Ret­tungs­kräf­te pau­sen­los im Ein­satz

Brän­de in Por­tu­gal for­dern zahl­rei­che Op­fer

Brettener Nachrichten - - BLICK IN DIE WELT - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Emilio Rappold

Lis­s­a­bon. Der ver­hee­ren­de Wald­brand mit min­des­tens 63 To­des­op­fern in Por­tu­gal wü­tet wei­ter. Die Flam­men fra­ßen sich ges­tern im Be­zirk Lei­ria 200 Ki­lo­me­ter nord­öst­lich von Lis­s­a­bon durch die ber­gi­ge Wald­re­gi­on auf vier Fron­ten vor­wärts. Sie be­droh­ten meh­re­re Dör­fer und wa­ren na­he dran, auch die Nach­bar-Be­zir­ke Co­im­bra und Ca­s­te­lo Bran­co zu er­rei­chen, wie die por­tu­gie­si­sche Nach­rich­ten­agen­tur Lu­sa un­ter Be­ru­fung auf Spre­cher der Feu­er­wehr und des Zi­vil­schut­zes be­rich­te­te. Für die Ein­satz­kräf­te gab es kei­ne Pau­se. Un­ter an­de­rem sei­en zehn Be­woh­ner des klei­nen Dor­fes Agu­da in Si­cher­heit ge­bracht wor­den, hieß es.

In der Re­gi­on um den Kreis Pe­drógão Gran­de wa­ren ges­tern nach ei­ner Mit­tei­lung des Zi­vil­schut­zes mehr als 900 Feu­er­wehr­män­ner mit knapp 300 Fahr­zeu­gen und vier Lösch­flug­zeu­gen im Ein­satz. Tro­cken­heit, Tem­pe­ra­tu­ren von mehr als 30 Grad und star­ke Win­de be­hin­der­ten die Lösch­ar­bei­ten. Die Be­hör­den warn­ten, dass die Zahl der To­des­op­fer noch stei­gen kön­ne. Man ha­be näm­lich ei­ni­ge Ge­bie­te noch nicht er­rei­chen kön­nen, sag­te der Staats­se­kre­tär im In­nen­mi­nis­te­ri­um, Jor­ge Go­mes, vor Jour­na­lis­ten. Die Zahl der Ver­letz­ten stieg von 62 auf 135 deut­lich an. Es han­de­le sich um 121 Zi­vi­lis­ten, 13 Feu­er­wehr­män­ner und ei­nen An­ge­hö­ri­gen des Mi­li­tärs, be­rich­te­te die Ko­or­di­nie­rungs­stel­le für den na­tio­na­len Ret­tungs­dienst Inem.

Ei­ne von der Re­gie­rung an­ge­ord­ne­te drei­tä­gi­ge Staats­trau­er be­gann ges­tern. Mi­nis­ter­prä­si­dent An­tó­nio Cos­ta sag­te: „Die Tra­gö­die scho­ckiert uns durch ih­re Di­men­si­on.“Es ist der Wald­brand mit den meis­ten To­des­op­fern in Por­tu­gal seit Be­ginn der Auf­zeich­nun­gen. Die EU sag­te dem Land Hil­fe zu. Auf Bit­ten Por­tu­gals wür­den Lösch­flug­zeu­ge or­ga­ni­siert. Frank­reich ha­be drei Ma­schi­nen zu­ge­sagt. Zu­dem hel­fe Spa­ni­en mit zwei Flug­zeu­gen.

Das Feu­er war am Sams­tag auf­grund ei­nes Blitz­schlags an ei­nem Baum in Pe­drógão Gran­de aus­ge­bro­chen. We­gen star­ker Win­de brei­te­te es sich rasch aus und wur­de vor al­lem für vie­le Au­to­fah­rer auf ei­ner Na­tio­nal­stra­ße zur To­des­fal­le, als das Feu­er ih­re Wa­gen ein­schloss. Auf der „To­des­stra­ße“, wie Me­di­en schrie­ben, star­ben min­des­tens 30 Men­schen. Vie­le Op­fer ver­brann­ten bis zur Un­kennt­lich­keit. Zu­dem wur­den in der dünn be­sie­del­ten, von Pi­ni­en- und Eu­ka­lyp­tus­bäu­men be­herrsch­ten Re­gi­on Dut­zen­de Häu­ser zer­stört.

Vie­le Men­schen sind scho­ckiert und fas­sungs­los. Ei­ne äl­te­re Frau wein­te und rief: „Das ist das En­de der Welt.“Ei­ne an­de­re Frau sag­te im TV-Sen­der RTP: „Wir ha­ben al­les ver­lo­ren, un­ser Haus, un­se­re Tie­re, al­les.“Ein Mann mein­te: „In mei­nen 53 Jah­ren ha­be ich so et­was nicht ge­se­hen.“

Re­gie­rung ord­net drei Ta­ge Staats­trau­er an

ZUR TO­DES­FAL­LE wur­de zahl­rei­chen Au­to­fah­rern der ei­ge­ne Wa­gen, als das Feu­er ei­ne Na­tio­nal­stra­ße in Por­tu­gal ein­schloss. Fo­to: dpa

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