TAG HEU­ER

Die 1860 ge­grün­de­te Schwei­zer Mar­ke ist be­rühmt für ih­re Sportuh­ren, die meist über ei­ne Stopp­funk­ti­on ver­fü­gen. Die wich­tigs­te und um­fang­reichs­te Mo­dell­li­nie heißt Car­re­ra. Des Wei­te­ren ste­hen bei den Fans der Mar­ke vor al­lem Monaco, Aqua­ra­cer und For­mul

Chronos - - Test Tag Heuer Monza -

sen­för­mi­ge, teils po­lier­te, teils mat­tier­te Ge­häu­se zu­rück. Es be­steht aus Ti­tan, was für ei­nen ho­hen Tra­ge­kom­fort sorgt. Das Leicht­me­tall wird mit Ti­t­an­car­bid hart­stoff­be­schich­tet und er­hält da­durch ei­ne deut­lich kratz­fes­te­re Ober­flä­che.

Heu­te wie da­mals be­sitzt die Mon­za ei­nen ge­schlos­se­nen Ge­häu­se­bo­den. Da­bei ist die Tech­nik da­hin­ter kei­nes­wegs so un­at­trak­tiv, dass man sie ver­ste­cken müss­te: TAG Heu­er nutzt zwar die Ba­sis-wer­k­qua­li­tät „Ela­bo­ré“, ver­zich­tet aber nicht auf ver­schie­de­ne Zier­schlif­fe und ei­nen in­di­vi­dua­li­sier­ten Auf­zugs­ro­tor. Die Text­gra­vur auf der Schwung­mas­se ist pas­send zum sport­li­chen Ge­samt­de­sign der Uhr schwarz statt gol­den aus­ge­legt.

Das Eta 2894 ist ein Mo­dul­chro­no­graph auf Ba­sis des aus­ge­reif­ten Drei­zei­ger­ka­li­bers 2892. Des­halb sitzt die Kro­ne wei­ter un­ten in der Ge­häu­se­flan­ke als die Chro­no­gra­phen­drü­cker. Letz­te­re bie­ten zwar gro­ße Griff­flä­chen, aber kei­nen idea­len Druck­punkt: Vor al­lem der Start-stopp-drü­cker der Te­stuhr re­agiert beim Aus­lö­sen ei­ner Zeit­mes­sung sehr spät. Das Stop­pen und Null­stel­len funk­tio­niert bes­ser, aber die Drü­cker sind ins­ge­samt schwer­gän­gig. Letz­te­res ist zu­min­dest teil­wei­se auf die No­cken­schal­tung zu­rück­zu­füh­ren, die bei preis­güns­tig kal­ku­lier­ten Chro­no­gra­phen­wer­ken die his­to­ri­sche, hoch­wer­ti­ge Schalt­rad­steue­rung er­setzt.

Das Gang­ver­hal­ten der Te­stuhr ist ins­ge­samt in Ord­nung. Al­ler­dings er­kann­te die Zeit­waa­ge ei­nen Aus­rei­ßer in der Po­si­ti­on „Zif­fer­blatt un­ten“, der das Er­geb­nis des stren­gen Chro­nos-gang­tests deut­lich ver­schlech­ter­te. Er­freu­lich ist in je­dem Fall der ge­rin­ge täg­li­che Vor­gang von 4,5 und 2,5 Se­kun­den oh­ne be­zie­hungs­wei­se mit ein­ge- schal­te­tem Chro­no­gra­phen. Am Arm lief die Uhr je nach Tra­ge­ver­hal­ten mit Ab­wei­chun­gen zwi­schen null und +6 Se­kun­den pro Tag.

Das ge­loch­te Kalbs­le­der­band passt eben­so zum au­to­mo­bi­len De­sign der Mon­za wie das sport­li­che Ge­häu­se und die ar­ma­tu­ren­ähn­li­chen An­zei­gen. Das Arm­band en­det in ei­ner funk­tio­na­len, gut ver­ar­bei­te­ten Falt­schlie­ße mit Öff­nungs­drü­ckern, die eben­falls aus ti­t­an­car­bid­be­schich­te­tem Ti­tan be­steht. Ihr Klemm­me­cha­nis­mus er­mög­licht ei­ne stu­fen­lo­se An­pas­sung. Er quetscht das Arm­band zwar an der Be­fes­ti­gungs­stel­le, knickt es aber nicht bru­tal um, wie es bei manch an­de­rer Klemm­schlie­ße der Fall ist.

Al­les in al­lem ist die TAG Heu­er Mon­za Ca­li­bre 17 schi­cker als das Ori­gi­nal aus den Sieb­zi­gern (Kom­bi­na­ti­on mit kis­sen­för­mi­gem Ge­häu­se), hoch­wer­ti­ger (Ti­tan mit Hart­stoff­be­schich­tung) und dar­über hin­aus be­geh­rens­wer­ter (weil dem ak­tu­el­len Re­tro­t­rend fol­gend). Es gilt al­so: Was 1976 gut war, ist heu­te noch bes­ser.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.