MEIS­TER­TAU­CHER

„ Meis­ter­tau­cher“nennt Oris sei­ne neue Aquis mit Re­gu­la­tor­zif­fer­blatt. Der Na­me hat Tra­di­ti­on: Er steht für ei­ne lan­ge Rei­he von pro­fes­sio­nel­len Tau­cher­uh­ren.

Chronos - - TEST ORIS MEISTERTAUCHER - TEXT ALEX­AN­DER KRUPP FO­TOS ORIS

2012, in der Aus­ga­be zum 20-jäh­ri­gen Be­ste­hen von Chronos, ha­ben wir die Tub­ba­ta­ha Li­mi­ted Edi­ti­on ge­tes­tet – das da­mals neu­es­te Mo­dell in der Tra­di­ti­on der „Meis­ter­tau­cher“. Un­ter die­sem Be­griff sub­su­miert Oris pro­fes­sio­nel­le Tau­cher­uh­ren, die als Be­son­der­heit ein Re­gu­la­tor­zif­fer­blatt ha­ben, al­so St­un­den, Mi­nu­ten und Se­kun­den ge­trennt an­zei­gen.

Viel­leicht ken­nen Sie Re­gu­la­to­ren und wis­sen, dass die­se Zif­fer­blatt­auf­tei­lung von Großuh­ren stammt und eher bei ele­gan­ten Arm­band­uh­ren zum Ein­satz kommt. Dann fra­gen Sie sich viel- leicht, war­um ei­ne hoch­funk­tio­na­le Sportuhr als Re­gu­la­tor aus­ge­führt ist. Tat­säch­lich gibt es ei­ne völ­lig plau­si­ble Ant­wort: Beim Tau­chen steht die Mi­nu­ten­an­zei­ge im Fo­kus und muss gut ab­les­bar sein. Im Grun­de liegt es al­so na­he, den Mi­nu­ten­zei­ger, der mit der Tauch­zeit­lü­net­te kor­re­spon­diert, al­lein im Zen­trum zu be­las­sen und die Se­kun­den und St­un­den in Hilfs­zif­fer­blät­ter zu ver­ban­nen.

Zu­sam­men mit ei­ner ein­sei­tig dreh­ba­ren, kratz­fes­ten Ke­ra­mik­lü­net­te, ei­nem au­to­ma­ti­schen He­li­um­ven­til und ei­ner ge­hö­ri­gen Por­ti­on Leucht­mas­se er­gibt sich al­so ei­ne hoch­funk­tio­na­le Tau­cher­uhr. Da­zu ge­hört auch die sehr ro­bus­te, aus dem Vol­len ge­fräs­te Schlie­ße, die man so nur von Oris kennt: Sie be­sitzt ne­ben den bei­den Öff­nungs­drü­ckern zwei wei­te­re Drü­cker, mit de­nen sich das Arm­band in vier Schrit­ten um bis zu 16 Mil­li­me­ter ver­län­gern lässt.

Das ro­bus­te Kaut­schukarm­band bie­tet ei­ne wei­te­re Be­son­der­heit, die die Si­cher­heit und Funk­tio­na­li­tät beim An­le­gen und Tra­gen der Uhr er­höht: Das Ban­den­de ver­brei­tert sich in Pfeil­form (sie­he nächs­te Dop­pel­sei­te), so­dass das Arm­band auch dann nicht aus der

Schlie­ße rutscht, wenn sich ein­mal der Hal­te­stift aus ei­nem der Band­lö­cher löst.

An­ge­trie­ben wird der Zeit­mes­ser vom Au­to­ma­tik­ka­li­ber SW 220, das der Wer­ke­her­stel­ler Sel­li­ta nach den Vor­ga­ben von Oris um­baut. Das Ka­li­ber mit dem im Zen­trum ro­ten Oris-ro­tor muss sei­ne Wo­chen­tags­an­zei­ge für den Re­gu­la­to­rum­bau op­fern. Es tickt in ei­nem 43,5 Mil­li­me­ter gro­ßen, bis 300 Me­ter was­ser­dich­ten Aquis-ge­häu­se aus Ti­tan, das seit die­sem Jahr deut­lich fla­cher und da­mit ele­gan­ter da­her­kommt. Zum Ver­gleich: Die 2012 ge­tes­te­te Tub­ba­ta­ha Li­mi­ted Edi­ti­on bau­te bei ei­nem Durch­mes­ser von 46 Mil­li­me­tern stol­ze 16,5 Mil­li­me­ter hoch. Der heu­ti­ge Meis­ter­tau­cher ist mit ei­ner Grö­ße von 43,5 Mil­li­me­tern und ei­ner Hö­he von 12,5 Mil­li­me­tern deut­lich de­zen­ter di­men­sio­niert, hält al­ler- dings auch „nur“bis 300 statt 500 Me­ter Was­ser­tie­fe dicht.

Al­les gut?

Oris macht mit der Aquis Re­gu­la­teur „Der Meis­ter­tau­cher“al­so al­les rich­tig. Al­les? Fast, denn die Drehlü­net­te ist nicht sehr grif­fig und lässt sich mit Tauch­hand­schu­hen nur schwer ein­stel­len.

Und dann wä­re da noch das Pro­blem mit dem Re­gu­la­tor­zif­fer­blatt. Das eig­net sich zwar sehr gut für den Tauch­gang, aber wie viel Lebenszeit ver­brin­gen wir tat­säch­lich un­ter Was­ser? Im All­tag ist die mu­ti­ge Zif­fer­blatt­auf­tei­lung noch et­was un­kom­for­ta­bler als bei klas­sisch ge­stal­te­ten Re­gu­la­to­ren, die die St­un­den meist bei der Zwölf und die Se­kun­den bei der Sechs an­zei­gen. Beim Meis­ter­tau­cher hat man auch nach län­ge­rem Tra­gen noch Schwie­rig­kei­ten, die rechts

plat­zier­ten St­un­den schnell und ein­deu­tig ab­zu­le­sen, zu­mal der stäm­mi­ge Mi­nu­ten­zei­ger das Hilfs­zif­fer­blatt oft ver­deckt.

Ab­ge­se­hen da­von bie­tet die Uhr je­doch zahl­rei­che at­trak­ti­ve All­tags­ei­gen­schaf­ten, die dem Trä­ger vor al­lem in war­men Som­mern zu­gu­te kom­men: Im zwei­wö­chi­gen Tra­ge­test hielt der Zeit­mes­ser See­was­ser, Re­gen­güs­sen so­wie Sprit­zern aus dem Gar­ten­schlauch stand. Beim Bah­nen­zie­hen im Pool fiel auf, dass sich die An­zei­gen hin­ter dem beid­sei­tig ge­wölb­ten Sa­phir­deck­glas noch aus re­la­tiv fla­chen Win­keln ab­le­sen las­sen, be­vor die be­son­de­re Licht­bre­chung un­ter Was­ser das Glas zum Spie­gel macht.

Zu som­mer­li­chen Ak­ti­vi­tä­ten ka­men wäh­rend der Test­zeit all­täg­li­che Ver­rich­tun­gen wie das Du­schen, Rad­fah­ren (Vi­bra­tio­nen) oder das Han­tie­ren an der Kü­chen­the­ke, wo die Uhr zwangs­läu­fig mit Flüs­sig­kei­ten und har­ten Ge­gen­stän­den in Be­rüh­rung kommt.

Im Ge­gen­satz zu ele­gan­ten Zeit­mes­sern mit Le­der­band kann man die ro­bus­te Tau­cher­uhr al­so be­den­ken­los über Wo­chen an­be­hal­ten. Und dank des ge­schmei­di­gen Kaut­schuk­bands und der ver­stell­ba­ren Si­cher­heits­falt­schlie­ße will man das auch. Nur ein ty­pi­sches Pro­blem von Kaut­schuk­bän­dern bleibt: Man schwitzt dar­un­ter. Des­halb – und aus De­sign­grün­den – lie­fert Oris ein Tit­an­band mit Si- cher­heits­falt­schlie­ße und aus­klapp­ba­rer Tauch­ver­län­ge­rung mit. So wird aus dem leicht schwit­zi­gen Hin­gu­cker ein kühl am Arm lie­gen­der Zeit­mes­ser in de­zen­tem, aber pro­fes­sio­nel­lem Look.

Bei­de Arm­bän­der ste­hen dem Meis­ter­tau­cher gut zu Ge­sicht, bei­de tra­gen sich gut und bei­de sind hoch­wer­tig ver­ar­bei­tet. Letz­te­res gilt für die ge­sam­te Uhr und ist ne­ben dem in­di­vi­du­el­len De­sign und der ho­hen Funk­tio­na­li­tät der wich­tigs­te Grund, Oris als künf­ti­gen Tauch­part­ner zu wäh­len. [994]

Uhr­zeit schwer ab­les­bar Lü­net­te we­nig grif­fig N AC H T E I L E VOR­ZÜ­GE ro­bust und hoch­wer­tig span­nen­des De­sign leich­tes Tit­an­ge­häu­se

So­li­de und schlau: Durch zwei zu­sätz­li­che Drü­cker er­laubt die Schlie­ße die Band­län­gen­ein­stel­lung di­rekt am Arm

Ty­pisch Oris: Das Sel­li­ta-ka­li­ber SW 220 wird um­ge­baut und mit dem im Zen­trum ro­ten Ro­tor ver­se­hen

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