„ DIE NEUE IN­GE­NIEUR IST SPORT­LICH- KLAS­SISCH- ELE­GANT“

Chris­toph Gra­in­ger-herr, seit April 2017 CEO von IWC, über den neu­en Flagship-store in Mün­chen und neue Mo­del­le in der Kol­lek­ti­on.

Chronos - - INTERVIEW CHRISTOPH GRAINGER- HERR - FRA­GEN RÜDIGER BU­CHER

Herr Gra­in­ger-herr, Sie ha­ben En­de Ju­ni in Mün­chen ei­ne gro­ße, be­ein­dru­cken­de Bou­tique er­öff­net. Was er­war­tet ein Kun­de von so ei­nem Ge­schäft?

Hier ist nichts auf den schnel­len Ver­kauf aus­ge­rich­tet. Viel­mehr wol­len wir Er­fah­run­gen bie­ten, ei­nen un­mit­tel­ba­ren Kon­takt zur Mar­ke. Für uns ist es wich­tig, in den 50 TopLu­xus­zen­tren der Welt an sehr gu­ten La­gen ver­tre­ten zu sein. In den Bou­ti­quen kön­nen un­se­re Kun­den das Wer­te­sys­tem, das wir als Mar­ke ab­ge­ben, vor Ort phy­sisch er­le­ben.

Sie brin­gen für die Münch­ner Bou­tique ei­ne Spe­cial Edi­ti­on in Form des be­kann­ten Schlepp zei­ger chro­no gra­phen. Die­sen gibt es aber nicht in der re­gu­lä­ren Kol­lek­ti­on. War­um nicht?

Bei Uh­ren mit be­stimm­ten Funk­tio­nen wie et­wa Hand­auf­zug oder ei­nem Rat­tra­pan­teMecha­nis­mus ha­ben wir be­merkt, dass sie gut funk­tio­nie­ren, wenn sie li­mi­tiert sind. In der Stan­dard­kol­lek­ti­on ha­ben sie je­doch we­ni­ger kom­mer­zi­el­le Re­le­vanz. Mit ei­nem Sto­ry­tel­ling, ei­nem Orts­be­zug und ei­nem be­son­de­ren De­sign wer­den die­se Uh­ren deut­lich at­trak­ti­ver.

In der Li­nie In­ge­nieur ha­ben Sie im Lau­fe des letz­ten Jah­res meh­re­re Li­mi­ted Edi­ti­ons ge­bracht, zu­letzt die 50 Jah­re Mer­ce­des-amg. Al­le ha­ben nicht mehr das ty­pi­sche Gé­ral­dGen­ta-de­sign mit den fünf Aus­spa­run­gen auf der Lü­net­te. Geht die In­ge­nieur jetzt kom­plett in die­se neue Rich­tung?

In die­ser De­sign­spra­che, die aus der Mit­te der 1950er Jah­re stammt, ist die In­ge­nieur we­ni­ger ei­ne Tool­watch, son­dern viel­mehr sport- lich-klas­sisch-ele­gant. Die neu­en Uh­ren sind fla­cher und ha­ben auch mo­de­ra­te­re Durch­mes­ser als die In­ge­nieur-mo­del­le da­vor.

Was ist der Grund für die­se Ve­rän­de­rung?

Wir wol­len auch in der In­ge­nieur-li­nie ein De­sign an­bie­ten, das ei­ner Uhr ent­spricht, die man je­den Tag tra­gen kann. Wir ha­ben be­merkt, dass un­se­re in­ter­na­tio­na­le Kund­schaft dies im­mer stär­ker nach­fragt, wäh­rend die ty­pi­sche Tool­watch ein klei­ne­res Seg­ment auf dem Markt dar­stellt. Zwei­tens wol­len wir die Kon­sis­tenz in­ner­halb un­se­rer Kol­lek­ti­on er­hö­hen. Das heißt, dass al­le Iwc-mo­del­le zu­ein­an­der pas­sen und sich gut er­gän­zen sol­len. Das muss aber nicht hei­ßen, dass wir nie mehr ei­ne In­ge­nieur im Gen­ta-de­sign brin­gen. Auch bei der In­ge­nieur wol­len wir ne­ben der Stan­dard­kol­lek­ti­on wei­ter­hin in­ter­es­san­te Son­der­edi­tio­nen lan­cie­ren, die ein ähn­li­ches Prin­zip ver­fol­gen wie et­wa bei den Flie­ge­ruh­ren, wo wir von Saint Exu­pé­rys „Le Pe­tit Prin­ce“bis zu den Top-gun-edi­tio­nen ei­nen gro­ßen Bo­gen von klas­sisch-poe­ti­schem bis zu de­zi­diert sport­li­chem De­sign schla­gen.

Wie wird es bei der Aquatimer wei­ter­ge­hen?

Hier gilt ein ähn­li­ches Prin­zip wie bei der In­ge­nieur: Wir wol­len ei­ne Sportuhr im Port­fo­lio ha­ben, die al­le sport­li­chen An­sprü­che er­füllt, die aber zu je­der Si­tua­ti­on trag­bar ist – auch zum An­zug. Da kommt die Aquatimer ur­sprüng­lich auch her. Sie ist ei­ne sport­lich­funk­tio­na­le Uhr, die man je­den Tag tra­gen kann.

Wo liegt der Ein­stiegs­preis von IWC?

Im Moment bei 4500 Fran­ken. Das sind Au­to­ma­tik-drei­zei­ge­ruh­ren oh­ne Da­tum in der Por­to­fi­no-li­nie oder Flie­ge­ruh­ren wie die Pi­lot’s Watch Mark XVIII oder die Pi­lot’s Watch Automatic 36. [1379]

IWC In­ge­nieur Automatic, Edel­stahl, Sel­li­ta SW 300, 4950 €

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.