SCHWÄRMER

Chronos - - Test A. Lange & Sohne -

Das schwarz ge­tön­te, se­mi­t­rans­pa­ren­te Sa­phirglas des Zif­fer­blatts ist aber nicht aus rein äs­the­ti­schen Grün­den ge­wählt wor­den. Es er­füllt zwei Funk­tio­nen: Zum ei­nen blo­ckiert es den größ­ten Teil des sicht- ba­ren Lichts, zum an­de­ren lässt es Licht im Uv-be­reich durch, da­mit die Leucht­mas­se auf dem Groß­da­tum zum Phos­pho­res­zie­ren an­ge­regt wird. Wech­selt das Da­tum um Mit­ter­nacht, dann leuch­tet es da­nach genau­so hell wie da­vor. Der Trick mit dem Glas be­trifft aber nur das Zeh­ner­kreuz mit wei­ßer Leucht­mas­se und schwar­zen Zif­fern; die Ei­ner­schei­be be­steht aus Glas mit auf­ge­druck­ten Zif­fern und be­wegt sich über ei­nem Feld mit Leucht­mas­se.

Auf der Mond­pha­sen­schei­be strahlt nicht nur der Erd­tra­bant, auch un­zäh­li­ge win­zi­ge Ster­ne leuch­ten und ge­ben der An­zei­ge ei­ne rea­lis­ti­sche No­te. Die kom­ple­xe Darstel­lung des Nacht­him­mels er­reicht Lan­ge mit ei­nem tech­ni­schen Kniff: Die Schei­be der Mond­pha­se be­steht aus Glas und wird in ei­nem spe­zi­el­len Ver­fah­ren be­schich­tet. An­schlie­ßend schnei­det ein La­ser den Mond und 1164 un­ter­schied­lich gro­ße Ster­ne aus der Be­schich­tung aus, so­dass die dar­un­ter­lie­gen­de Flä­che mit Leucht­mas­se durch­scheint. Ein Auf­wand, der sich op­tisch aus­zahlt.

Äu­ßers­te Prä­zi­si­on ist aber nicht nur bei den Ster­nen der Mond­pha­sen­schei­be ge­for­dert. Auch das Ge­trie­be ist so be­rech­net, dass die Mond­pha­sen­an­zei­ge höchs­te Ge­nau­ig­keit er­reicht: Das St­un­den­rad be­wegt die Mond­pha­se kon­ti­nu­ier­lich wei­ter, und sie weicht erst in 122,6 Jah­ren um ei­nen Tag ab.

Die Rück­sei­te mit dem Glas­bo­den bie­tet eben­falls ei­ni­ges fürs Au­ge: Das Hand­auf­zugs­ka­li­ber L095.4 ist ein ty­pi­sches Lan­ge-werk und zeigt die be­kann­ten Merk­ma­le der Glas­hüt­ter Mar­ke: Drei­vier­tel­pla­ti­ne aus Neu­sil­ber mit Glas­hüt­ter Band­schliff, ver­schraub­te Gold­cha­tons, Schrau­ben­un­ruh

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