Kampf ge­gen Be­trug in der EU

Brettener Nachrichten - - POLITIK -

Lu­xem­burg (dpa). In min­des­tens 20 EU-Staa­ten – dar­un­ter Deutsch­land – wer­den be­stimm­te Fi­nanz­ver­ge­hen künf­tig von eu­ro­päi­schen Staats­an­wäl­ten ver­folgt wer­den. Die Jus­tiz­mi­nis­ter der teil­neh­men­den Län­der ga­ben in Lu­xem­burg end­gül­tig grü­nes Licht für die Grün­dung ei­ner eu­ro­päi­schen Staats­an­walt­schaft. Sie wird vor­aus­sicht­lich vom Jahr 2020 an mit Sitz in Lu­xem­burg an den Start ge­hen.

„Das ist ein ganz gro­ßer Schritt zur Ver­tie­fung der Eu­ro­päi­schen Uni­on“, sag­te Bun­des­jus­tiz­mi­nis­ter Hei­ko Maas (SPD/Fo­to: dpa). Schwe­den, die Nie­der­lan­de, Dä­ne­mark, Un­garn, Ir­land, Po­len, Groß- bri­tan­ni­en und Mal­ta be­tei­li­gen sich nicht. Ei­ne spä­te­re Teil­nah­me ist aber mög­lich. Die neue Be­hör­de soll sich zu­nächst Straf­ta­ten mit Be­zug zu EU-Gel­dern wid­men. In ers­ter Li­nie geht es da­bei um grenz­über­schrei­ten­den Mehr­wert­steu­er­be­trug.

Beim Mehr­wert­steu­er­be­trug kau­fen Fir­men Gü­ter in ei­nem an­de­ren Land, oh­ne dass Mehr­wert­steu­er be­rech­net wird. Wenn die Wa­ren dann wei­ter­ver­kauft wer­den, schla­gen die Be­trü­ger die Steu­er auf den Preis auf. An­statt den Be­trag an die Be­hör­den ab­zu­füh­ren, kas­sie­ren sie ihn. Schät­zun­gen zu­fol­ge ent­ge­hen den öf­fent­li­chen Haus­hal­ten da­durch pro Jahr et­wa 50 Mil­li­ar­den Eu­ro.

Hei­ko Maas

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