POR­SCHE DE­SIGN

Chronos - - Test Porsche Design Monobloc Actuator Und Porsche -

Das De­sign­stu­dio wur­de 1972 von Fer­di­nand Alexander Por­sche, der den ers­ten Por­sche 911 ge­stal­te­te, ge­grün­det. Ne­ben Be­klei­dung, Uh­ren und Ac­ces­soires wie Bril­len und Schreib­ge­rä­ten de­signt das Stu­dio auch Haus­halts­ge­rä­te und In­dus­trie­pro­duk­te. Seit 2003 ge­hört das vor­her un­ab­hän­gi­ge Un­ter­neh­men wie­der mehr­heit­lich zur Por­sche AG, und 2017 wur­den auch die letz­ten An­tei­le über­nom­men. Wäh­rend Por­sche De­sign für die Uh­ren frü­her mit Her­stel­lern wie IWC und Eter­na zu­sam­men­ar­bei­te­te, be­treibt die Mar­ke seit 2015 ei­ne ei­ge­ne Uh­ren­fer­ti­gung im Schwei­ze­ri­schen So­lo­thurn. Da­bei spie­len die The­men Ti­tan, Schwarz, Chro­no­gra­phen und der Be­zug zu den Por­scheS­port­wa­gen ei­ne wich­ti­ge Rol­le.

sinn das Da­tum, in die an­de­re Rich­tung den 24-St­un­den-zei­ger in St­un­den­schrit­ten rück­wärts. Die Schmet­ter­lings­falt­schlie­ße mit zu­sätz­li­cher Dorn­ver­stel­lung kann sich al­ler­dings beim Zu­sam­men­fal­ten ver­stel­len. Wie der zen­tra­le Dreh­zahl­mes­ser und der da­ne­ben­lie­gen­de Ta­cho des GT3 lässt sich die Zeit mit ei­nem schnel­len Blick vom Mo­no­bloc Actuator ab­le­sen. Für an­de­re In­for­ma­tio­nen, wie den Chro­no­gra­phen, muss man sich ein we­nig mehr Zeit neh­men.

Na­tur­ge­mäß kei­ne Zeit nimmt sich der Vier­li­ter-saug­mo­tor des GT3 bei der Ga­s­an­nah­me. Er ent­wi­ckelt die 500 PS bei 8250 Um­dre­hun­gen pro Mi­nu­te, bis renn­mä­ßi­ge 9000 Um­dre­hun­gen lässt er sich trei­ben und schreit da­bei sei­ne Lust am Hoch­dre­hen her­aus. Der Mo­tor beim Mo­no­bloc Actuator ar­bei­tet na­tur­ge­mäß et­was lei­ser: Un­ter dem dun­kel ge­tön­ten Sa­phirglas auf der Rück­sei­te wer­kelt das vom Schwei­zer Werk­spe­zia­lis­ten ge­bau­te, be­währ­te Val­joux 7754. Der Auf­zugs­ro­tor zeigt ein ske­let­tier­tes Por­sche-de­sign-lo­go, die Brü­cken dar­un­ter sind per­liert.

Mit 28800 Halb­schwin­gun­gen pro St­un­de ar­bei­tet das Werk eben­falls schnell. Und es läuft ähn­lich prä­zi­se wie der Por­sche-mo­tor: Auf der Zeit­waa­ge fiel die mitt­le­re Ab­wei­chung mit +4,5 Se­kun­den am Tag or­dent­lich aus. Bei ein­ge­schal­te­tem Chro­no­gra­phen ver­bes­ser­te sich der Wert auf +3 Se­kun­den.

Der GT3 mar­schiert als Hand­schal­ter in 3,9 Se­kun­den auf 100 km/h. Mit dem auf­preis­frei­en au­to­ma­ti­schen Dop­pel­kupp­lungs­ge­trie­be geht es deut­lich schnel­ler: 3,2 Se­kun­den. Aber zu ei­ner me­cha­ni­schen Uhr passt das for­dern­de Schalt­ge­trie­be gut. Es ist ein­fach die un­mit­tel­bars­te Art, ei­nen Sport­wa­gen zu kom­man­die­ren.

Ei­ne an­de­re Be­son­der­heit, die der Chro­no­graph vom Por­scheSaug­mo­tor über­nom­men hat, ist das Drück­er­sys­tem: Die Wip­pe für die Chro­no­gra­phen­steue­rung ar­bei­tet ähn­lich wie die Ven­til­steue-

rung über Schlepp­he­bel. Statt der Drü­cker gibt es ei­ne dop­pelt ge­la­ger­te Schalt­wip­pe, die so ge­schickt ins Ge­häu­se in­te­griert ist, dass man sie nicht sieht. In der schwar­zen Va­ri­an­te, die wir ge­tes­tet ha­ben, ist sie kom­plett un­sicht­bar; bei der Ti­t­an­ver­si­on sieht man die sehr fei­nen Spal­ten. Die Wip­pe über­trägt die Kraft auf ge­här­te­te Spe­zi­al­stö­ßel. Spe­zi­el­le Dich­tun­gen er­lau­ben es, den Chro­no­gra­phen un­ter Was­ser zu ak­ti­vie­ren. Ein Fe­der­me­cha­nis­mus mit Po­si­tio­nie­rungs­ku­geln aus Ke­ra­mik sorgt da­für, dass die Wip­pe im­mer genau in die Aus­gangs­la­ge zu­rück­schwingt. Beim Be­tä­ti­gen schwingt der obe­re Teil der Wip­pe dicht über das Sa­phirglas, oh­ne die­ses zu be­rüh­ren.

Die Prä­zi­si­on der Tei­le, Be­we­gun­gen und Spalt­ma­ße zeugt von In­ge­nieur­kunst. Und vor al­lem funk­tio­niert das Gan­ze aus­ge­zeich­net und mit we­nig Kraft. Der ei­gent­li­che Grund für den Auf­wand stellt aber das De­sign dar. Denn wie der 911 zu ei­ner der we­ni­gen au­to­mo­bi­len Iko­nen ge­hört und auf ei­ne lan­ge Tra­di­ti­on zu­rück­bli­cken kann, so steht auch der Por­sche-de­si­gnChro­no­graph in ei­ner be­rühm­ten Tra­di­ti­ons­li­nie: Vom 1972 vor­ge­stell­ten ers­ten Chro­no­gra­phen von Por­sche De­sign über­nimmt die Te­stuhr das schwar­ze Ge­häu­se, vom Ti­tan-chro­no­graph von 1980 das Ge­häu­se­ma­te­ri­al, das De­si­gn­kon­zept mit den na­he­zu un­sicht­ba­ren Drü­ckern so­wie das Zif­fer­blatt­de­sign mit Ta­chy­me­ter­ska­la. Das Gan­ze hat Por­sche De­sign mo­der­ni­siert und in ei­ne cha­rak­ter­star­ke Ton­ne­au­form ver­packt.

Vor dem Spaß kommt die Ar­beit, denn man soll­te für den Spit­ze 320 km/h lau­fen­den GT3 schon ein we­nig auf dem Kon­to an­ge­sam­melt ha­ben: 152416 Eu­ro kos­tet er min- des­tens. Das ist für ei­nen so star­ken und auf die Renn­stre­cke aus­ge­leg­ten Wa­gen aber fast we­ni­ger, als man er­war­tet. Wer den GT3 auf der Por­sche-ei­ge­nen Renn­stre­cke in Leip­zig er­le­ben will, oh­ne ihn gleich zu kau­fen, kann auch ein zwei­tä­gi­ges Fahr­trai­ning bu­chen: Für 4750 Eu­ro ein Er­leb­nis, das man nicht ver­gisst. Für et­was mehr, um genau zu sein 6250 Eu­ro, be­kommt man den Mo­no­bloc Actuator in der ge­tes­te­ten Aus­füh­rung Black & Rub­ber. Es gibt nam­haf­te Mo­del­le wie den Breit­ling Na­vi­ti­mer World, die mit dem glei­chen Werk güns­ti­ger sind (5840 Eu­ro). Die Ver­ar­bei­tung des mit har­tem Ti­t­an­car­bid beschich­te­ten Ge­häu­ses und die raf­fi­nier­te Schalt­wip­pe las­sen aber den Preis als noch an­ge­mes­sen durch­ge­hen.

Als wir nach et­li­chen Run­den den 911 GT3 ab­stel­len und uns aus dem Scha­len­sitz her­aus­pel­len, knis­tert und flim­mert der auf­ge­heiz­te Wa­gen im Schat­ten vor sich hin. Test be­stan­den: Au­to und Uhr pas­sen gut zu­sam­men, funk­tio­nie­ren aber auch ein­zeln. [2270]

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