Kon­troll­ver­lust am Steu­er un­ter Dro­gen?

Ti­mes-Squa­re-Fah­rer we­gen Mor­des an­ge­klagt / Noch vie­le Fra­gen sind un­be­ant­wor­tet

Brettener Nachrichten - - BLICK IN DIE WELT - Von Chris­ti­na Hors­ten und Jo­han­nes Sch­mitt-Teg­ge

New York. Ge­gen den To­des­fah­rer vom New Yor­ker Ti­mes Squa­re wird laut ei­nem Me­dien­be­richt we­gen Mor­des er­mit­telt. Der Mann war mit sei­nem Au­to in ei­ne Grup­pe von Fuß­gän­gern ge­rast, tö­te­te da­bei ei­ne Frau und ver­letz­te 22 wei­te­re Men­schen.

Ne­ben Mord wür­den ihm 20-fa­cher ver­such­ter Mord so­wie in fünf Fäl­len ein schwe­res Tö­tungs­de­likt mit ei­nem Fahr­zeug vor­ge­wor­fen, be­rich­te­ten US-Me­di­en

„Kei­ne Hin­wei­se auf ter­ro­ris­ti­schen Akt“

un­ter Be­ru­fung auf die Po­li­zei. Auf ei­nen ter­ro­ris­ti­schen Hin­ter­grund deu­te­te laut New Yorks Bür­ger­meis­ter Bill de Bla­sio nichts hin. Im Blut des 26-jäh­ri­gen Richard Ro­jas, ei­nes Ex-Sol­da­ten der US-Ma­ri­ne aus dem Stadt­teil Bronx, wur­de die auch als „An­gel Dust“be­kann­te Dro­ge PCP fest­ge­stellt. Der Mann ha­be psy­chi­sche Pro­ble­me und ha­be Po­li­zis­ten ge­sagt, dass er er­war­tet ha­be, von ih­nen er­schos­sen zu wer­den. Ro­jas hat­te mit sei­nem Au­to auf ei­ner Kreu­zung ge­wen­det und war dann mit ho­hem Tem­po über den Geh­weg ge­fah­ren. Nach et­wa drei Stra­ßen­blocks ramm­te er ei­nen Pol­ler, an dem sein Wa­gen hän­gen blieb, der kurz­zei­tig auch Feu­er fing. Ro­jas ver­such­te zu flie­hen, wur­de aber so­fort über­wäl­tigt und fest­ge­nom­men, wie De Bla­sio bei ei­ner Pres­se­kon­fe­renz am Ti­mes Squa­re sag­te. „Es gibt kei­ne Hin­wei­se, dass dies ein ter­ro­ris­ti­scher Akt war.“Trotz­dem wür­den zu­sätz­li­che Po­li­zis­ten der An­ti-Ter­ror-Ein­hei­ten vor­sichts­hal­ber wich­ti­ge Or­te der Me­tro­po­le ab­si­chern. Vier der 22 Ver­letz­ten schweb­ten nach An­ga­ben des Feu­er­wehr­chefs Da­ni­el Ni­gro in Le­bens­ge­fahr. Ih­re Über­le­bens­chan­cen sei­en aber gut.

Bei der ge­tö­te­ten Frau han­delt es sich um ei­ne 18-Jäh­ri­ge, die mit ih­rer Fa­mi­lie aus dem US-Bun­des­staat Mi­chi­gan zu Be­such in der Stadt war. Ih­re 13 Jah­re al­te Schwes­ter wur­de eben­falls von dem Au­to ge­trof­fen und kam mit Ver­let­zun­gen ins Kran­ken­haus. Nach An­ga­ben der Be­hör­den war Ro­jas 2008 und 2015 we­gen Trun­ken­heit am Steu­er fest­ge­nom­men wor­den. Erst in die­sem Mo­nat wur­de er er­neut fest­ge­nom­men, weil er ei­nen Be­su­cher in der Woh­nung, in der er mit sei­ner Mut­ter leb­te, mit ei­nem Mes­ser be­droh­te. Wäh­rend sei­ner Sta­tio­nie­rung als Elek­tri­ker auf ei­nem Mi­li­tär­stütz­punkt war er dem­nach ver­haf­tet wor­den, weil er mut­maß­lich ei­nen Ta­xi­fah­rer an­ge­grif­fen hat­te. Er ver­brach­te da­mals zwei Mo­na­te in ei­nem Ma­ri­ne-Ge­fäng­nis. Ob Ro­jas sein Au­to ab­sicht­lich in die Men­ge ge­steu­ert hat­te, war zu­nächst un­klar. Me­dien­be­rich­ten zu­fol­ge sag­te er der Po­li­zei, Gott ha­be ihn zu der Tat ge­zwun­gen. Er ha­be an­ge­ge­ben, Stim­men zu hö­ren.

Ein Freund von Ro­jas, dem­zu­fol­ge der Ex-Sol­dat als ve­rän­der­ter Mensch das Mi­li­tär ver­las­sen hat­te, gab an, dass der Tä­ter zu­letzt in der Im­mo­bi­li­en-Bran­che ar­bei­te­te und sei­ne Pro­ble­me mit viel Al­ko­hol zu lö­sen ver­such­te.

Fo­to: AFP

EI­NE EIN­SA­ME RO­SE am Ti­mes Squa­re in New York er­in­nert an die To­des­fahrt, bei der am Don­ners­tag ei­ne 18-jäh­ri­ge Frau ge­tö­tet wur­de. Noch vier der 22 Ver­letz­ten schwe­ben in Le­bens­ge­fahr.

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