TEST: RO­LEX OYS­TER PER­PE­TU­AL 39

Chronos - - In­halt - TEXT: JENS KOCH FO­TOS: NIK SCHÖL­ZEL

Zeit­ge­mä­ße Grö­ße, aus­ge­wo­ge­nes De­sign, ak­tu­ells­te Werk­ge­ne­ra­ti­on: Ist das neue Ba­sis­mo­dell von Ro­lex die per­fek­te Uhr?

Ro­lex hat ein neu­es Ein­stiegs­mo­dell prä­sen­tiert: die OYS­TER PER­PE­TU­AL 39. Die sport­lich-ele­gan­te Uhr mit Ide­al­ma­ßen lässt sich zu al­lem tra­gen.

Ist sie die per­fek­te Uhr, wenn man nur ei­ne be­sit­zen möch­te?

Das Ma­nu­fak­tur­ka­li­ber der Te­stuhr gilt un­ter Uhr­ma­chern als BES­TES AU­TO­MA­TIK­WERK auf dem Markt und ist äu­ßerst be­liebt.

Viel­leicht geht es Ih­nen auch so: Manch­mal wünscht man sich ei­ne Uhr, die man im­mer tra­gen kann. Die zu al­lem passt. Die nicht auf­fäl­lig ist, aber trotz­dem Cha­rak­ter be­sitzt. Ei­ne Uhr, die es er­laubt, die Su­che nach wei­te­ren Uh­ren ein­zu­stel­len, die Sie Ih­re vir­tu­el­le Wun­sch­lis­te ver­ges­sen lässt und die es er­mög­licht, je­de at­trak­ti­ve Neu­er­schei­nung ge­las­sen zur Kennt­nis zu neh­men. Kann die Oys­ter Per­pe­tu­al so ei­ne „Exit­watch“sein?

Im De­sign kommt sie dem Ide­al schon sehr na­he: Mit ih­rem sport­lich-ele­gan­ten Auf­tre­ten passt sie zum An­zug eben­so wie zum Po­lo­shirt. Die neue Grö­ße von 39 Mil­li­me­tern stellt sich als eben­so per­fekt her­aus: Für na­he­zu al­le Hand­ge­len­k­um­fän­ge pas­send und nicht zu auf­fäl­lig.

Die For­men von Zei­gern und In­de­xen so­wie das Ge­häu­se fol­gen dem be­lieb­ten Da­te­just-de­sign. Span­nend wird es durch die klei­nen blau­en Blö­cke bei den St­un­den­in­de­xen. Zu­sam­men mit dem an­thra­zit­far­be­nen Zif­fer­blatt mit Son­nen­schliff er­gibt sich ei­ne ge­lun­ge­ne Farb­kom­bi­na­ti­on, die mo­dern und ele­gant wirkt, aber auch be­son­ders.

GLÄ­SER­NE KRO­NE

Das Ge­häu­se mit den sanft ge­schwun­ge­nen Band­an­stö­ßen und der brei­ten Lü­net­te um das Glas sieht har­mo­nisch aus. Al­le Flä­chen bis auf die Ober­sei­te der Band­an­stö­ße sind po­liert. Das fla­che Sa­phirglas ragt, wie fast im­mer bei Ro­lex, über das Ge­häu­se hin­aus, ist aber nach au­ßen hin et­was ab­ge­schrägt, so­dass Schlä­ge ab­ge­lenkt wer­den. Als Echt­heits­nach­weis die­nen die bei der Sechs in das Sa­phirglas ein­ge­laser­te Ro­lex-kro­ne und der Me­tall­ring um das Zif­fer­blatt mit den Ro­lex-schrift­zü­gen, der Ro­lex-kro­ne bei der Zwölf und der Se­ri­en­num­mer bei der Sechs.

Das fla­che, nicht ent­spie­gel­te Sa­phirglas för­dert die Ables­bar­keit nicht ge­ra­de. Im Dun­keln er­leich­tert Leucht­mas­se auf den Zei­gern und den drei In­de­xen bei drei, sechs und neun Uhr die Ori­en­tie­rung. Ein Da­tum gibt es nicht. Das sorgt zwar für ein auf­ge­räum­tes Zif­fer­blatt, wird aber von ei­ni­gen In­ter­es­sen­ten ver­misst wer­den. Für die­se Men­schen bie­tet Ro­lex die Da­te­just an. Die gibt es in 36 und 41 Mil­li­me­tern und stets mit der ty­pi­schen Da­tums­lu­pe und ei­nem deut­lich hö­he­rem­preis.

Bei ei­ner Exit­watch müs­sen auch De­tails wie die Be­die­nung stim­men. Die ge­stal­tet sich dank des feh­len­den Da­tums bei der Oys­ter Per­pe­tu­al 39 be­son­ders ein­fach: Die Kro­ne lässt sich leicht ver­schrau­ben und be­sitzt nur zwei Po­si­tio­nen – zum Auf­zie­hen und für die Zei­ger­stel­lung. Da­bei er­leich­tert ein Se­kun­den­stopp, der die Un­ruh und da­mit auch die Zei­ger an­hält, ein se­kun­den­ge­nau­es Ein­stel­len.

Das Lo­go auf der Auf­zugs­kro­ne, die Ro­lex-kro­ne mit ei­nem Strich dar­un­ter, steht für die Twin­lo­ckKro­ne. Mit 100 Me­tern ist die Oys­ter Per­pe­tu­al 39 für ei­ne sport­lich-ele­gan­te Uhr aus­rei­chend was­ser­dicht und so all­tags­taug­lich, wie man das von ei­ner Exit­watch er­war­tet.

Gut ge­schützt un­ter dem ver­schraub­ten Voll­ge­win­de­bo­den ar­bei­tet das Ka­li­ber 3132. Es un­ter­schei­det sich durch die Pa­rach­romSpi­ral­fe­der und die Pa­raf­lex-stoß­si­che­rung vom Vor­gän­ger 3130, der noch die klei­ne­ren Mo­del­le mit 36 und 34 Mil­li­me­tern an­treibt. Es ba­siert auf dem be­kann­ten Ka­li­ber 3135 mit Da­tum, das in Sub­ma­ri­ner und Da­te­just tickt.

Die­se Ro­lex-ma­nu­fak­tur­ka­li­ber sind ei­ne gu­te Wahl, wenn man nur

ei­ne Uhr be­sitzt, denn sie gel­ten un­ter Uhr­ma­chern als bes­te Au­to­ma­tik­wer­ke auf dem Markt. Das liegt an der ro­bus­ten und auf Lang­zeit­halt­bar­keit aus­ge­leg­ten Kon­struk­ti­on, die zu­dem ein sehr ge­nau­es Ein­re­gu­lie­ren er­laubt. So er­setzt ei­ne ro­bus­te Un­ruh­brü­cke den üb­li­chen ein­sei­tig ge­la­ger­ten Un­ruh­klo­ben. Die Hö­hen­luft der Un­ruh lässt sich über zwei Rän­del­schrau­ben ein­stel­len. Die Bre­guet-end­kur­ve der Spi­ral­fe­der sorgt eben­so für Prä­zi­si­on in al­len Le­bens­la­gen wie die rück­erfreie Fein­re­gu­lie­rung über Mi­cro­stel­laMut­tern an der Un­ruh. Die rot elo­xier­ten Wech­sel­rä­der der Au­to­ma­tik­grup­pe mi­ni­mie­ren die Rei­bung.

Bei der Oys­ter Per­pe­tu­al 39 kommt die Ro­lex-ei­ge­ne blaue Pa­rachrom-spi­ral­fe­der zum Ein­satz. Sie be­steht aus ei­ner Ni­ob-zir­ko­ni­um­Le­gie­rung und wird nicht von Ma­gnet­fel­dern be­ein­flusst. Zu­dem soll sie Er­schüt­te­run­gen bis zu zehn­mal bes­ser stand­hal­ten als kon­ven­tio­nel­le Spi­ral­fe­dern. Stö­ße kann auch die von Ro­lex ent­wi­ckel­te Pa­raf­lexStoß­si­che­rung bes­ser ab­fan­gen.

UN­SICHT­BA­RE SCHÖN­HEIT

Das Werk über­zeugt aber nicht nur kon­struk­tiv: Auch die De­ko­ra­tio­nen kön­nen sich se­hen las­sen. So zeigt der Ro­tor mit den Ro­lex-ty­pi­schen Durch­brü­chen genau­so wie die Au­to­ma­tik­brü­cke ei­nen Son­nen­schliff. An­de­re Brü­cken tra­gen Per­la­ge, al­so ei­nen Wölk­chen­schliff. Al­le Brü­cken und Pla­ti­nen sind rho­di­niert, die Kan­ten wur­den ge­bro­chen und po­liert. Schön se­hen auch die po­lier­ten Schrau­ben­köp­fe aus. Scha­de, dass Ro­lex kei­nen Glas­bo­den ver­baut. Ne­ben dem schö­nen Ein­blick in die Mecha­nik wür­de er auch Fäl­schern die Ar­beit deut­lich er­schwe­ren. Ob man bei sei­ner Exit­watch auf ein sicht­ba­res Werk ver­zich­ten kann, muss je­der für sich ent­schei­den.

Bei den Gang­wer­ten sieht man sehr gut, wel­che fünf Po­si­tio­nen Ro­lex re­gu­liert: Oh­ne den Aus­rei­ßer in der sel­te­nen La­ge „Kro­ne links“, die Chro­nos im­mer mit­misst, wä­ren die Wer­te fast per­fekt. An­de­rer­seits kommt die Uhr so auf ei­ne er­rech­ne­te mitt­le­re Ab­wei­chung von null Se­kun­den am Tag. In je­dem Fall sind die Wer­te für ei­ne Aus­stiegs­uhr aus­rei­chend.

Und wie sieht es mit dem Preis aus? Auch der spricht für die Oys­ter Per­pe­tu­al 39 als Exit­watch. Sie stellt mit 4900 Eu­ro den güns­tigs­ten Ein­stieg in die Welt der Her­ren­uh­ren von Ro­lex dar. Für die Da­te­just II mit Da­tum und 41 Mil­li­me­tern Durch­mes­ser muss man mit 6150 Eu­ro deut­lich mehr be­zah­len. Das Preis-leis­tungs-ver­hält­nis der Te­stuhr ist das bes­te al­ler Ro­lex-mo­del­le.

Die Exit­watch ist na­tür­lich ei­ne Le­gen­de: Es gibt sie nicht wirk­lich. Nicht, weil es kei­ne per­fek­te Uhr ge­ben kann, son­dern weil man sich im­mer wie­der in ei­ne an­de­re Uhr ver­liebt und ihr nach­stellt, bis man sie be­sitzt. Wenn man aber nur ei­ne Uhr be­sit­zen dürf­te, wä­re die Ro­lex Oys­ter Per­pe­tu­al 39 ei­ne gu­te Wahl – zu­min­dest, wenn man auf Da­tum und Glas­bo­den ver­zich­ten kann: Mit dem wand­lungs­fä­hi­gem De­sign, der de­zen­ten Grö­ße und dem gut kon­stru­ier­ten und ro­bus­ten Au­to­ma­tik­werk ist man für je­den Tag ge­rüs­tet.

Die Oys­ter Per­pe­tu­al 39 stellt mit 4900 Eu­ro den mit Ab­stand GÜNS­TIGS­TEN EIN­STIEG in die Welt der be­gehr­ten Her­ren­uh­ren von Ro­lex dar.

Vor­zü­ge | Nach­tei­le ge­lun­ge­nes De­sign aus­ge­zeich­ne­te Ver­ar­bei­tung gut kon­stru­ier­tes Ma­nu­fak­tur­werk + + + – kein Da­tum

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