KLA­RE KAN­TE

Klar­heit, Struk­tur und Ord­nung – so das Cre­do von Ar­chi­tekt Bas­ti­an Grell. Die­ses Ein­fa­mi­li­en­haus in Ham­burg ist das bes­te Bei­spiel da­für.

Casa Deco - - Inhalt - TEXT LUIT­GARD AUS­BURG • FOTOS KANTWEG

Die Bau­haus­vil­la von Ar­chi­tekt Bas­ti­an Grell über­zeugt mit ed­lem Pu­ris­mus

A rchi­tekt Bas­ti­an Grell stand bei die­sem Pro­jekt im Wes­ten Ham­burgs vor ei­ner be­son­de­ren Her­aus­for­de­rung.

„Das eher klei­ne Grund­stück mit ei­ner re­la­tiv dich­ten, he­te­ro­ge­nen Be­bau­ung rings her­um, macht die Pla­nung et­was kniff­li­ger. Un­ser An­spruch war es, trotz al­lem ei­ne ge­wis­se In­ti­mi­tät und Weit­läu­fig­keit zu schaf­fen.“Die Bau­her­ren – ei­ne vier­köp­fi­ge Fa­mi­lie – wuss­ten ganz ge­nau, was sie woll­ten: ein Ein­fa­mi­li­en­haus im Stil der klas­si­schen Mo­der­ne, in ei­ner schlich­ten, kla­ren Ar­chi­tek­tur­spra­che. In Bas­ti­an Grell und sei­ner Fir­ma Kantweg, ei­nem Un­ter­neh­men, das an­spruchs­vol­le Ar­chi­tek­tur und pro­fes­sio­nel­les Bau­en aus ei­ner Hand an­bie­tet, fan­den sie den rich­ti­gen Part­ner. Bas­ti­an Grells Idee, die der Gestal­tung zu Grun­de lag, war die Um­set­zung ei­nes un-ein­seh­ba­ren Atri­ums nach Sü­den hin. „Die­ser In­nen­hof lässt ei­nen in­ti­men Raum ent­ste­hen“, kom­men­tiert der Ar­chi­tekt sei­ne Vor­stel­lung. „So er­ge­ben sich groß­zü­gi­ge Blick­ach­sen und die Ge­bäu­de­flü­gel kom­mu­ni­zie­ren mit­ein­an­der.“Ein

wei­te­rer Plus­punkt: die groß­zü­gi­ge Ver­gla­sung, die das Son­nen­licht ins Haus strö­men lässt und die Über­gän­ge zwi­schen in­nen und au­ßen auf­zu­lö­sen scheint. Die aus­ge­wähl­ten Ma­te­ria­li­en – strah­lend wei­ße Putz­fas­sa­de und dunk­le Fens­ter­rah­men – spie­geln den kla­ren, raf­fi­nier­ten Grund­riss wi­der.

ZEIT­LOS UND EDEL

Die Haupt­le­bens­räu­me der Fa­mi­lie grup­pie­ren sich um den ge­schütz­ten In­nen­hof her­um. Der Grund­riss ist of­fen und flie­ßend ge­hal­ten, die Räu­me sind aber so an­ge­ord­net, dass klar de­fi­nier­te Zo­nen ent­ste­hen. Pas­send zum be­tont re­du­zier­ten Cha­rak­ter des Hau­ses ent­schie­den sich die Be­sit­zer für ei­ne grifflo­se Kü­che von bult­haup, die sich har­mo­nisch ins Am­bi­en­te in­te­griert. Fuß­bö­den aus Ei­che und Na­tur­stein ver­strö­men zeit­lo­se Ele­ganz. Am Ess­tisch, ei­ner ex­tral­an­gen Ta­fel ha­ben vie­le Freun­de und Gäs­te Platz, der Lam­pen­klas­si­ker „OH 9“von Tobias Grau rückt ihn ins rech­te Licht. Als Raum­tei­ler zwi­schen Ess- und Wohn­zim­mer dient ein Ka­min, in ei­ner Wand­ni­sche kann prak­ti­scher­wei­se gleich das Brenn­holz un­ter­ge­bracht

wer­den. Vom Wohn­zim­mer mit Bü­cher­wand und mit­tig plat­zier­tem So­fa geht es hin­aus auf ei­ne son­ni­ge Ter­ras­se. Ei­ne Trep­pe aus Voll­holz führt ins Ober­ge­schoss des 140 Qua­drat­me­ter gro­ßen Hau­ses. Dort be­fin­den sich – ganz klas­sisch – die bei­den Kin­der­zim­mer, das El­tern­schlaf­zim­mer, ein An­klei­de­zim­mer so­wie die Bä­der.

MIT BLICK INS GRÜNE

Auf­grund der bau­recht­li­chen Vor­schrif­ten, die ei­ne Ein­ge­schos­sig­keit vor­sa­hen, ließ sich Ar­chi­tekt Bas­ti­an Grell im obe­ren Trakt et­was ganz Be­son­de­res ein­fal­len: Das El­tern­schlaf­zim­mer öff­net sich dank gro­ßer Fens­ter­for­ma­te zu ei­ner groß­zü­gi­gen, weit­läu­fi­gen Dach­ter­ras­se – ein ech­tes High­light, das den Blick in den Gar­ten und den Him­mel er­mög­licht. Die Fa­mi­lie ge­nießt das Woh­nen im neu­en Haus mit al­len Sin­nen und freut sich über die Pri­vat­sphä­re, die ihr das Atri­um schenkt. Und auch Bas­ti­an Grell ist mit sei­ner Ar­beit mehr als zu­frie­den: „Wir ha­ben zu­sam­men mit den Bau­her­ren un­ser Ziel er­reicht. Das Flach­dach­haus mit sei­ner kla­ren, schlich­ten Ar­chi­tek­tur­spra­che weckt durch sei­ne raf­fi­nier­ten De­tails die Neu­gier­de. Auch auf den zwei­ten Blick wirkt es noch über­aus an­spre­chend und über­zeu­gend.“

PRI­VAT­SPHÄ­RE Die Grund­idee der Gestal­tung war ein un­ein­seh­ba­rer In­nen­hof nach Sü­den. Die Holz­ter­ras­se dient als Out­door-Ess­zim­mer.

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