Jaz, Jen, Ma­ma Shel­ter:

Jaz, Jen, Ma­ma Shel­ter: Die neu­en Ho­tel­mar­ken klin­gen nach Rock ’n’ Roll. Was sie drauf­ha­ben, wer dort ab­steigt – wir ge­ben Ori­en­tie­rungs­hil­fe

Business Traveller (Germany) - - Inhalt -

Die neu­en Ho­tel­mar­ken und ih­re Kon­zep­te

glo­ba­ler Ein­heits­look, weg da­mit! De­vo­ter Ser­vice, nein dan­ke! Von der mor­bi­den Graf­fi­ti-Höh­le bis zum läs­si­gen Shab­by Chic ei­ner Wohn­zim­mer-Lob­by: Die neu­en Ho­tel­mar­ken ver­kau­fen sich als sty­li­sche In­spi­ra­ti­ons­zen­tren mit ho­hem Er­leb­nis­fak­tor. Denn der Gast des Mo­ments möch­te über- rascht wer­den. Die Re­de ist von der Ge­ne­ra­ti­on Y, die lang­sam die Ba­by-Boo­mer im Wirt­schafts­le­ben ab­löst. Für die­se Di­gi­tal Na­ti­ves sind nicht nur Kon­nek­ti­vi­tät und Po­wer-WLAN selbst­ver­ständ­lich, son­dern auch Ser­vice auf Au­gen­hö­he. Als Mul­ti­tas­ker er­le­di­gen sie al­les zu­gleich: ar­bei­ten, es­sen, spie­len und chil- len. Aus die­sen Be­dürf­nis­sen sind span­nen­de Ho­tel­kon­zep­te ent­stan­den, die mitt­ler­wei­le nicht nur Mill­en­ni­als an­spre­chen, son­dern je­den, für den ei­ne Her­ber­ge nicht nur aus Bett plus Bad be­steht.

Nyx: Tat­too ge­fäl­lig?

Sty­lisch und un­an­ge­passt kom­men die Nyx Ho­tels da­her. Das ers­te Haus er­öff­ne­te 2016 mit 190 Zim­mern in der Par­ty­me­tro­po­le Tel Aviv. Dort kann der Gast ei­nen Tat­too-Künst­ler wie an­ders­wo den Mas­seur bu­chen. Mit die­ser Li­fe­sty­leMar­ke un­ter­zie­hen sich die Leo­nar­do Ho­tels ei­ner be­ein­dru­cken­den Ver­jün­gungs­kur. An­ge­spro­chen wird ei­ne Kli­en­tel, die hart ar­bei­tet und abends aus­gie­big fei­ert. Herz je­des Ho­tels ist da­her ein Ein­gangs­be­reich mit of­fe­ner Bar und Re­stau­rant, der sich abends in ei­nen coo­len Club für Nacht­schwär­mer ver­wan­delt, denn Nyx ist schließ­lich die grie­chi­sche Göt­tin der Nacht. In punc­to De­sign gleicht kein Haus dem an­de­ren, da je­weils lo­ka­le Künst­ler den eklek­ti­schen Look mit­ge­stal­ten.

Häu­ser: Tel Aviv, Mai­land, Prag 2017: Ma­drid, 2018: Mün­chen Preis: DZ ab 98 Eu­ro oh­ne Früh­stück Web­site: www.leo­nar­do-ho­tels.de

Lyf: Li­ve your Free­dom

„OMG“oder „LOL“(Oh my God bzw. laugh out loud) – für die Ge­ne­ra­ti­on Y

be­steht mo­bi­le Kom­mu­ni­ka­ti­on aus vie­len Akro­ny­men. War­um al­so nicht auch ei­ne Kür­zel­kom­bi für ei­ne neue Ho­tel­mar­ke ver­wen­den? So zu­min­dest hat The As­cott Ltd. ge­dacht. Die Fir­ma aus Sin­ga­pur be­treibt im gro­ßen Stil Ser­viced Re­si­den­ces und rich­tet sich mit Lyf an je­ne Te­chies, Krea­ti­ven und Un­ter­neh­mens­be­ra­ter, die oft mo­nats­wei­se in Me­tro­po­len ver­wei­len, um für Kun­den zu ar­bei­ten. Die­se wach­sen­de Gäs­te­grup­pe wohnt in schi­cken Apart­ments und ent­schei­det, wie viel Ser­vice sie wünscht. Um den küm­mern sich dann so ge­nann­te Lyf Guards, die so jung sind wie ih­re Kund­schaft.

Häu­ser: Pro­to­typ ge­plant in Sin­ga­pur (Er­öff­nung steht noch nicht fest) Web­site: noch kei­ne, In­fos un­ter www.the-as­cott.com

Jaz: Fla­vor Ma­ker und Dream Wea­ver

Loft-Style trifft auf In­dus­tri­al Chic: In Ams­ter­dam hat die Deut­sche Ho­s­pi­ta­li­ty Group 2015 ihr ers­tes De­si­gn­ho­tel mit 258 Zim­mern er­öff­net. Der Mar­ken­na­me ist das Re­sul­tat akri­bi­scher Mar­ken­ana­ly­se und klingt nicht ganz zu­fäl­lig nach Jazz. Mit ei­nem Mix aus „Mu­sic, Food & Art“, laut Wer­be­text be­ste­hend aus Li­ve Acts, au­then­ti­scher Re­gio­nal­kü­che und Events, wird um je­ne hip­pe Kli­en­tel ge­buhlt, die via App mo­bil bucht, ein­checkt und be­zahlt. Um­sorgt wer­den die­se coo­len Gäs­te von nicht min­der coo­len „Fla­vor Ma­kern“(Kü­chen­kräf­te), „En­ter­tai­nern“(Ser­vice) und „Dream Wea­vern“(Haus­da­men), die na­tür­lich nicht in Uni­for­men ste­cken, son­dern T-Shirts und Snea­kers tra­gen.

Häu­ser: Ams­ter­dam, ab 1. Ju­ni 2017: Stutt­gart, bis 2020: zehn Häu­ser ge­plant Preis: DZ ab 136 Eu­ro mit Früh­stück Web­site: www.jaz-ho­tel.com

Ra­dis­son Red: Al­les auf Rot

Das Er­ken­nungs­zei­chen von Re­zi­dors Li­fe­style-Mar­ke Ra­dis­son Red ist im­mer die ro­te Ein­gangs­tür. Im Früh­jahr 2016 er­öff­ne­te das ers­te Haus mit 149 Zim­mern in Brüs­sel. Tren­di­ges Stu­di­ode­sign mit ro­ten Farb­ak­zen­ten, ein of­fe­ner Bar- und Ca­fe­te­ria-Be­reich so­wie rie­si­ge Wand­bil­der und Screens mit ste­tig wech­seln­den In­fos zie­len auf die Di­gi­tal Na­ti­ves ab, die kei­ne Re­zep­ti­on mehr be­nö­ti­gen. Sie che­cken lie­ber on­li­ne ein und aus. Die ei­ge­ne Ho­tel-App über­nimmt die Funk­ti­on des Con­cier­ge. In­fos, Fra­gen, Pro­ble­me – frag dein Smart­pho­ne. Trotz­dem gibt es auch noch Mit­ar­bei­ter aus Fleisch und Blut. Sie nen­nen sich „Red Crea­ti­ves“, ver­rich­ten aber – Gott sei Dank – wei­ter­hin ganz ana­lo­ge Jobs wie et­wa Ti­sche ab­räu­men.

Häu­ser: Brüs­sel, Min­nea­po­lis, Cam­pi­nas (Bra­si­li­en), 14 Ho­tels welt­weit ge­plant Preis: DZ ab 99 Eu­ro oh­ne Früh­stück Web­site: www.ra­dis­son­red.com/de

25hours: Darf’s ein biss­chen läs­si­ger sein?

Die­se klei­ne Ho­tel­ket­te zählt zu den ech­ten Trend­set­tern. Wäh­rend die gro­ßen Bet­ten­kon­zer­ne erst seit Kur­zem auf den Zug der Li­fe­style-Ho­tels auf­sprin­gen, fo­kus­sier­te sich 25hours be­reits vor über zehn Jah­ren auf die sich an­kün­di­gen­den Mill­en­ni­als. Mit Shab­by Chic und Werk­statt­flair be­die­nen die Ho­tels mit je 80 bis 200 Zim­mern je­ne kos­mo­po­li­ti­schen Groß­stadt­no­ma­den, die das mun­te­re Cross­over aus Sti­len und Kul­tu­ren wie ei­nen Co­de le­sen. Lu­xus be­steht für die­se Gäs­te­schicht aus rei­bungs­lo­sem Ser­vice in un­kon­ven­tio­nel­ler, auf je­den Fall aber ent­spann­ter Um­ge­bung. Und ganz wich­tig: Kein Haus gleicht dem an­de­ren.

Häu­ser: Ham­burg (3), Frank­furt (2), Ber­lin, Wi­en, Zü­rich, ab 2017: Mün­chen, Zü­rich, ab 2018: Düs­sel­dorf, Köln, Pa­ris Preis: DZ ab 130 Eu­ro oh­ne Früh­stück Web­site: www.25hours-ho­tels.com

Ma­ma Shel­ter: Hip­pe Höh­le

In Sa­chen Style und Trend ha­ben bei Ma­ma Shel­ter zwei Pro­fis be­reits 2008

ge­zeigt, wie es geht: Ho­te­lier Ser­ge Tri­ga­no, des­sen Pa­pa einst den Club Med er­fand, und Phil­ip­pe St­arck, De­si­gnTau­send­sas­sa und In­nen­ar­chi­tekt der Ian-Schra­ger-Ho­tels. Was ih­nen vor­schweb­te, war ein ent­spann­ter Ort für Krea­ti­ve mit be­schränk­tem Rei­se­bud­get, aber ho­her So­ci­al-Me­dia-Kom­pe­tenz. Das Re­sul­tat ist ei­ne 172 Zim­mer gro­ße Hips­ter-Höh­le mit grau­schwar­zen Graf­fi­ti­wän­den, schwar­zen Fuß­bö­den und ei­nem spär­lich be­leuch­te­ten Bar-Restau- rant-Are­al in­klu­si­ve So­fas zum Flä­zen, ge­mein­sa­men Ess­ti­schen, Tisch­fuß­ball und Bil­lard. Ma­ma wür­de sa­gen: „Bit­te auf­räu­men!“

Häu­ser: Pa­ris, Bor­deaux, Mar­seil­le, Lyon, Los An­ge­les, Rio de Janei­ro, ab 2017: Prag, ge­plant: Bang­kok, Lon­don, Tou­lou­se, Lil­le Preis: DZ ab 130 Eu­ro oh­ne Früh­stück Web­site: www.ma­mas­hel­ter.com

Nhow: Sein oder De­sign

In Mai­land hat De­si­gner Mat­teo Thun ein be­schwing­tes Mo­de­ho­tel ent­wor­fen. In Rot­ter­dam schuf Bau­meis­ter Rem Kool­haas ein küh­les Ar­chi­tek­tur­ho­tel. In Ber­lin durf­te Neo-Pop-De­si­gner Ka­rim Ra­shid das Mu­sik­ho­tel sty­len. Kon­se­quent ver­bin­det NH Ho­tels seit 2006 Li­fe­style mit Lo­ka­li­tät. Für je­des Haus zeich­net ein re­nom­mier­ter Krea­ti­ver ver­ant­wort­lich, je­des Haus hat ei­nen Schwer­punkt, der Be­zug zur Um­ge­bung auf­weist. Das Ber­li­ner Nhow bie­tet bei­spiels­wei­se als ein­zi­ge Her­ber­ge weit und breit per­fekt aus­ge­stat­te­te Ton­stu­di­os für Pro­fi­mu­si­ker. Wer al­so hier ab­steigt,

oben: Nyx – die neue Leo­nar­do-Mar­ke ist so jung wie in­di­vi­du­ell, beim De­sign ge­stal­ten lo­ka­le Künst­ler mit

oben: Nyx ist die grie­chi­sche Göt­tin der Nacht, die Lob­bys avan­cie­ren abends zum Club

ganz un­ten (2): Ra­dis­son Red un­ten: Jaz

oben (2): Ma­ma Shel­ter

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