So soll Sach­sen die In­te­gra­ti­on der Flücht­lin­ge schaf­fen

Chemnitzer Morgenpost - - SACHSEN - Von Se­bas­ti­an Tan­gel

DRES­DEN - Der­zeit le­ben in Sach­sen fast 24 000 Flücht­lin­ge. Die teils chao­ti­schen Ta­ge der über­stürz­ten Erst­auf­nah­men des Jah­res 2015 sind längst vor­bei. Jetzt geht es für Sach­sen dar­um, für In­te­gra­ti­on der An­kömm­lin­ge zu sor­gen - und gleich­zei­tig um Ak­zep­tanz bei den Sach­sen zu wer­ben. In­te­gra­ti­ons­mi­nis­te­rin Pe­tra Köp­ping (59, SPD) hat da­zu ges­tern in ei­ner Re­gie­rungs­er­klä­rung im Land­tag ein Maß­nah­men­pa­ket vor­ge­stellt.

Der Na­me klingt höl­zern: Fort­schrei­bung des „Zu­wan­de­rungs- und In­te­gra­ti­ons­kon­zepts“, kurz „ZIK II“- die Wei­ter­ent­wick­lung des ers­ten ZIK von 2012. Fol­gen­de Maß­nah­men sind un­ter an­de­rem ge­plant:

• Aus­bau von „Will­kom­mens­ki­tas“zur Auf­nah­me und In­te­gra­ti­on von Flücht­lings­kin­dern.

• Auf­bau wei­te­rer Vor­be­rei­tungs­klas­sen für Kin­der im Schul­al­ter. • För­de­rung eh­ren­amt­li­cher Sprach­kur­se. • Kur­se für Asyl­su­chen­de über 18, um sie fit für ei­ne Lehr­stel­le zu ma­chen.

Die Mi­nis­te­rin ap­pel­lier­te da­bei an den Zu­sam­men­halt der Sach­sen, warn­te aber gleich­zei­tig: „Oh­ne grund­sätz­li­che Ak­zep­tanz durch die Men­schen, die hier schon le­ben, wer­den es staat­li­che Maß­nah­men schwer ha­ben.“

Sach­sens Aus­län­der­be­auf­trag­ter Geert Ma­cken­roth (68, CDU) mahn­te in „Zei­ten po­pu­lis­ti­scher Pa­nik­ma­che“zu un­auf­ge­reg­ter Be­son­nen­heit.

Die mit an­ge­spro­che­ne AfD hat­te zum Kon­zept selbst we­nig bei­zu­tra­gen, re­de­te von „zu­wan­de­rungs­ver­rück­ten Alt­par­tei­en“, von de­nen sich „die Be­völ­ke­rung“an­geb­lich be­tro­gen füh­le.

Der­zeit le­ben im Frei­staat 175 301 Aus­län­der. Das sind 4,3 Pro­zent al­ler Sach­sen, der Bun­des­durch­schnitt liegt bei 11 Pro­zent. Der über­wie­gen­de Teil der Nicht-Deut­schen kommt aus Län­dern der EU, nur ein Bruch­teil (23 898) sind Asyl­be­wer­ber.

We­gen tech­ni­schen De­fekts: Die Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten muss­ten ges­tern ei­ne St­un­de auf die Er­öff­nung der Sit­zung war­ten.

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