PRE­MI­UM ECO­NO­MY

Pre­mi­um- Eco­no­my- An­ge­bo­te auf Langstre­cken boo­men, rund 45 Air­lines bie­ten die Kom­fort­klas­se mitt­ler­wei­le an. Ei­ne Aus­wahl

Business Traveller (Germany) - - Inhalt - TEXT AND­RE AS SPAE TH

Kom­fort­klas­se zum Güns­tig­ta­rif

Ei­ne Langstre­cke in Bu­si­ness Class kann hin und zu­rück leicht 4.000 bis 5.000 Eu­ro und mehr kos­ten. Das ist für ei­ni­ge Ge­schäfts­rei­sen­de zu viel, ent­we­der weil es die in den Rei­se­kos­ten-Richt­li­ni­en der Fir­men fest­ge­leg­ten Sät­ze über­schrei­tet oder weil Klein­un­ter­neh­mer und Mit­tel­ständ­ler schlicht ihr Bud­get nicht der­art be­las­ten wol­len. Da­her gibt es seit ei­ni­gen Jah­ren ei­ne neue Zwi­schen­klas­se – die Pre­mi­um Eco­no­my. 1991 führ­te sie die tai­wa­ne- si­sche EVA Air erst­mals ein, bis 2008 hat­ten ge­ra­de mal neun an­de­re Air­lines die Idee über­nom­men. Aber in den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren nahm das Pro­dukt Fahrt auf: „2017 wa­ren es be­reits 42 Ge­sell­schaf­ten, die in Groß­raum­flug­zeu­gen ei­ne Pre­mi­um-Eco­no­my-Ka­bi­ne an­bo­ten“, weiß Ingo Wug­get­zer, Chef des Ka­bi­nen-Mar­ke­tings bei Air­bus. „Das Wachs­tum ist vor al­lem ge­trie­ben von der Ab­sicht, den ‚Kom­fort- Can­yon‘ zu über­win­den, der sich zwi­schen Bu­si­ness und Eco­no­my Class auf­tut“, sagt Wug­get­zer. Für 2018 rech­net der Air­bus-Ex­per­te be­reits mit 45 Air­lines, die die Zwi­schen­klas­se in ih­re Groß­raum­jets ein­ge­baut ha­ben.

Wäh­rend die US-Ge­sell­schaf­ten Ame­ri­can Air­lines und Del­ta ge­ra­de auf den Zug auf­ge­sprun­gen sind, hal­ten sich die gro­ßen Ge­sell­schaf­ten vom Per­si­schen Golf bis­her vor­nehm zu­rück, ob­wohl et­wa Emi­ra­tes mehr­fach er­klär­te, die Ein­füh­rung ei­ner auf­ge­wer­te­ten Eco­no­my Class zu er­wä­gen. In­ter­es­sant ist, dass un­ter den bis­her 42 An­bie­tern auch 13 Bil­lig­flug­ge­sell­schaf­ten sind, die das An­ge­bot als ei­ne Art „Bu­si­ness Class light“nut­zen. Bis heu­te ist nicht ein­heit­lich de­fi­niert, was ein

Pre­mi­um-Eco­no­my-Pro­dukt ge­nau be­inhal­tet. Nicht al­le An­bie­ter ha­ben ei­gens für die­se Klas­se ge­fer­tig­te Sit­ze oder ei­ne auf­ge­wer­te­te Bord­ver­pfle­gung, noch we­ni­ger bie­ten auch Lounge-Nut­zung als Teil des Pa­kets.

Selbst die Sitz­ab­stän­de sind ziem­lich un­ter­schied­lich. Als Stan­dard ha­ben sich hier 38 Zoll (96,5 cm) eta­bliert, den meis­ten Fuß­raum bie­tet aus­ge­rech­net ein Bil­lig­flie­ger – Nor­we­gi­an mit 46 Zoll (117 cm). Low- Cost-Air­lines war­ten manch­mal selbst in­ner­halb des Pre­mi­um-Eco­no­my-Seg­ments mit sehr preis­wer­ten Al­ter­na­ti­ven auf. Bei­spiel: Scoot aus Sin­ga­pur, Güns­tig-Toch­ter von Sin­ga­po­re Air­lines (SIA), fliegt ab 20. Ju­ni von Berlin-Te­gel aus vier­mal wö­chent­lich in den asia­ti­schen Stadt­staat. Scoot of­fe­riert in ih­ren na­gel­neu­en Bo­eing 787-9 auch ei­ne vor­de­re Ka­bi­ne mit Na­men „ Scoo­tBiz“, die ei­ner Pre­mi­um-Eco­no­my­Class ent­spricht. Der Clou: Für Ju­ni wa­ren im Fe­bru­ar noch Hin- und Rück­flug ab 1.300 Eu­ro buch­bar. Wer hin­ge­gen in Pre­mi­um Eco­no­my mit der Mut­ter SIA reist, legt ab Deutsch­land mit rund 2.800 Eu­ro mehr als dop­pelt so viel Geld hin. Ein Bu­si- ness- Class-Ti­cket bie­tet SIA im glei­chen Zei­t­raum ab rund 4.300 Eu­ro.

Ge­ne­rell gilt die Faust­re­gel: Mit län­ge­rer Vor­aus­bu­chungs­frist kann Pre­mi­um Eco­no­my bis zu 85 Pro­zent teu­rer sein als der Eco­no­my-Nor­mal­ta­rif, gleich­zei­tig ist die Zwi­schen­klas­se et­wa 65 Pro­zent güns­ti­ger als der Stan­dard-Bu­si­ness-Ta­rif. Nä­her zum Ab­flug­ter­min sinkt der Auf­schlag auf Eco­no­my dann oft auf nur noch 35 Pro­zent, wäh­rend es ver­blei­ben­de Sit­ze in der Zwi­schen­klas­se als Last-Mi­nu­te-An­ge­bot häu­fig für ge­ra­de mal zehn Pro­zent Zu­schlag ge­gen­über der „Holz­klas­se“gibt. Zehn bis 15 Pro­zent mehr zu zah­len, sei die Pre­mi­um Eco­no­my Class wirk­lich wert, sa­gen Rei­se­ex­per­ten.

AIR CA­NA­DA SITZABSTAND: 94 – 96,5 cm SITZBREITE: 46 – 51 cm SITZNEIGUNG: 18 cm

Pre­mi­um-Eco­no­my-Pas­sa­gie­re von Air Ca­na­da kön­nen am Flug­ha­fen den Fast Track nut­zen, be­kom­men an Bord vor Ab­flug hei­ße Tü­cher und ein Er­fri­schungs­ge­tränk ge­reicht. Wäh­rend des Es­sens gibt es hei­ße Pre­mi­um-Me­nüs auf Por­zel­lan mit Glä­sern und Me­tall­be­steck. Auch Wein, Bier und Spi­ri­tuo­sen sind in­klu­si­ve. Wie bei den meis­ten Air­lines sind zwei Ge­päck­stü­cke à 23 kg frei. In der 787-8 fin­den sich drei Sitz­rei­hen in Pre­mi­um Eco­no­my in 2 – 3 – 2-Kon­fi­gu­ra­ti­on (Eco­no­my 3 – 3 – 3), die gut ge­stal­te­te Ka­bi­ne fühlt sich ge­räu­mig an und bie­tet aus­rei­chend Bein­frei­heit. Die Bild­schir­me in den Rü­cken­leh­nen sind mit elf Zoll Dia­go­na­le rund fünf Zen­ti­me­ter grö­ßer als in Eco­no­my, Uni­ver­sal­steck­do­sen gibt es an je­dem Sitz. Fuß­stüt­zen ma­chen die Sit­ze für durch­schnitt­lich groß ge­wach­se­ne Pas­sa­gie­re kom­for­ta­bler.

Vom Sitzabstand bis zur Bord­un­ter­hal­tung – 17 Air­lines und ih­re An­ge­bo­te im Über­blick:

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