Sprung­brett für lo­ka­le Hel­den

Rah­men­pro­gramm mit Büh­nen in der Stadt bie­tet New­co­mern ein Fo­rum

Brettener Nachrichten - - NEW POP FESTIVAL -

„Ein­fach su­per. New Pop ist das Aus­hän­ge­schild der Re­gi­on und wir sind mit­ten­drin.“Bernd Fritz ge­nießt das Bad in der Men­ge, die Re­so­nanz des Pu­bli­kums, die er mit der Band Em­pty Be­au­ty er­fährt und fühlt sich ge­nau wie sei­ne Kol­le­gen mäch­tig ge­ehrt, dass sie wie­der da­bei sein dür­fen. Auf der Wa­ge­ner Büh­ne ga­ben die „Lo­cal He­roes“aus dem Murg­tal ges­tern Abend den Start­schuss für die Au­ßen-Lo­ca­ti­ons und feu­er­ten das Pu­bli­kum mit ei­ner apar­ten In­die-Rock-Mi­schung mäch­tig an.

Kur­haus, Thea­ter oder so­gar Fest­spiel­haus, das wä­re gar nicht so un­denk­bar: Schon 2010 rock­ten die Jungs die Wa­ge­ner Büh­ne – und sie ta­ten es so nach­hal­tig, dass das Ma­nage­ment der Band Ra­zor­light, die ge­ra­de im Fest­spiel­haus auf­trat, dem Wa­ge­ner Büh­nen-Or­ga­ni­sa­tor Cal­le Gru­ner de­zent ei­ne Kar­te zu­steck­te. Zwei Ta­ge spä­ter wa­ren Em­pty Be­au­ty in Mün­chen, un­ter­zeich­ne­ten ei­nen Plat­ten­ver­trag und gin­gen mit Ra­zor­light auf Tour. So­viel zum The­ma Ne­ben­schau­platz – die Wa­ge­ner Büh­ne ist auch ein Sprung­brett. Auch Max Gie­sin­ger stand hier vor ein paar Jah­ren und co­ver­te zur Be­geis­te­rung des Pu­bli­kums was das Zeug hält. Ent­deckt hat ihn wie­der­um Cal­le Gru­ner, als Gie­sin­ger beim Blu­me-Brun­nen Stra­ßen­mu­sik mach­te. „Wir ka­men ins Ge­spräch und weil ich selbst auch Sän­ger bin, ha­ben wir gleich mal ei­nen ge­mein­sa­men Ver­such un­ter­nom­men.“Als sie zu­sam­men in Bob-Dy­lan-Ma­nier an „Hea­ven’s Door“knock­ten, war klar, dass der Gie­sin­ger bei Wa­ge­ner spie­len muss. Doch den zog es erst ein­mal für ein Jahr nach Aus­tra­li­en. Dann war er zu­rück und ist in­zwi­schen kaum mehr weg­zu­den­ken.

Das gilt glei­cher­ma­ßen für die Wa­ge­ner Büh­ne. Den Be­darf er­kannt hat üb­ri­gens SWR-Iko­ne Frank Lau­fen­berg, der die rich­ti­gen Leu­te zu­sam­men­brach­te. Ei­ner von ih­nen ist Cal­le Gru­ner, der ihm mit sei­ner Band „Der Grinch“auf­ge­fal­len war. „Das war mein ers­tes of­fi­zi­el­les Pro­jekt“, blickt Gru­ner zu­rück. In­zwi­schen ist er In­ha­ber ei­ner Agen­tur – und das Rah­men­pro­gramm in der Ci­ty ent­wi­ckelt sich Jahr für Jahr wei­ter. So ver­weist Gru­ber auf die zwei­te Büh­ne im Bä­der­vier­tel, die er auch be­stückt. Bei Wa­ge­ner sieht man das nicht als Kon­kur­renz, son­dern als Er­gän­zung, er­klärt Mar­ke­ting­chef Wolf­gang Meck­ler. Und weil die Ide­en nicht en­den wol­len, lädt Cal­le Gru­ner heu­te Ge­s­angs­ta­len­te ein, sich ein­mal selbst zu ver­su­chen: Be­vor abends wei­te­re Bands auf der Büh­ne ste­hen, kann man zwi­schen 13 und 18 Uhr beim mo­bi­len Ton­stu­dio im Wa­ge­ner-Schau­fens­ter selbst ein­ge­sun­ge­ne Stü­cke von Pro­fis be­ar­bei­ten und auf CD bren­nen las­sen. Ein Punkt, über den Em­pty Be­au­ty und Max Gie­sin­ger längst hin­aus sind. Aber die­se Ka­der­schmie­de bei New Pop hat ja schon für vie­le Über­ra­schun­gen ge­sorgt … Chris­tia­ne Krau­se-Dim­mock

MEHR ALS EIN NE­BEN­SCHAU­PLATZ: Em­pty Be­au­ty stan­den ges­tern mal wie­der auf der Wa­ge­ner-Büh­ne, die ih­nen 2010 ei­ne amt­li­che Tour ein­ge­bracht hat. Fo­to: Krau­se

GOSPEL-COUN­TRY AUS IS­LAND: Ka­leo stam­men von der glei­chen In­sel wie Björk, klin­gen aber eher nach Nash­ville – wo sie mitt­ler­wei­le auch le­ben. Fo­to: Ho­ra

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