­de Ju­ni auf sei­ner Platt­form ver­öf­fent­li­chen – ei­nen Ki­no­start wird es nur in den USA und Süd­ko­rea ge­ben. dpa

Fo­to: dpa

GRUND ZUM STRAH­LEN: Die Re­gis­seu­rin Val­e­s­ka Gri­se­bach und ihr Haupt­arstel­ler Mein­hard Ne­u­mann.

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