A. LAN­GE & SÖH­NE

Die Ma­nu­fak­tur steht in der Tra­di­ti­on von Fer­di­nand Adolph Lan­ge, der 1845 die Uh­ren­fer­ti­gung nach Glas­hüt­te brach­te und die Mar­ke grün­de­te. Die ele­gan­ten und teil­wei­se kom­pli­zier­ten Mo­del­le fol­gen den ty­pi­schen Werk­merk­ma­len Lan­ges und Glas­hüt­tes, bie­ten

Chronos - - Test A. Lange & Sohne -

und hand­gra­vier­ten Un­ruh­klo­ben mit Schwa­nen­hals-fein­re­gu­lie­rung für den Ab­fall. Al­le De­ko­ra­tio­nen wie die an­glier­ten und po­lier­ten Kan­ten sind sehr sorg­fäl­tig aus­ge­führt. Ein schö­nes Werk al­so, auch wenn uns die Lan­ge-ka­li­ber mit sicht­ba­ren Auf­zugs­rä­dern und oh­ne die in­sel­för­mi­ge Brü­cke noch bes­ser ge­fal­len.

Da­für stammt die frei­schwin­gen­de Spi­ral­fe­der bei die­sem Mo­dell aus ei­ge­ner Fer­ti­gung, was selbst un­ter Lu­xus­mar­ken sel­ten vor­kommt. Eben­falls po­si­tiv: Die Gang­au­to­no­mie be­trägt 72 St­un­den. Lan­ge er­reicht das bei die­ser Uhr mit nur ei­nem Fe­der­haus.

Nicht nur beim Werk, auch bei Zif­fer­blatt, Zei­gern und Ge­häu­se fällt die ho­he Qua­li­tät auf: prä­zi­se ge­druck­te Leucht­mas­se, sau­be­re Po­li­tu­ren und ge­rin­ge Spalt­ma­ße, wo­hin man schaut. Nur die Falt­schlie­ße aus Pla­tin war bei der Te­stuhr nicht ganz per­fekt ein­ge­stellt und be­nö­tig­te da­her et­was Kraft beim Öff­nen und Schlie­ßen.

Beim Tra­ge­kom­fort brach­te die Falt­schlie­ße eben­falls kei­ne Vor­tei­le: An un­se­rem Arm lag die Lu­men nicht so gut wie Gro­ßeLan­ge-1-mo­del­le mit Dorn­schlie­ße, die wir ge­tes­tet ha­ben.

Bei der Be­die­nung gab es au­ßer der klei­nen Kro­ne nichts zu be­män­geln. Der Se­kun­den­stopp hilft beim ge­nau­en Ein­stel­len der Uhr­zeit, das Groß­da­tum lässt sich Lan­ge­ty­pisch über ei­nen Drü­cker kor­ri­gie­ren, und für die Mond­pha­se gibt es noch ei­nen ver­senk­ten Kor­rek­tur­drü­cker. Dank der gu­ten Gan­g­er­geb­nis­se auf der Zeit­waa­ge mit we­ni­ger als drei Se­kun­den Vor­gang am Tag soll­te man aber nicht all­zu oft nach­stel­len müs­sen.

Al­les hat sei­nen Preis, und im Fal­le der Gro­ßen Lan­ge 1 Mond­pha­se Lu­men fällt der un­be­schei­den aus: Fast 70000 Eu­ro kos­tet die Hand­auf­zugs­uhr.

Der Preis re­la­ti­viert sich et­was an­ge­sichts des enor­men hand­werk­li­chen Auf­wands, der schö­nen Werk­ver­zie­run­gen und der über­ra­gen­den Qua­li­tät. Tröst­lich dürf­te auch sein, dass die aus­ver­kauf­te Gro­ße Lan­ge 1 Lu­men heu­te über dem letz­ten Neu­preis ge­han­delt wird. Da von der Neu­en eben­falls nur 200 Stück ge­baut wer­den, soll­te der Wert ähn­lich sta­bil blei­ben.

Lan­ge ge­lingt mit der Uhr et­was schein­bar Un­mög­li­ches: Die Lu­men zeigt von vorn mehr vom Werk, oh­ne die Ables­bar­keit ein­zu­schrän­ken. Sie lässt sich dank der Leucht­mas­se und dem Trick mit dem dunk­len, aber Uv-durch­läs­si­gen Glas so­gar bes­ser ab­le­sen als das Stan­dard­mo­dell. Vor al­lem aber be­sticht die Lu­men durch ihr ur­ba­nes De­sign, dass dem Mo­dell in der sonst so klas­si­schen Kol­lek­ti­on von Lan­ge et­was Ein­zig­ar­ti­ges gibt.

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