Gau­land for­dert Rie­sen-Em­pö­rung über AfD-Spit­zen­kan­di­da­ten Stolz auf Wehr­macht

Chemnitzer Morgenpost - - POLITIK -

BERLIN - Die Pro­vo­ka­tio­nen ge­hen wei­ter: AfD-Spit­zen­kan­di­dat Alex­an­der Gau­land (76) will ei­nen Schluss­strich un­ter die Ver­bre­chen der Na­zi-Ver­gan­gen­heit zie­hen und lobt die deut­sche Wehr­macht.

„Ja, wir ha­ben uns mit den Ver­bre­chen der zwölf Jah­re aus­ein­an­der­ge­setzt. Und, lie­be Freun­de, wenn ich mich in Eu­ro­pa um­gu­cke: Kein an­de­res Volk hat so deut­lich mit ei­ner fal­schen Ver­gan­gen­heit auf­ge­räumt wie das P ro­vo­zie­ren, Pö­beln, Pro­pa­gie­ren - die Wahl­kampf- und Po­lit-Stra­te­gie der Rechts­au­ßen von der AfD ist hin­läng­lich be­kannt. Ei­ne ganz ei­ge­ne In­ter­pre­ta­ti­on der deut­schen Na­zi-Ver­gan­gen­heit ge­hört da­zu. Mit sei­nen Äu­ße­run­gen über die Wehr­macht wan­delt Gau­land auf den Spu­ren des von ihm ho­fier­ten Thü­rin­ger Rechts­ex­tre­men Björn Hö­cke, der zu Jah­res­be­ginn in ei­ner Re­de ei­ne „er­in­ne­rungs­po­li­ti­sche Wen­de um 180 Grad“im Ge­schichts­ver­ständ­nis in Deutsch­land ge­for­dert hat­te. D er Wunsch, die NS-His­to­rie an­ders dar­zu­stel­len, be­ruht auf ei­nem rech­ten Trau­ma, ei­ner Art Zwangs­vor­stel­lung: Es ist aber schon lan­ge nicht mehr so, wie eben in die­sem Spek­trum be­fürch­tet und be­grün­det, dass der Rest der Welt uns Deut­schen stän­dig die­ses dunk­le Ka­pi­tel un­se­rer Ge­schich­te vor­hält. An­de­rer­seits heißt das nicht, dass die Ver­bre­chen die­ser Zeit aus der Er­in­ne­rung und ei­nem mah­nen­den Ge­den­ken ge­tilgt wer­den dür­fen. deut­sche“, sag­te Gau­land in ei­nem im In­ter­net ver­brei­te­ten Vi­deo. „Man muss uns die­se zwölf Jah­re jetzt nicht mehr vor­hal­ten. Sie be­tref­fen un­se­re Iden­ti­tät heu­te nicht mehr. Und das spre­chen wir auch aus.“

Das Vi­deo fin­det sich im AfD-YouTube-Ka­nal. Es zeigt ei­ne Re­de Gau­lands am 2. Sep­tem­ber beim so­ge­nann­ten Kyff­häu­ser-Tref­fen der rechts­na­tio­na­len AfD-Grup­pie­rung „Der Flü­gel“. Die­se war 2015 von den Lan­des-Chefs der AfD in Thü­rin­gen und Sach­sen-An­halt, Björn Hö­cke (45) und An­dré Pog­gen­burg (42), ins Le­ben ge­ru­fen wor­den.

Gau­land wei­ter: „Und des­halb, lie­be Freun­de, ha­ben wir auch das Recht, uns nicht nur un­ser Land, son­dern auch un­se­re Ver­gan­gen­heit zu­rück­zu­ho­len. Wenn die Fran­zo­sen zu Recht stolz auf ih­ren Kai­ser sind und die Bri­ten auf Nel­son und Chur­chill, ha­ben wir das Recht, stolz zu sein auf die Leis­tun­gen deut­scher Sol­da­ten in zwei Welt­krie­gen.“

SPD-Frak­ti­ons-Chef Tho­mas Op­per­mann (63) em­pört: „Es fehlt mir je­de Vor­stel­lungs­kraft, wie man auf Mil­lio­nen To­te, bar­ba­ri­sche Kriegs­ver­bre­chen und ei­ne Zer­stö­rung von ganz Eu­ro­pa auch nur an­satz­wei­se stolz sein kann.“Grü­nen-Chef Cem Öz­de­mir (51): „Die­se Par­tei ist kei­ne nor­ma­le de­mo­kra­ti­sche Par­tei, in ih­ren Rei­hen fin­det sich rechts­ex­tre­me Ideo­lo­gie bis hin zur Spit­ze.“

Hält die AfD-Füh­rung für ras­sis­tisch und will die Rechts­po­pu­lis­ten be­ob­ach­ten las­sen: SPD-Chef Schulz (61). Mit Rechts-Rhe­to­rik auf Stim­men­fang: AfD-Po­li­ti­ker Gau­land (76) will ei­nen Schluss­strich un­ter die Be­wäl­ti­gung der NS-Ver­gan­gen­heit zie­hen.

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