So­lar­park statt Acker­bau

Um­welt­mi­nis­ter Un­ter­stel­ler will groß­flä­chi­ge An­la­gen för­dern

Bruchsaler Rundschau - - SÜDWESTECHO - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Oli­ver Schma­le

Stutt­gart. Grün-Schwarz setzt auf neue So­lar­parks im Süd­wes­ten. Sie sol­len ver­stärkt auf Acker- und Grün­flä­chen ent­ste­hen. Das er­mög­licht ei­ne neue Ver­ord­nung. Um­welt­mi­nis­ter Franz Un­ter­stel­ler (Grü­ne) star­tet da­mit ei­ne Of­fen­si­ve für mehr So­lar­strom im Süd­wes­ten. „Um noch mehr kos­ten­güns­ti­ge Ener­gie pro­du­zie­ren zu kön­nen, die frei von Treib­haus­ga­sen ist, muss die Er­zeu­gung von So­lar­strom aus­ge­baut wer­den“, sag­te Un­ter­stel­ler in Stutt­gart. Die Er­zeu­gung sei in den ver­gan­ge­nen Jah­ren deut­lich güns­ti­ger ge­wor­den.

Um den Weg für gro­ße So­lar­parks frei­zu­ma­chen, ver­ab­schie­de­te das Ka­bi­nett vor kur­zem ei­ne Ver­ord­nung, da­mit So­lar­parks auf frei­en Flä­chen ge­baut wer­den kön­nen. Das So­lar Clus­ter Ba­den-Würt­tem­berg, ein Zu­sam­men­schluss von ent­spre­chen­den Un­ter­neh­men und For­schungs­ein­rich­tun­gen, un­ter­stützt dies.

Das bun­des­wei­te Er­neu­er­ba­re-Ener­gi­en-Ge­setz (EEG) er­mög­li­che, dass die Län­der Flä­chen teil­wei­se selbst de- fi­nier­ten, die für gro­ße Fo­to­vol­ta­ik­an­la­gen zu­ge­las­sen wer­den sol­len, sag­te Un­ter­stel­ler. Da­bei han­de­le es sich um so­ge­nann­te be­nach­tei­lig­te Ge­bie­te auf Acker- und Grün­flä­chen, al­so Ge­bie­te, die nur un­ter schwie­ri­gen Be­din­gun­gen ge­winn­brin­gend land­wirt­schaft­lich ge­nutzt wer­den könn­ten.

Im Süd­wes­ten ge­be es da­von rund 900 000 Hekt­ar, die durch die kürz­lich ver­ab­schie­de­te Frei­flä­chen­ver­ord­nung in Fra­ge kom­men könn­ten. Das sind den An­ga­ben zu­fol­ge et­wa zwei Drit­tel der land­wirt­schaft­li­chen Nutz­flä­che im Land. Der Mi­nis­ter sag­te, ma­xi­mal sei­en aber nur 200 Hekt­ar pro Jahr zur Nut­zung für neue An­la­gen vor­ge­se­hen. Ob es da­zu kom­me, sei aber noch of­fen. Denn zu­nächst müss­ten die Ge­bie­te von den Kom­mu­nen aus­ge­wie­sen wer­den und zu­dem müs­se so ein neu­es Pro­jekt noch ei­ne bun­des­wei­te Aus­schrei­bung über­ste­hen. „Das ist die wei­te­re Hür­de“, be­ton­te der Grü­nen-Po­li­ti­ker.

Die nächs­te Aus­schrei­bung sol­cher Flä­chen star­tet die­sen Som­mer. Er­bau­er von So­lar­parks müs­sen seit Län­ge­rem bei ei­ner Aus­schrei­bung ge­gen­ein­an­der an­tre­ten. Sie müs­sen an­ge­ben, wie hoch die Sub­ven­ti­on sein soll­te, um ei­nen So­lar­park wirt­schaft­lich be­trei­ben zu kön­nen. „Wer die ge­rings­te För­de­rung be­nö­tigt, kommt letzt­lich zum Zu­ge. Und das Land will sich nun mit sei­nen Flä­chen an den Aus­schrei­bun­gen be­tei­li­gen.“

Im ver­gan­ge­nen Jahr wur­den im Land den An­ga­ben zu­fol­ge 9 780 So­lar­an­la­gen mit ei­ner Leis­tung von 146 Me­ga­watt in­stal­liert. Der Lö­wen­an­teil da­von wa­ren klei­ne An­la­gen und kei­ne grö­ße­ren So­lar­parks.

„Wir müs­sen auch schau­en, wie wir die 8 000 lan­des­ei­ge­nen Ge­bäu­de bes­ser für Fo­to­vol­ta­ik nut­zen“, sag­te Grü­nen-Um­welt­mi­nis­ter Un­ter­stel­ler.

SOLARMODULE SO­WEIT DAS AU­GE REICHT: Rie­si­ge An­la­gen zur Strom­er­zeu­gung aus Son­nen­en­er­gie er­mög­licht ei­ne neue Ver­ord­nung in grö­ße­rer Zahl. Fo­to: Krauf­mann

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