KURZTEST LA­CO PA­DER­BORN ERBSTÜCK

La­co baut seit den 1940erjah­ren klas­si­sche Flie­ge­ruh­ren. Mit den künst­lich ge­al­ter­ten Mo­del­len der Li­nie Erbstück lässt die Pforz­hei­mer Mar­ke ih­re His­to­rie auf ganz spe­zi­el­le Wei­se wie­der­auf­le­ben.

Chronos - - INHALT - TEXT ME­LIS­SA GÖSSLING FO­TO LA­CO

ANTIQUITÄTENKANN

sich nicht je­der leis­ten. Aus die­sem Grund gibt es Mö­bel im so­ge­nann­ten Shab­by Chic. Sie wer­den mit un­ter­schied­li­chen Tech­ni­ken be­ar­bei­tet, so­dass sie alt aus­se­hen: Der Lack scheint über die Jahr­zehn­te an ei­ni­gen Stel­len ab­ge­platzt zu sein, die Ober­flä­chen wei­sen Ris­se auf, und die Kan­ten sind ab­ge­sto­ßen.

La­co bie­tet sei­nen Kun­den die Mög­lich­keit, ei­ne im De­sign seit den 1940er Jah­ren un­ver­än­der­te Flie­ge­ruhr zu er­wer­ben, die auch noch aus­sieht, als stam­me sie aus je­ner Zeit. Da­zu be­ar­bei­tet die Pforz­hei­mer Mar­ke in Hand­ar­beit Edel­stahl­ge­häu­se, Zif­fer­blatt und Zei­ger mit ver­schie­de­nen che­mi­schen und phy­si­ka­li­schen Ver­fah­ren, so­dass sie die An­mu­tung his­to­ri­scher Zeit­mes­ser er­hal­ten. Da­bei geht La­co zum Teil so weit, dass die Leucht­mas­se aus den Zei­gern her­aus­ge­bro­chen wird oder man deut­lich sicht- und spür­ba­re Ker­ben in das Ge­häu­se häm­mert, die sich auch über die Ver­bin­dungs­stel­len zwi­schen den Ge­häu­se­tei­len er­stre­cken kön­nen. Das Be­son­de­re an dem Flie­ge­ruh­ren-erbstück: Der Kun­de kann mit­ent­schei­den, wie in­ten­siv der künst­li­che Al­te­rungs­pro­zess her­aus­ge­ar­bei­tet wird.

Pa­der­born Erbstück

Un­ser Test­modell weist Al­ters­fle­cken auf dem Zif­fer­blatt und dem Ge­häu­se auf. Klei­ne Ker­ben an der Lü­net­te und an dem mas­si­ven Edel- stahl­druck­bo­den mit ein­gra­vier­ten Flie­ger­spe­zi­fi­ka­tio­nen er­we­cken den Ein­druck, als wä­re die Uhr schon vie­le Jah­re in ei­nem Cock­pit im Ein­satz ge­we­sen. Im Üb­ri­gen ach­tet La­co bei der Be­ar­bei­tung des Ge­häu­ses im­mer dar­auf, dass die Was­ser­dicht­heit von fünf Bar nicht be­ein­träch­tigt wird. Das Zif­fer­blatt ist nach dem so­ge­nann­ten Bau­mus­ter B ge­stal­tet. Die­ses soll­te den Na­vi­ga­to­ren der Luft­waf­fe die Ar­beit durch ei­ne gro­ße Mi­nu­te­rie und ei­nen klei­nen St­un­den­kreis im Zen­trum er­leich­tern.

Die Zif­fern und die Zei­ger der Pa­der­born Erbstück sind zum Teil ver­gilbt; sie leuch­ten im Dun­keln den­noch kräf­tig ge­nug, um die Uhr­zeit er­ken­nen zu kön­nen.

Den An­trieb be­sorgt das Au­to­ma­tik­ka­li­ber 2824. Bei dem für die Chronos-wer­tung aus­schlag­ge­ben­den Gang­test auf der Zeit­waa­ge zeig­te es gu­te Er­geb­nis­se mit ei­nem sehr ge­rin­gen täg­li­chen Vor­gang von nur ei­ner Se­kun­de und we­ni­gen Se­kun­den Ab­wei­chung zwi­schen den La­gen: Beim zwei­wö­chi­gen Tra­ge­test al­ler­dings ging die Uhr durch­schnitt­lich fünf Se­kun­den am Tag nach.

Die 42 Mil­li­me­ter gro­ße Flie­ge­ruhr trägt sich recht kom­for­ta­bel, denn La­co greift auch beim Arm­band auf die Vor­bil­der aus den vier­zi­ger Jah­ren zu­rück. So kommt die Pa­der­born Erbstück an ei­nem über­lan­gen Le­der­band, das an den Band­an­stö­ßen mit zwei Me­tall­nie­ten fi- xiert ist. Das schlie­ßen­lo­se En­de des Le­der­ban­des be­steht aus zwei La­gen, die am En­de eben­falls von ei­ner Nie­te zu­sam­men­ge­hal­ten wer­den. Die Dorn­schlie­ße ist da­zwi­schen ein­ge­fä­delt, so dass man die Uhr nicht ver­lie­ren kann, soll­te sich die Schlie­ße ver­se­hent­lich öff­nen.

Auf­grund die­ser Be­son­der­heit ist die Uhr an der Schlie­ße sehr dick, so­dass sie nicht un­ter den Hemds­är­mel passt. Aber das stört nicht all­zu sehr. Denn wer sich für das Erbstück von La­co ent­schei­det, zeigt es auch ger­ne.

VOR­ZÜ­GE N AC H T E I L E

Arm­band trägt dick auf Tra­ge­test-gang­wer­te im Mi­nus span­nen­des De­si­gn­kon­zept ho­her Nut­zungs­kom­fort gu­tes Preis-leis­tungs-ver­hält­nis

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