Schmut­zi­ges Ge­schäft

Chemnitzer Morgenpost - - CHEMNITZ - Von Tors­ten Schil­ling

G ei­ßeln der Mensch­heit hei­ßen so, weil sie nicht so leicht klein­zu­krie­gen sind. Auch in Chem­nitz sind Ge­schlechts­krank­hei­ten auf dem Vor­marsch - wie­der. Aids ist zwar nicht heil­bar, aber mit der rich­ti­gen Be­hand­lung lebt Mann oder Frau auch mit HIV noch lan­ge nach der An­ste­ckung wei­ter. Der Leicht­sinn greift um sich. Das Kon­dom bleibt zu oft in der Hül­le.

V ie­le Pro­sti­tu­ier­te aus Ost­eu­ro­pa sind aus „wirt­schaft­li­chen Grün­den“hier, wie es von of­fi­zi­el­ler Sei­te ger­ne heißt. Ar­mut treibt sie in die Hän­de win­di­ger Zu­häl­ter, die al­les ab­ver­lan­gen. Da­zu kom­men Frei­er, die mei­nen, mit Geld al­les ha­ben zu kön­nen - auch „al­les oh­ne“.

D ie Po­li­tik hat es wie so oft gut ge­meint und schlecht ge­macht. Das Pro­sti­tu­ier­ten­schutz­ge­setz ist ein zahn­lo­ser Ti­ger. Der Stadt­ord­nungs­dienst müss­te nicht nur Rausch­gift­dea­ler im Stadt­hal­len­park ja­gen, son­dern eben auch Frei­ern im Rot­licht auf die Fin­ger schau­en. Das Ge­sund­heits­amt kann be­ra­ten. Mehr aber auch nicht. Und so bleibt das äl­tes­te Ge­wer­be der Welt, was es im­mer schon war: ein schmut­zi­ges Ge­schäft.

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