„ DIE SPEEDMASTER VER­MIT­TELT DIE GLEI­CHEN EMO­TIO­NEN WIE 1969“

Chronos - - Basel News - FRA­GEN RÜDIGER BUCHER

Ome­ga-chef Ray­nald Ae­schli­mann über 60 Jah­re Speedmaster und wie er mit dem Mo­dell heu­ti­ge Käu­fer an­spricht. 2017 fei­ert Ome­ga 60 Jah­re Speedmaster. Die­ses Jahr be­gann mit der Vor­stel­lung der Limited Edition Spee­dy Tu­es­day, die sich in­ner­halb von nur vier St­un­den ver­kauft hat. Das war ei­ne fan­tas­ti­sche Er­fah­rung. Wir ha­ben da­bei ge­se­hen, wie groß die Speedmaster-com­mu­ni­ty in­zwi­schen ist. Die meis­ten ha­ben die­se Uhr ge­kauft, weil sie fin­den, das ist ge­nau das rich­ti­ge Pro­dukt: ei­ne Uhr von Uh­ren­fans für Uh­ren­fans. Sie ha­ben die Uhr zu­sam­men mit Ro­bert-jan Bro­er vom Blog fra­tel­lo­wat­ches.com ent­wi­ckelt, der den Be­griff und den Hash­tag „Spee­dy Tu­es­day“kre­iert hat. Das Span­nen­de ist, dass die Idee zur Uhr, zu dem Re­ver­se-pan­daZif­fer­blatt aus der Com­mu­ni­ty kam. Wir ha­ben hier so­wohl ei­ne Ver­bin­dung zur Ver­gan­gen­heit als auch ei­nen Link zur Zu­kunft. Uh­ren­fans sind ein The­ma, aber Ome­ga muss ein brei­te­res Pu­bli­kum an­spre­chen. Wie ma­chen Sie das? Das The­ma Spee­dy Tu­es­day hat vie­le un­se­rer jün­ge­ren Käu­fer an­ge­spro­chen, die bis­her auf das The­ma Ja­mes Bond fo­kus­siert wa­ren. So­wohl in der Art und Wei­se, wie wir die Uhr ver­kauft ha­ben – über Ins­ta­gram –, als auch mit der Ge­schich­te, die wir da­zu er­zählt ha- ben. Die Men­schen der Ge­ne­ra­ti­on Y su­chen nach Glaub­wür­dig­keit bei ei­ner Mar­ke. Auf die hat das ge­wirkt. Kann man die­se Mill­en­ni­als ei­gent­lich noch mit der Mond­lan­dung von 1969 er­rei­chen? Ja, das glau­be ich. Die Mond­lan­dung war ein Er­eig­nis, das die Welt­ge­schich­te ver­än­dert hat – und das bis heu­te nach­wirkt. Aber die Fas­zi­na­ti­on Speedmaster er­gibt sich auch aus dem Pro­dukt selbst. Die Speedmaster hat so ei­ne rei­che Ge­schich­te, und 60 Jah­re spä­ter ver­mit­telt sie noch im­mer die glei­chen Emo­tio­nen wie da­mals. Es gibt nicht vie­le Lu­xus­pro­duk­te, für die das gilt. Und nicht zu­letzt gibt die Speedmaster den Kun­den die Mög­lich­keit, ei­nen Teil die­ser Ge­schich­te am Arm zu tra­gen. Wie geht die­se jün­ge­re Ge­ne­ra­ti­on mit dem The­ma Mar­ke um? Sie ist mit Lu­xus­mar­ken ge­bo­ren. Ihr ist das Image der Mar­ken sehr wich­tig. Die jün­ge­ren Ge­ne­ra­tio­nen ha­ben die glei­chen Emo­tio­nen wie wir. Aber wir müs­sen an­ders mit ih­nen kom­mu­ni­zie­ren. Was heißt das? Neh­men Sie das Bei­spiel Mas­ter Chro­no­me­ter. Es ist zu kom­pli­ziert, um al­les da­hin­ter Ste­hen­de zu er­klä­ren. Wir müs­sen vi­el­leicht noch kür­zer und deut­li­cher sa­gen: Wir sind die bes­ten. Wird die Moonwatch dann nach wie vor die Aus­nah­me bil­den, als ein­zi­ge me­cha­ni­sche Ome­ga oh­ne Co-axi­al-hem­mung und oh­ne Mas­ter-chro­no­me­ter-zer­ti­fi­zie­rung? Nach heu­ti­gem Stand: ja. Und ist es nicht un­glaub­lich, dass man heu­te noch ei­ne Uhr kau­fen kann, die – ab­ge­se­hen von klei­nen De­tails – prak­tisch un­ver­än­dert ist ge­gen­über der, die auf dem Mond war? Und wir ver­kau­fen sie noch im­mer zu ei­nem sehr güns­ti­gen Preis. Auch das spricht wie­der die jun­ge Ge­ne­ra­ti­on an: Sie muss nicht ins Mu­se­um ge­hen, um die­se Uhr zu er­le­ben: Sie kann sie kau­fen.

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