Po­li­ti­scher Neu­an­fang in Pa­ris

Ma­cron star­tet mit fri­schem Par­la­ment durch / So­zia­lis­ten stür­zen ab

Brettener Nachrichten - - POLITIK -

Pa­ris (dpa). Frank­reich nimmt nach der Wahl mit ei­ner ab­so­lu­ten Par­la­ments­mehr­heit für den Prä­si­den­ten und Hoff­nungs­trä­ger Em­ma­nu­el Ma­cron Kurs auf ei­nen po­li­ti­schen Neu­start. Das neue Par­la­ment wird zu drei Vier­teln mit Po­lit-Neu­lin­gen be­setzt sein. Zu­dem wird Ma­cron sei­ne kürz­lich ge­bil­de­te Re­form­re­gie­rung ge­ring­fü­gig an­pas­sen. Er mei­ne aber, dass Pre­mier­mi­nis­ter Edouard Phil­ip­pe blei­ben wer­de, sag­te Re­gie­rungs­spre­cher Chris­to­phe Cas­ta­ner ges­tern dem Sen­der RTL. Es ge­he um ei­ne „tech­ni­sche“Um­bil­dung. Er­war­tet wer­de die Er­nen­nung wei­te­rer Staats­se­kre­tä­re zur Ent­las­tung der Mi­nis­ter mit gro­ßem Auf­ga­ben­be­reich, schrieb „Le Pa­ri­si­en“. An den bis­he­ri­gen Res­sort­chefs wer­de wohl nicht ge­rüt­telt. Laut Cas­ta­ner wer­de das künf­ti­ge Ka­bi­nett in den nächs­ten Ta­gen er­nannt wer­den.

Das Mit­te-La­ger des Po­lit­jung­stars Ma­cron kam nach Zah­len des In­nen­mi­nis­te­ri­ums aus dem Stand auf 350 der 577 Sit­ze in der Na­tio­nal­ver­samm­lung. Die ab­so­lu­te Mehr­heit war da­mit un­ge­fähr­det, aber we­ni­ger deut­lich als er­war­tet. Bei der Par­la­ments­wahl setz­ten sich Mi­nis­ter der bis­he­ri­gen Re­gie­rung durch, un­ter ih­nen Wirt­schafts­res­sort­chef Bru­no Le Mai­re und EU-Mi­nis­te­rin Ma­ri­el­le de Sar­nez. Die bür­ger­li­chen Par­tei­en um die kon­ser­va­ti­ven Re­pu­bli­ka­ner ka­men auf 137 Sit­ze. Die So­zia­lis­ten von Ma­crons Amts­vor­gän­ger François Hol­lan­de stürz­ten ab und er­reich­ten zu­sam­men mit an­de­ren Kan­di­da­ten der mo­de­ra­ten Lin­ken 45 Sit­ze. Ma­ri­ne Le Pen ge­lang erst­mals der Ein­zug ins Par­la­ment. Ins­ge­samt kommt ihr Front Na­tio­nal auf acht Plät­ze in der ers­ten Kam­mer.

Der Na­tio­nal­ver­samm­lung steht die bis­lang um­fang­reichs­te Er­neue­rung seit Grün­dung der Fünf­ten Re­pu­blik 1958 be­vor. Ei­ner­seits wa­ren 212 der bis­he­ri­gen Ab­ge­ord­ne­ten nicht mehr zur Wahl an­ge­tre­ten. An­de­rer­seits hat­te die neue Par­tei von Ma­cron ge­zielt Po­lit-Neu­lin­ge für die Par­la­ments­wahl auf­ge­stellt. Vie­le von ih­nen ha­ben künf­tig ei­nen Sitz in der Na­tio­nal­ver­samm­lung. Nur 142 der 577 Mit­glie­der der bis­he­ri­gen Na­tio­nal­ver­samm­lung be­hal­ten ih­ren Sitz. Von den bis­he­ri­gen Ab­ge­ord­ne­ten, die er­neut in ih­rem Wahl­kreis kan­di­diert hat­ten, schie­den 122 im ers­ten und 81 im zwei­ten Wahl­gang aus. Die Wahl­be­tei­li­gung stürz­te in der ent­schei­den­den zwei­ten Run­de des Par­la­ments­ent­scheids auf ei­nen neu­en his­to­ri­schen Tief­punkt von knapp 43 Pro­zent. Au­ßer­dem ga­ben knapp zehn Pro­zent der Ur­nen­gän­ger ent­we­der ei­nen lee­ren Wahl­um­schlag oder ei­ne un­gül­ti­ge Stim­me ab. Sei­te 4

DREI VIER­TEL der Ab­ge­ord­ne­ten sind Po­li­tik-Neu­lin­ge, nur 142 der 577 Mit­glie­der der bis­he­ri­gen Na­tio­nal­ver­samm­lung be­hal­ten ih­ren Sitz. Fo­to: AFP

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