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Chronos - - Test -

2012 FÜHR­TE BULGARIDIE Zwei­zei­ger­ver­si­on der Octo ein: Die Octo So­lo­tem­po wur­de nicht nur für ihr ein­zig­ar­ti­ges kom­ple­xes Ge­häu­se­de­sign mit 110 Fa­cet­ten ge­lobt, son­dern leg­te auch den Grund­stein für ei­ne der er­folg­reichs­ten Uh­ren­kol­lek­tio­nen der ita­lie­ni­schen Mar­ke. Apro­pos Grund­stein: Laut Bul­ga­ri ist das acht­ecki­ge Ge­häu­se von ar­chi­tek­to­ni­schen De­tails in der Ba­si­li­ca di Mas­sen­zio in­spi­riert, dem größ­ten Ge­bäu­de des Fo­rum Ro­ma­num in Rom. Selbst­ver­ständ­lich darf man auch den ur­sprüng­li­chen Ent­wurf von 2004 nicht ver­ges­sen, wenn man von der Her­kunft der Octo spricht. Das Bul­ga­ri-de­sign­team hat­te die acht­ecki­ge Uhr da­mals für die zu­vor ge­kauf­te und heu­te voll in­te­grier­te Un­ter­mar­ke Gé­rald Gen­ta ent­wi­ckelt. ge­stal­te­tes Me­tall­arm­band ein und er­gänz­te die Kol­lek­ti­on dann zü­gig um di­ver­se ul­traf­la­che Ver­sio­nen mit dem Bei­na­men Fi­nis­si­mo („su­per­fein“) und Chro­no­gra­phen mit Na­men Ve­lo­cis­si­mo („pfeil­schnell“). Letz­te­re wa­ren mit dem Schnell­schwin­ger-chro­no­gra­phen­ka­li­ber El Pri­me­ro von Ze­nith aus­ge­rüs­tet, Bul­ga­ris Schwes­ter­mar­ke in­ner­halb des LVMH-LU­XUS­gü­ter­kon­zerns. 2016 ka­men schließ­lich die „ex­trem schwar­zen“Ul­tra­ne­ro-ver­sio­nen mit beschich­te­ten Ge­häu­sen hin­zu.

In den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren hat Bul­ga­ri nicht nur die acht­ecki­ge Form naht­los in sei­ne De­sign­spra­che über­führt, son­dern auch sein An­se­hen als High-en­dUh­ren­her­stel­ler durch die Ent­wick­lung hoch­kom­pli­zier­ter Zeit­mes­ser ge­stei­gert. Das Octo Fi­nis­si­mo Tour­bil­lon von 2014 bei­spiels­wei­se war mit dem dünns­ten klas­sisch kon­stru­ier­ten Tour­bil­lon­ka­li­ber aus­ge­stat­tet; sei­ne Bau­hö­he be­trug nur 1,95 Mil­li­me­ter.

2016 stell­te Bul­ga­ri mit der Octo Fi­nis­si­mo Mi­nu­te Re­pea­ter den Re­kord für die flachs­te Mi­nu­ten­re­pe­ti­ti­on auf: Das Ka­li­ber BVL 362 misst nur 3,12 Mil­li­me­ter, das Tit­an­ge­häu­se le­dig­lich 6,85 Mil­li­me­ter in der Hö­he. Und auf der Ba­sel­world 2017 prä­sen­tier­te die Mar­ke schließ­lich die Octo Fi­nis­si­mo Au­to­ma­tic – die flachs­te Au­to­ma­tik­uhr (5,15 Mil­li­me­ter) mit dem flachs­ten Au­to­ma­tik­werk (2,23 Mil­li­me­ter).

Ver­gli­chen mit den sechs­stel­li­gen Prei­sen von Tour­bil­lon und Mi­nu­ten­re­pe­ti­ti­on ist die Octo Ro­ma mit Prei­sen ab 5800 Eu­ro er­schwing­lich. Sie hält kei­nen Flach­heits­re­kord, stellt aber die ers­te grund­le­gen­de Wei­ter­ent­wick­lung des Octo-ge­häu­ses dar.

Wie der Na­me aus­drückt, ist sie im­mer noch acht­eckig, aber et­was we­ni­ger mar­kant – und we­ni­ger kan­tig. Des­halb tritt die run­de Lü­net­te, die schon frü­her zur Octo ge­hör­te, hier mehr in den Vor­der­grund und lässt die Uhr eher or­ga­nisch als geo­me­trisch aus­se­hen. Sie wirkt de­zen­ter, ob­wohl Lü­net­te, Kro­ne und Bo­den­glas im­mer noch die ein­zi­gen run­den Kom­po­nen­ten sind. Ge­häu­se, Zif­fer­blatt und Deck­glas sind nach wie vor acht­eckig, wo­bei die Ge­häu­se­fa­cet­ten von 110 auf 58 re­du­ziert wur­den.

Die Octo Ro­ma stellt die Evo­lu­ti­on ei­nes be­ste­hen­den De­signs dar, oh­ne das Vor­bild in den Schat­ten zu stel­len. Die zwei Octo-for­men sind ver­schie­den ge­nug, um die Li­ni­en­er­wei­te­rung zu recht­fer­ti­gen. Es scheint un­mög­lich zu sa­gen, wel­che Octo die bes­se­re ist. Mar­ken­chef Jean-chris­to­phe Ba­bin er­klärt: „Nach ei­nem Jahr Hin und Her ha­ben wir ent­schie­den, die neue Uhr zu brin­gen, weil ihr Po­ten­zi­al groß ist. Das Ziel war, den Kun­den­stamm um sol­che Uh­ren­lieb­ha­ber zu er­wei­tern, die et­was De­zen­te­res su­chen als die be­ste­hen­de Octo.

In ei­ner Hin­sicht ist die Octo Ro­ma je­den­falls bes­ser: Sie bie­tet mehr Fle­xi­bi­li­tät beim Band­wech­sel. Bul­ga­ri ver­wen­det näm­lich bei der neu­en Uhr Stan­dar­darm­bän­der mit her­kömm­li­chen Fe­der­ste­gen statt Spe­zi­al­an­fer­ti­gun­gen für die in­di­vi­du­ell ge­form­ten Band­an­stö­ße der Octo.

Es gibt im­mer noch kei­ne Leucht­mas­se auf Zif­fer­blatt und Zei­gern, was ei­ni­ge Uh­ren­freun­de vom Kauf ab­hal­ten könn­te. Al­ler­dings ist man ge­neigt zu­zu­ge­ben, dass bei ei­nem De­si­gn­ob­jekt wie der Octo die Form über die Funk­ti­on ge­hen darf.

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