Im Dun­keln tap­pen

Chemnitzer Morgenpost - - CHEMNITZ - Von Mar­tin Frie­de­mann

Chem­nitz zieht an“ist ein mehr oder we­ni­ger er­folg­rei­ches Mot­to, um Fach­kräf­te und jun­ge Men­schen in die Stadt zu lo­cken. Die kom­men auch schon zu uns: Wie u.a. Seh­be­hin­der­te, die beim SFZ ih­re Aus­bil­dung ma­chen oder in ei­ner Fir­ma ar­bei­ten. Chem­nitz soll­te sie aber nicht im Dun­keln tap­pen las­sen, vor al­lem bei Spät- und Nacht­schich­ten.

Ein Schritt nach vorn sind die Ril­len auf den Bür­ger­stei­gen an der Zen­tral­hal­te­stel­le: Wenn ein (Blin­den-)Stock dar­über glei­tet, kön­nen sich Seh­be­hin­der­te an den Ge­räu­schen ori­en­tie­ren. Wie an ent­spre­chend um­ge­rüs­te­ten Am­peln.

Dar­aus er­ge­ben sich aber auch Pro­ble­me. Ers­tens: In Wohn­ge­bie­ten sind die hör­ba­ren Si­gnal­ge­ber nachts un­an­ge­bracht. Zwei­tens: Wenn Am­peln für Au­to­fah­rer und an­de­re „grö­ße­re“Ver­kehrs­teil­neh­mer abends und nachts au­ßer Be­trieb sind, ist auch ei­ne für Seh­be­hin­der­te op­ti­mier­te An­la­ge sinn­los.

Viel bes­ser ist ein er­schwing­li­cher, bar­rie­re­frei­er und gut ge­tak­te­ter öf­fent­li­cher Nah­ver­kehr. Das könn­te Seh- und an­de­ren Be­hin­der­ten den All­tag rich­tig er­leich­tern.

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