Das Le­ben von Hei­kes Mör­der

Chemnitzer Morgenpost - - FRONT PAGE -

ZWI­CKAU - Hel­mut S. (61) sitzt mit ge­senk­tem Kopf auf der An­kla­ge­bank. Oh­ne sicht­ba­re Re­gung lauscht er den Wor­ten von Rich­ter Klaus Hart­mann (57). Der lis­tet chro­no­lo­gisch Sta­tio­nen ei­nes ver­pfusch­ten Le­bens auf. Des Le­bens von Hel­mut S.

Die­ser muss sich vor dem Zwi­ckau­er Land­ge­richt ver­ant­wor­ten, an­ge­klagt des Mor­des und der Ver­ge­wal­ti­gung der zum Tat­zeit­punkt 18-jäh­ri­gen Heike Wun­der­lich. Sie starb im April 1987 auf grau­sa­me Wei­se, er­dros­selt mit ih­rer ei­ge­nen Un­ter­wä­sche.

Am gest­ri­gen Ver­hand­lungs­tag gab es ei­nen Ein­blick in das Le­ben des Hel­mut S., der 1955 in Zwi­ckau ge­bo­ren wur­de. Die Schu­le ver­ließ er schon nach der 8. Klas­se, spä­ter er­lern­te er die Teil­be­ru­fe Gleis­bau­er und Schlach­ter. In Plau­en ar­bei­te­te er als Kr­an­fah­rer. Kon­stan­te Be­glei­ter schon da­mals: Bier und Schnaps.

Mehr­mals muss­te er sich vor DDR-Ge­rich­ten ver­ant­wor­ten. „Uner­laub­tes Be­nut­zen von Kraft­fahr­zeu­gen, Be­lei­di­gung, Dieb­stahl, Grenz­ver­let­zung, Kör­per­ver­let­zung - und se­xu­el­le Nö­ti­gung“, liest Rich­ter Hart­mann vor. Mehr­fach saß S. des­we­gen auch im Knast oder be­kam Be­wäh­rungs­stra­fen. Zwi­schen­durch rap­pel­te er sich im­mer mal wie­der auf, blieb un­auf­fäl­lig, mach­te sei­ne Ar­beit - um dann in al­te Ver­hal­tens­mus­ter zu­rück­zu­fal­len.

Die Ver­hand­lung wird am Mon­tag mit der An­hö­rung von Zeu­gen fort­ge­setzt. Frank Har­nack

Hel­mut S. (61), der An­ge­klag­te im Pro­zess um den Mord an Heike Wun­der­lich, ge­riet oft mit dem Ge­setz in Kon­flikt. Das Land­ge­richt in Zwi­ckau. Hier wird der Pro­zess um den Mord an Heike Wun­der­lich neu auf­ge­rollt.

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