„ HUBLOT IST MEIN GRÖSS­TER ER­FOLG“

Lvmh-uh­ren­chef Je­an-clau­de Bi­ver über ak­tu­el­le Ent­wick­lun­gen sei­ner drei Mar­ken Hublot, TAG Heu­er und Ze­nith.

Chronos - - Interview Jean- Claude Biver - FRA­GEN RÜ­DI­GER BUCHER

Sie ha­ben das Ent­wick­lungs- und For­schungs­in­sti­tut der LVMHUh­ren­di­vi­si­on ge­grün­det. Ar­bei­tet das für al­le drei Mar­ken: Hublot, TAG Heu­er und Ze­nith? Im Prin­zip ja. Al­ler­dings be­sitzt Hublot sei­ne ei­ge­ne Ent­wick­lungs­ab­tei­lung. Da­her kom­men die Auf­trä­ge für das In­sti­tut fast al­le von Ze­nith und TAG Heu­er. Es ist na­tür­lich denk­bar, dass auch Hublot plötz­lich ei­ner Tech­nik be­darf, die die Ma­nu­fak­tur nicht selbst ent­wi­ckeln kann. So war es zum Bei­spiel bei der Big Bang Re­fe­ree 2018, der Smart­watch für die Fuß­ball­welt­meis­ter­schaft. Da konn­te Hublot auf die Er­fah­run­gen, die TAG Heu­er mit sei­ner Con­nec­ted ge­macht hat, zu­rück­grei­fen. Grund­sätz­lich ent­wi­ckelt das In­sti­tut Din­ge, die für al­le Mar­ken in­ter­es­sant sind, zum Bei­spiel ei­ne neue Spi­ral­fe­der. Dort ar­bei­ten In­ge­nieu­re, Ma­the­ma­ti­ker, Ex­per­ten für Me­tall­ur­gie. Für das In­sti­tut ha­ben wir Mit­tel in der Grö­ßen­ord­nung von acht bis neun Mil­lio­nen Schwei­zer Fran­ken in­ves­tiert; das ist vor al­lem für ei­ne klei­ne­re Mar­ke wie Ze­nith in­ter­es­sant, die sol­che Mit­tel al­lein nicht be­reit­stel­len könn­te. Ze­nith hat 2017 ein Uhr­werk mit ei­ner völ­lig neu­ar­ti­gen Hem­mung vor­ge­stellt, das bis­her nur in den zehn Uh­ren ei­ner Li­mi­ted Edi­ti­on tickt. Wie lan­ge dau­ert es, bis Sie das ent­spre­chen­de Mo­dell, die De­fy Lab, se­ri­en­mä­ßig her­aus­brin­gen kön­nen? En­de 2018 soll es so weit sein.

Wel­che Schwie­rig­kei­ten galt es zu über­win­den? Ver­schie­de­ne Be­stand­tei­le des Wer­kes, et­wa die aus Si­li­zi­um, bau­en wir nicht selbst. Sie wer­den vom CSEM her­ge­stellt, ei­nem For­schungs- und Ent­wick­lungs­zen­trum in Neu­châ­tel. Ich ge­be Ih­nen ein Bei­spiel: Zu Be­ginn wa­ren im Werk be­stimm­te Rä­der vor­ge­se­hen, die aus Stahl be­stan­den, nicht aus Si­li­zi­um. Doch die Me­tall- und die Si­li­zi­um­tei­le ha­ben, ver­ein­facht aus­ge­drückt, nicht op­ti­mal mit­ein­an­der har­mo­niert. Da­her müs­sen wir nun ei­ni­ge Tei­le, die ur­sprüng­lich nicht aus Si­li­zi­um be­stan­den, auch aus die­sem Ma­te­ri­al fer­ti­gen. So ei­ne Um­stel­lung setzt un­ter an­de­rem vor­aus, dass al­les neu be­rech­net wird. Da­zu kommt, dass die Wis­sen­schaft­ler des CSEM nicht nur für uns ar­bei­ten. All das kos­tet Zeit, die man sich bei der Ent­wick­lung so ei­ner bahn­bre­chen­den Tech­nik neh­men muss. Wir ver­su­chen jetzt, bis En­de 2018 zwi­schen 1000 und 3000 Uhr­wer­ke zu fer­ti­gen. Eig­net sich das neue Ze­nith-ka­li­ber auch da­zu, mit Zu­satz­funk­tio­nen ver­se­hen zu wer­den? Ja. Das war für uns bei der Ent­wick­lung ein wich­ti­ger Punkt. Funk­tio­nen wie ei­ne Mond­pha­sen­in­di­ka­ti­on oder ein Chro­no­graph las­sen sich da­mit rea­li­sie­ren.

2019 fei­ert Ze­nith 50 Jah­re El Pri­me­ro. Wo kommt da das The­ma Zu­kunft ins Spiel? In­dem wir ein neu­es El Pri­me­ro 1969 ma­chen. Al­so wei­te­re Ent­wick­lun­gen. Wir brin­gen (jetzt) ein El Pri­me­ro Fly­back. Das ist ei­ne in­ter­es­san­te, sinn­vol­le Er­gän­zung. Was eben­falls Sinn ma­chen wür­de, ist ein Schlepp­zei­ger­chro­no­graph.

Sie ha­ben im Lauf Ih­rer Kar­rie­re mit ver­schie­de­nen Mar­ken Er­fol­ge ge­fei­ert: Blancpain, Ome­ga, Hublot, TAG Heu­er. Wel­cher ist Ih­nen am meis­ten wert? Hublot ist mein größ­ter Stolz. Und mein größ­ter Er­folg.

Noch mehr als Blancpain? Ja. Und was den Er­folg noch grö­ßer macht, ist die Tat­sa­che, dass Hublot wei­ter­hin kon­stant wächst, ob­wohl ich seit sechs Jah­ren nicht mehr CEO bin. Was Ri­car­do Gua­da­lu­pe und sein Team ma­chen, ist be­mer­kens­wert. Sie ent­wi­ckeln die Mar­ke ge­nau in die Rich­tung, die ich auch ein­ge­schla­gen hät­te. [4921]

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.