ROLEX

DIE GRÜN­DE FÜR DEN ER­FOLG

Chronos - - ROLEX UND PATEK PHILIPPE -

1. Be­kannt­heit

Rolex ist un­ter den Lu­xus­uh­ren­mar­ken die mit Ab­stand be­kann­tes­te. Wer noch nie et­was von Ome­ga oder Breit­ling ge­hört hat, und auch nicht von Patek Phil­ip­pe, kennt trotz­dem Rolex. Es gibt im Grun­de zwei Grup­pen von Rolex-käufern: die, die sehr viel wis­sen, und die, die sehr we­nig wis­sen. Ken­ner kau­fen Rolex we­gen der ex­trem ho­hen Qua­li­tät. Sie wol­len we­ni­ger hoch­fei­ne, kom­pli­zier­te Hand­werks­kunst, son­dern die bes­te all­tags­taug­li­che Uhr. An­de­re Rolex-käu­fer wis­sen nicht viel über Uh­ren; nur so viel, dass Rolex top ist. Für sie ist klar: Wenn man ei­ne Uhr trägt, muss es ei­ne Rolex sein. Ei­gent­lich ist das ein gro­ßes Kom­pli­ment für die Ma­nu­fak­tur. Denn wenn selbst je­mand, der sich gar nicht aus­kennt, ziel­si­cher ei­ne be­stimm­te Mar­ke als Num­mer eins an­sieht, muss die­se vie­les rich­tig ge­macht ha­ben.

2. Pro­dukt­qua­li­tät

Die Ba­sis für den Er­folg von Rolex ist die ex­trem ho­he Pro­dukt­qua­li­tät über die Jahr­zehn­te hin­weg. Die Uh­ren zei­gen die Zeit prä­zi­se an, sind ro­bust, lang­le­big und zu­ver­läs­sig. Ei­ne gleich­blei­bend ho­he Qua­li­tät bei ei­ner Jah­res­pro­duk­ti­on von ge­schätzt ei­ner Drei­vier­tel­mil­li­on Ex­em­pla­ren zu er­rei­chen, ist schon ei­ne ei­ge­ne Kunst. Da­bei kommt Rolex zu­gu­te, dass man kei­ne be­son­de­ren Kom­pli­ka­tio­nen baut: Es gibt kei­ne Tour­bil­lons, ewi­gen Ka­len­der oder Mi­nu­ten­re­pe­ti­tio­nen, die Ma­nu­fak­tur ver­las­sen nicht ein­mal Wer­ke mit Groß­da­tum, Gan­g­re­ser­vean­zei­ge oder Alarm­funk­ti­on. Man kon­zen­triert sich auf das, was man kann, und ver­bes­sert die De­tails lau­fend. Das gilt nicht nur für die Wer­ke, son­dern ge­nau­so für die Ge­häu­se: Ei­ne Drehlü­net­te, die so sau­ber und weich ras­tet wie die ei­ner Sub­ma­ri­ner oder Gmt-mas­ter II sucht man bei der Kon­kur­renz ver­geb­lich – selbst bei nam­haf­ten Ma­nu­fak­tu­ren, die deut­lich teu­re­re Uh­ren fer­ti­gen.

3. Al­les, was ei­ne Uhr braucht

Dass der Na­me Rolex so groß ge­wor­den ist, hängt auch da­mit zu­sam­men, dass die Mar­ke schon früh In­no­va­tio­nen ein­ge­führt hat, die die Uhr taug­lich für den All­tag mach­ten. Rolex-grün­der Hans Wils­dorf ließ be­reits 1914 ein Arm­band­uh­ren­werk im re­nom­mier­ten Ob­ser­va­to­ri­um Kew-ted­ding­ton als Chronometer zer­ti­fi­zie­ren; heute ge­hört die Chro­no­me­ter­prü­fung (in­zwi­schen von der schwei­ze­ri­schen COSC durch­ge­führt) zum Stan­dard der me­cha­ni­schen Rolex-ma­nu­fak­tur­ka­li­ber. 1927 kam die ers­te was­ser­dich­te Arm­band­uhr, als lo­gi­sche Kon­se­quenz folg­te ein paar Jah­re spä­ter der au­to­ma­ti­sche Auf­zug. Denn wenn die Uhr was­ser­dicht sein soll, soll­te man nicht je­den Tag die Kro­ne zie­hen müs­sen. Die­se bei­den Tu­gen­den spie­geln sich bis heute im Pro­dukt­na­men „Oys­ter Per­pe­tu­al“, der fast je­de Rolex schmückt. Die 1945 ein­ge­führ­te Da­te­just war die ers­te Uhr, die al­le drei Tu­gen­den – Au­to­ma­tik­auf­zug, was­ser­dich­tes Ge­häu­se und Chro­no­me­ter­zer­ti­fi­kat – in sich ver­ein­te. Zu­sam­men mit dem na­men­ge­ben­den Da­tums­fens­ter be­saß sie so al­le wich­ti­gen Ba­sics.

4. De­sign und Wie­der­er­ken­nung

Die All­tags­taug­lich­keit spie­gelt sich im De­sign der Uh­ren wi­der. Ei­ne Rolex ist rund: Das dient nicht nur der Was­ser­dicht­heit, son­dern sorgt eben­so für ei­ne kla­re Ables­bar­keit. Zu die­ser ge­hö­ren auch der zen­tra­le Se­kun­den­zei­ger und die Da­tums­lu­pe – Letz­te­re gleich­falls ei­ne Er­fin­dung von Hans Wils­dorf. Die be­ste­hen­den Mo­dell­li­ni­en wer­den über Jahr­zehn­te hin­weg ge­pflegt und kon­ti­nu­ier­lich ver­bes­sert. Das be­tont auch Ro­l­exEx­per­te Scho­eler: „Die über Jahr­zehn­te nur äu­ßerst be­hut­sa­men Än­de­run­gen am iko­ni­schen De­sign der ein­zel­nen Mo­dell­li­ni­en ha­ben zu ei­nem ho­hen Wie­der­er­ken­nungs­wert ge­führt.“Da­bei gibt es kei­ne gro­ßen Sprün­ge, und auch Ge­häu­se­grö­ßen wer­den nur lang­sam an­ge­passt. Ty­pi­sche De­si­gn­merk­ma­le wie die ge­rif­fel­te Lü­net­te, die so­ge­nann­ten Mer­ce­des-zei­ger, die Da­tums­lu­pe oder das Oys­ter-me­tall­arm­band fin­den sich bei vie­len Mo­del­len und sind kaum je ver­än­dert wor­den, so­dass ei­ne Da­te­just oder ei­ne Sub­ma­ri­ner heute fast ge­nau­so aus­sieht wie frü­her. Da­her er­kennt man ei­ne Rolex schon von Wei­tem – Uh­ren­ex­per­te Gis­bert L. Brun­ner nennt es den „Zehn-me­ter-ef­fekt“–, und es sind nicht nur Fach­leu­te, die die Uhr er­ken­nen.

ES GIBT ZWEI GRUP­PEN VON ROLEX-KÄUFERN: DIE, DIE SEHR VIEL WIS­SEN, UND DIE, DIE SEHR WE­NIG WIS­SEN.

5. Wert­sta­bi­li­tät

In dem Moment, in dem man sich ein Au­to kauft, ist es nur noch die Hälf­te wert. Die­se Er­kennt­nis gilt ab­ge­schwächt auch für Uh­ren. Nicht so bei Rolex: Zu­min­dest für die be­gehr­ten Sportuh­ren in Stahl (bei den Oys­terGold­mo­del­len und den ele­gan­ten Cel­li­ni-uh­ren, eben­falls aus Gold, ist es schwie­ri­ger) be­kommt man auch Jah­re spä­ter kaum we­ni­ger, viel­leicht so­gar mehr, als man beim Kauf be­zahlt hat. Das ist für al­le Käu­fer ei­ne ver­lo­cken­de Aus­sicht – egal, ob sie die Uhr vor al­lem des­halb er­wer­ben oder aus an­de­ren Grün­den. Es ist schön, wenn man weiß, dass man kei­nen Feh­ler macht.

6. Prei­se auf Auk­tio­nen

Die Wert­sta­bi­li­tät von ge­brauch­ten, aber re­la­tiv neu­en Uh­ren hängt eng zu­sam­men mit den ho­hen Prei­sen, die auch äl­te­re Rolex-uh­ren re­gel­mä­ßig auf Auk­tio­nen er­zie­len. Ne­ben Patek Phil­ip­pe gilt Rolex hier als die hei­ßes­te Mar­ke. Für Auk­ti­ons­er­fol­ge durch Rolex-uh­ren gibt es Tau­sen­de von Be­le­gen aus den letz­ten Jahr­zehn­ten. Mit­un­ter er­rei­chen die Prei­se ein schwin­del­er­re­gen­des Ni­veau. Am 13. Mai 2017 wur­de die mit Ab­stand teu­ers­te Rolex-arm­band­uhr ver­kauft. Die Referenz 6062 mit Drei­fach­ka­len­der (Zei­ger­da­tum so­wie Wo­chen­tag und Mo­nat im Fens­ter) in der ein­ma­li­gen Va­ri­an­te mit schwar­zem Zif­fer­blatt und Dia­mant­in­de­xen ge­hör­te einst Bao Dai, dem letz­ten Kai­ser Viet­nams. Sie wur­de bei Phil­lips in Genf für mehr als fünf Mil­lio­nen Schwei­zer Fran­ken ver­kauft.

7. Künst­li­che Ver­knap­pung

Der Gip­fel der Be­gehr­lich­keit wird er­reicht, wenn das, was man will, nicht ver­füg­bar ist. Die be­rühm­te Daytona in Stahl ist für vie­le das Ob­jekt der Be­gier­de, seit ei­ne frü­he Va­ri­an­te das Hand­ge­lenk von Hol­ly­wood­star Paul New­man schmück­te. Rolex bringt nicht an­näh­rend so vie­le Mo­del­le in die Lä­den, wie ver­kauft wer­den könn­ten. Die Fol­ge sind lan­ge War­te­lis­ten. Die (oft ver­geb­li­che) Jagd nach der be­gehr­tes­ten Uhr der Welt trägt ein Wei­te­res zum My­thos Rolex bei.

8. Wer­bung und Kom­mu­ni­ka­ti­on

Schon Rolex-grün­der Hans Wils­dorf war ein Mar­ke­ting­ge­nie. Er wähl­te ei­nen in­ter­na­tio­nal gut aus­sprech­ba­ren Na­men und ach­te­te dar­auf, dass die­ser auch aufs Zif­fer­blatt ge­druckt wur­de – kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit in ei­ner Zeit, in der das Ver­trau­en der Kun­den den Händ­lern galt, nicht den Her­stel­lern. Wils­dorf nann­te sei­ne was­ser­dich­te Uhr „Oys­ter“und gab ei­ner Schwim­me­rin, die wer­be­wirk­sam den Är­mel­ka­nal durch­que­ren woll­te, ei­ne Rolex mit (die an ih­rem Hals be­fes­tigt war). Die Ge­schich­te brach­te er (als ganz­sei­ti­ge An­zei­ge!) auf die Ti­tel­sei­te der Dai­ly Mail. Da­zu gab es An­zei­gen in Zeit­schrif­ten, auf de­nen ei­ne jun­ge Schau­spie­le­rin ihr beuhr­tes Hand­ge­lenk in Gold­fisch­glä­ser tauch­te. Heute wirbt Rolex sub­ti­ler. Seit den spä­ten Sieb­zi­gern setzt man auf die Prä­senz in pres­ti­ge­träch­ti­gen Sport­ar­ten wie Ten­nis oder Golf, Mo­tor­sport, Rei­ten oder Se­geln. Seit 1978 ist man „of­fi­zi­el­ler Zeit­ge­ber“in Wim­ble­don, seit 1980 bei den U.S. Open, seit 2013 bei der For­mel 1. Die Bot­schaft lau­tet: Rolex steht für Sport und Er­folg.

9. Der My­thos des Mo­no­li­then

Rolex gibt sich gänz­lich un­auf­ge­regt. Man hält an Be­währ­tem fest und ver­bes­sert die­ses ste­tig, statt zu oft grund­sätz­lich Neu­es zu star­ten. Zum Mar­ken­my­thos ge­hört, dass Rolex in den Sieb­zi­gern nicht auf den im­mer schnel­ler rol­len­den Zug der Quarz­uh­ren auf­sprang (ob­wohl es ja Quarz­uh­ren von Rolex gab). Man fer­tigt kei­ne kom­pli­zier­ten Uh­ren wie Tour­bil­lons oder Re­pe­ti­tio­nen, lan­ciert nur sel­ten neue Kol­lek­ti­ons­li­ni­en und bleibt dem On­line­han­del fern. Neue Tech­no­lo­gi­en wie Si­li­zi­um­tei­le im Werk wer­den lang­sam ent­wi­ckelt und be­hut­sam ein­ge­setzt; Smart­wat­ches oder „smar­te“Teil­lö­sun­gen sind un­denk­bar. Das macht die Mar­ke für den Käu­fer be­re­chen­bar und schützt sie selbst vor Feh­lern. Bei den Pro­dukt­neu­hei­ten, die je­des Früh­jahr auf der Ba­sel­world vor­ge­stellt wer­den, bren­nen die Gen­fer kein Feu­er­werk ab. Wäh­rend an­de­re Her­stel­ler Welt­re­kor­de prä­sen­tie­ren, Pres­se­kon­fe­ren­zen mit Show­biz-stars ab­hal­ten oder 70 neue Re­fe­ren­zen vor­stel­len, ar­bei­tet Rolex an De­tail­ver­bes­se­run­gen. Grö­ße­re Ge­häu­se, op­ti­mier­te Wer­ke, Ke­ra­mik­lü­net­ten und ab und an ei­ne neue Far­be – schon sol­che Neue­run­gen wer­den un­ter Rolex-fans heiß und oft kon­tro­vers dis­ku­tiert. Auch im per­sön­li­chen Kon­takt gibt sich Rolex oft wie die sprich­wört­lich ver­schlos­se­ne Aus­ter: Das be­ginnt bei den Pro­duk­ti­ons­zen­tren für Uh­ren (Genf) und Wer­ke (Biel), die Kun­den und Jour­na­lis­ten nur sel­ten von in­nen zu se­hen be­kom­men, und en­det beim CEO, der grund­sätz­lich kei­ne In­ter­views gibt.

„Ei­ne Rolex wirkt nie­mals alt­mo­disch. Sie bleibt im­mer be­geh­rens­wert.“Per­cy Chris­ti­an Scho­eler, Grün­der Lu­xi­fy und R-l-x-fo­rum

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.