Staat muss Mie­te nicht voll über­neh­men

Hartz-IV-Ur­teil

Chemnitzer Morgenpost - - POLITIK -

KARLSRUHE - Hartz-IVEmp­fän­ger ha­ben nach ei­nem neu­en Ur­teil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts kei­nen An­spruch auf die vol­le Über­nah­me ih­rer Miet- und Heiz­kos­ten. Wer Ar­beits­lo­sen­geld II be­zieht, er­hält zwar Geld vom Job­cen­ter, al­ler­dings nur in an­ge­mes­se­ner und so­mit auch be­grenz­ter Hö­he.

Da­ge­gen hat­te ei­ne Hartz-IV-Be­zie­he­rin aus Frei­burg ge­klagt, die seit 2005 al­lein in ei­ner 77 Qua­drat­me­ter gro­ßen Woh­nung lebt. Zu­nächst hat­te das zu­stän­di­ge Job­cen­ter die Mie­te (642 Eu­ro) voll- stän­dig, ab 2008 nur noch teil­wei­se (439 Eu­ro) über­nom­men.

Vor den So­zi­al­ge­rich­ten schei­ter­te die Frau mit ih­rer Kla­ge auf Über­nah­me der tat­säch­li­chen Un­ter­kunfts­kos­ten. Sie leg­te dar­auf­hin Ver­fas­sungs­be­schwer­de ein. Be­grün­dung: Sie se­he ihr Grund­recht auf ein men­schen­wür­di­ges Exis­tenz­mi­ni­mum ver­letzt.

Karlsruhe ent­schied aber: Das Job­cen­ter hat sich an den Mie­ten für ver­gleich­ba­re Woh­nun­gen im „un­te­ren Preis­seg­ment“am Wohn­ort der Klä­ge­rin zu Recht ori­en­tiert.

Die Agen­tur für Ar­beit muss Hartz-IV-Emp­fän­gern nicht je­de Woh­nung be­zah­len.

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