DIE NEUE RO­LEX SEA-DWEL­LER

Zum 50. Ge­burts­tag sei­ner Pro­fi­tau­cher­uhr prä­sen­tiert Ro­lex ein über­ar­bei­te­tes Mo­dell der Sea-dwel­ler und macht die­se da­mit noch at­trak­ti­ver.

Chronos - - Inhalt - TEXT JENS KOCH

Ist das deut­lich ge­wach­se­ne Mo­dell mit Da­tums­lu­pe und neu­em Werk die bes­te Sea-dwel­ler al­ler Zei­ten?

EI­NI­GE der Ge­rüch­te ha­ben sich auf der Ba­sel­world 2017 im März be­stä­tigt. Ro­lex lüf­tet den Schlei­er über sei­nen Neu­hei­ten tra­di­tio­nell am Mitt­woch­mit­tag, ei­nen Tag vor Mes­se­start. Und die­ses Jahr war der Star ganz klar die neue Sea-dwel­ler. Sie wur­de 1967 zum ers­ten Mal vor­ge­stellt, und es war klar, dass Ro­lex zum 50. Ge­burts­tag et­was Neu­es brin­gen wür­de. Doch dass ein kom­plett neu­es Mo­dell das be­ste­hen­de, erst 2014 vor­ge­stell­te er­set­zen wür­de, ha­ben die we­nigs­ten ver­mu­tet.

Was ist neu?

Die neue Sea-dwel­ler be­sitzt ein um drei Mil­li­me­ter auf 43 Mil­li­me­ter ver­grö­ßer­tes Ge­häu­se. Da­mit liegt sie nun zwi­schen der 40 Mil­li­me­ter gro­ßen Sub­ma­ri­ner und der 44 Mil­li­me­ter gro­ßen Deep­sea, die al­ler­dings deut­lich hö­her baut. Wie bei der ers­ten Sea-dwel­ler von 1967 ist der Mo­dell­na­me nun rot ge­druckt. Und als drit­te op­ti­sche Ve­rän­de­rung kommt die Ro­lex-ty­pi­sche Zy­klop­lu­pe für das Da­tum zum ers­ten Mal bei die­sem Mo­dell zum Ein­satz. Da­mit äh­nelt sie nun der Sub­ma­ri­ner (und al­len an­de­ren Sport­mo­del­len von Ro­lex) deut­lich mehr. Die aus der Sea-dwel­ler her­vor­ge­gan­ge­ne Deep­sea ist so­mit das letz­te ver­blie­be­ne Oyster-mo­dell oh­ne Da­tums­lu­pe.

Neu­es Werk

Als ers­tes Sport­mo­dell be­kommt die Sea-dwel­ler nun das neue Ka­li­ber 3235, das das 3135 er­setzt. Die neue Ka­li­ber­ge­ne­ra­ti­on hat Ro­lex 2015 zu­erst bei den Edel­me­tall­mo­del­len Day-date 40 und Da­te­just Pe­arl­mas­ter 39 ein­ge­führt und 2016 auf die Da­te­just 41 in Bi­co­lor aus­ge­wei­tet. Erst die­ses Jahr setzt Ro­lex das Werk in der Da­te­just 41 in Stahl und der neu­en Sea-dwel­ler ein, und da­mit in Mo­del­len oh­ne Gold­an­teil im Ge­häu­se.

Beim Ka­li­ber 3235 han­delt es sich um ein ver­bes­ser­tes Werk auf Ba­sis des oh­ne­hin schon als be­son­ders prä­zi­se, ro­bust und lang­le­big be­kann­ten Vor­gän­gers 3135. Über 90 Pro­zent der Kom­po­nen­ten hat Ro­lex ge­än­dert. Ins­ge­samt er­hielt Ro­lex bei die­sem Ka­li­ber 14 Pa­ten­te für Kon­struk­tio­nen oder Her­stel­lungs­ver­fah­ren.

Was hat der Trä­ger da­von? Die Stoß­fes­tig­keit und Zu­ver­läs­sig­keit wur­den er­höht. Der Auf­zug ar­bei­tet ef­fi­zi­en­ter und baut schnel­ler Gan­g­re­ser­ve auf, was un­ter an­de­rem an dem nun ku­gel­ge­la­ger­ten Ro­tor liegt. Vor al­lem er­höh­te sich die ma­xi­ma­le Gan­g­re­ser­ve von üb­li­chen 48 St­un­den auf lan­ge 70 St­un­den. Er­reicht hat Ro­lex das durch ei­ne dün­ne­re Fe­der­haus­wand, die den

Ein­bau ei­ner län­ge­ren Fe­der er­mög­licht, so­wie durch die innovative Chro­n­er­gy-hem­mung, die den Wir­kungs­grad der Schwei­zer An­ker­hem­mung um 15 Pro­zent er­höht. Das wird durch ei­ne ge­än­der­te Geo­me­trie und die ske­let­tier­te Form, die das Ge­wicht ver­rin­gert, mög­lich. Die im Li­ga-ver­fah­ren aus ei­ner Ni­ckelPhos­phor-le­gie­rung ge­fer­tig­te Hem­mung re­agiert zu­dem nicht auf Ma­gnet­fel­der. Auch die neue Un­ruh­wel­le ver­bes­sert den Ma­gnet­feld­schutz. Die blaue Pa­rachrom-spi­ral­fe­der aus ei­ner Ni­ob-zir­ko­ni­um- Le­gie­rung kennt man eben­so schon von an­de­ren Mo­del­len wie die Pa­raf­lex-stoß­si­che­rung.

Gang­ge­nau­ig­keit

2015 hat Ro­lex für al­le Mo­del­le stren­ge­re Vor­ga­ben beim Ein­re­gu­lie­ren ein­ge­führt. Zu­sätz­lich zum Chro­no­me­ter­zer­ti­fi­kat der un­ab­hän­gi­gen Schwei­zer Prüf­stel­le COSC, die das Werk tes­tet, re­gu­lie­ren die Ro­lex-uhr­ma­cher das Werk im ein­ge­schal­ten Zu­stand auf noch ge­naue­re Wer­te ein: Zwi­schen –2 und +2 Se­kun­den darf die Gan­g­ab­wei­chung pro Tag höchs­tens be­tra­gen. Da­bei kommt ein Sys­tem zum Ein­satz, das rea­le Tra­ge­ge­wohn­hei­ten si­mu­liert, so­dass der spä­te­re Trä­ger die­se Wer­te in den meis­ten Fäl­len auch am Arm er­rei­chen soll­te. Auch die Fünf­jah­res­ga­ran­tie zeigt, dass Ro­lex von der Qua­li­tät über­zeugt ist.

Preis­ver­gleich

Die Neue kos­tet mit 10350 Eu­ro fast 900 Eu­ro mehr als das al­te Mo­dell. Da­mit ist sie schon ziem­lich dicht an der Deep­sea, die 11 000 Eu­ro kos­tet. Von der Sub­ma­ri­ner Date mit 7750 Eu­ro und der Sub­ma­ri­ner oh­ne Da­tum mit 6800 Eu­ro hat sie sich noch wei­ter ent­fernt. Ge­blie­ben sind das He­li­um­ven­til, das Sea-dwel­ler und Deep­sea ver­bin­det, und die Druck­fes­tig­keit, bei der die Sea-dwel­ler mit 1220 Me­tern (4000 Fuß) zwi­schen Sub­ma­ri­ner (300 Me­ter) und Deep­sea (3900 Me­ter) liegt.

Ge­schich­te

His­to­risch ist die Sea-dwel­ler aus der 1953 vor­ge­stell­ten Sub­ma­ri­ner her­vor­ge­gan­gen. Zu­sam­men mit dem fran­zö­si­schen Tauch­un­ter­neh­men Comex hat Ro­lex in den 1960er Jah­ren das He­li­um­ven­til ent­wi­ckelt, um beim De­kom­pri­mie­ren in Druck­kam­mern un­ter He­li­um-sau­er­stoff-ge­mi­schen ein Her­aus­sprin­gen des Gla­ses zu ver­hin­dern. Denn das Atem­gas ge­langt un­ter Druck durch die Dich­tun­gen in die Uhr und kann spä­ter nicht mehr ent­wei­chen. An­fangs gab es für Comex spe­zi­ell um­ge­rüs­te­te Sub­ma­ri­ners mit Ven­til. 1967 kam die

Sea-dwel­ler, Referenz 1665, auf den Markt – mit di­cke­rem Glas, hö­he­rer Druck­fes­tig­keit ge­gen­über der Sub­ma­ri­ner (610 Me­ter/2000 Fuß, statt 200 Me­ter/660 Fuß) und den ro­ten Schrift­zü­gen „Sea-dwel­ler“und „Sub­ma­ri­ner 2000“.

Wie die kurz vor­her ver­grö­ßer­te Sub­ma­ri­ner maß die Sea-dwel­ler da­mals 40 Mil­li­me­ter. Die 1966 bei der Sub­ma­ri­ner ein­ge­führ­te Da­tums­lu­pe be­kam die Se­aDwel­ler nicht. 1978 er­setz­te Ro­lex bei der Referenz 16660 das Ple­xi­glas durch Sa­phirglas und ver­dop­pel­te die Druck­fes­tig­keit auf 4000 Fuß, al­so 1220 Me­ter.

2008 lös­te die Sea-dwel­ler Deep­sea mit 44 Mil­li­me­tern und ei­ner Druck­fes­tig­keit bis 3900 Me­ter die klei­ne Schwes­ter ab. Und erst 2014 leg­te Ro­lex die Se­aDwel­ler 4000 in 40 Mil­li­me­tern mit 1220 Me­tern Was­ser­dich­tig­keit und neu­er Ke­ra­miktauch­zeit­ska­la auf der Lü­net­te wie­der auf. Nun wird die­ses Mo­dell, das sich nicht be­son­ders gut ver­kauft ha­ben soll, nach nur drei Jah­ren durch die grö­ße­re Sea-dwel­ler er­setzt.

Die neue Sea-dwel­ler leuch­tet im Dun­keln dank der groß­zü­gi­gen Men­ge Chro­ma­light-leucht­mas­se

Die ers­te Sea-dwel­ler war 1967 mit 610 Me­tern Tauch­tie­fe und in­no­va­ti­vem He­li­um­ven­til ein In­stru­ment für Be­rufs­tau­cher

Ge­häu­se und Arm­band der Sea-dwel­ler be­ste­hen aus der be­son­ders salz­was­ser­be­stän­di­gen Stahl­le­gie­rung 904L

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