UTS AD­VEN­TURE AUTOMATIC

Chronos - - Bergtest Sinn Gegen Uts -

BE­WER­TET VON ALEX­AN­DER KRUPP Das ist ein star­kes Stück! So oder ähn­lich denkt man zwangs­läu­fig, wenn man die 46 Mil­li­me­ter gro­ße und 15,5 Mil­li­me­ter ho­he Ad­ven­ture Automatic sieht. Sie ist ein ech­ter Bro­cken, männ­lich­mar­kant, nicht raf­fi­niert de­signt, aber den­noch mit so man­chem span­nen­den (Ge­häu­se-)de­tail aus­ge­stat­tet. Am auf­fäl­ligs­ten ist der op­tio­na­le Kro­nen­schutz, den wir für den Berg­test zum Preis von 100 Eu­ro mit­be­stellt ha­ben. Wir hiel­ten es für bes­ser, das Be­dien­ele­ment beim Kon­takt mit Fel­sen und me­tal­le­nen Klet­ter­hil­fen vor seit­li­chen Schlä­gen zu schüt­zen. Wie al­le an­de­ren Ge­häu­se­bau­tei­le ist der Kro­nen­schutz aus mas­si­vem Stahl ge­fräst und mit In­bus­schrau­ben be­fes­tigt – ei­ne Spe­zia­li­tät von Ni­co­laus Spin­ner, der als In­ge­nieur am liebs­ten die tech­nisch hoch­wer­tigs­ten Lö­sun­gen wählt. Die­sel­ben Schrau­ben hal­ten die Band­an­stö­ße und die Lü­net­te, lei­der aber nicht die an­sons­ten sehr schön ge­mach­te Dorn­schlie­ße. Al­les an der Ad­ven­ture Automatic bis hin zu ih­rem brei­ten Kaut­schuk­band ist so­li­de und ro­bust; Letz­te­res fällt al­ler­dings et­was zu dünn aus, um ein aus­rei­chen­des Ge­gen­ge­wicht zu dem bul­li­gen Uh­ren­ge­häu­se zu bil­den. Eng ge­tra­gen, liegt die Uhr je­doch recht an­ge­nehm am Arm und stört we­der im All­tag noch am Berg. Nur wenn man den Är­mel über die Uhr zie­hen oder in die Ho­sen­ta­sche grei­fen will, wird es eng. Gut, dass Wan­der­klei­dung be­quem ge­schnit­ten ist. Fa­zit: Die Ad­ven­ture Automatic eig­net sich nicht für den Opern- oder Ga­la­abend – aber für fast al­les an­de­re. Be­son­ders für sport­li­che Her­aus­for­de­run­gen, mit de­nen Stö­ße, Schweiß­bil­dung und der Kon­takt mit Staub oder Was­ser ein­her­ge­hen.

und dem ei­nen oder an­de­ren per Hand ab­ge­wehr­ten Ge­gen­an­griff spielt auf ein­mal auch die Was­ser­dicht­heit un­se­rer Te­stuh­ren ei­ne Rol­le. Das po­si­ti­ve Er­geb­nis – die Uh­ren zei­gen kei­ner­lei Be­schlag oder Tröpf­chen­bil­dung im In­ne­ren – ve­ri­fi­zie­ren wir beim wei­te­ren Ab­stieg noch durch Trin­ken aus ei­nem Was­ser­lauf (ab­sicht­lich) und durch Aus­rut­schen auf schlam­mi­gem Grund (un­ab­sicht­lich).

Et­wa auf hal­bem Weg ins Tal keh­ren wir in der Hoch­alp­hüt­te ein. Weil der rest­li­che Weg nur noch aus ei­nem ser­pen­ti­nen­rei­chen, aber gut be­fes­tig­ten Weg be­steht, spricht nun nichts mehr ge­gen ein küh­les Bier. Von sel­bi­gem mit neu­en Le­bens­geis­tern er­füllt, stei­gen wir die letz­te St­un­de ins Tal ab und wa­gen so­gar noch ei­nen Sprung ins kal­te Fluss­was­ser des na­he ge­le­ge­nen Lech. Auch hier­von – qua­si der End­stu­fe des Was­ser­dicht­heits­tests – zei­gen sich die Uh­ren völ­lig un­be­ein­druckt.

Es ist mitt­ler­wei­le halb sechs Uhr abends, und die Son­ne hat sich längst hin­ter dem Ag­gen­stein und sei­nen schrof­fen Nach­barn ver­steckt. Wir frie­ren dem­ent­spre­chend, sind aber hoch­zu­frie­den. Mit uns. Und mit un­se­ren Uh­ren.

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