Ge­wag­te Kunst

Chemnitzer Morgenpost - - CHEMNITZ - Von Yvon­ne Fried­rich

F ür die ei­nen ist der Son­nen­berg das „Schmud­del­kind“in der Fa­mi­lie der Chem­nit­zer Quar­tie­re - arm, schä­big, zwie­lich­tig, aso­zi­al. An­de­re hal­ten ihn für den in­ter­es­san­tes­ten Stadt­teil - kie­zig, bunt, un­kon­ven­tio­nell, ein Ort, an dem un­ter­schied­lichs­te Men­schen zu­sam­men le­ben. Ir­gend­wo da­zwi­schen liegt die Rea­li­tät.

U nd zu der ge­hört auf dem Son­nen­berg auch die Pro­sti­tu­ti­on. Sie tritt kaum öf­fent­lich zu­ta­ge. Ver­bor­gen in Woh­nun­gen führt sie ein Schat­ten­da­sein. Dar­um fällt es leicht, sie zu igno­rie­ren. Wer will so was schon wis­sen?

E ine Grup­pe jun­ger Kul­tur­ma­cher will’s sehr wohl wis­sen. Weil sie sel­ber auf dem Son­nen­berg le­ben und ar­bei­ten, ist die Pro­sti­tu­ti­on für sie all­ge­gen­wär­tig. Auch wenn’s kei­ner se­hen, ge­schwei­ge denn dar­über re­den will.

D ar­um wa­gen sie sich auf ei­ge­ne Faust an das Ta­bu­the­ma, be­leuch­ten es mit künst­le­ri­schen Mit­teln - li­te­ra­risch, sze­nisch, fo­to­gra­fisch. Da­bei wol­len sie we­der pro­vo­zie­ren noch wer­ten.

V iel­mehr zei­gen sie, dass auch das äl­tes­te Ge­wer­be der Welt zu Chem­nitz ge­hört. Seit 875 Jah­ren.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.