„ Ich ge­be Men­schen mit Han­di­cap ei­ne Ar­beit“Ka­rin lei­tet ein et­was an­de­res Ho­tel

Oft wer­den sie aus­ge­grenzt, er­hal­ten gar kei­ne Chan­ce im Be­rufs­le­ben. Im Es­se­ner „ Ho­tel Franz“ist das an­ders. CLO­SER check­te hier ein …

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Sie lä­chelt, wäh­rend sie das Zim­mer in fri­schem Glanz er­strah­len lässt. Bet­ten neu be­zie­hen, Bo­den wi­schen, Ba­dar­ma­tu­ren po­lie­ren. Andrea Vey (26) ge­lingt das mü­he­los. Die jun­ge Frau wirkt rich­tig glück­lich, die kör­per­li­che An­stren­gung ist ihr nicht an­zu­mer­ken. Seit vier Jah­ren ar­bei­tet sie im „ Ho­tel Franz“in ­Es­sen, im Her­zen des Ruhr­ge­biets.

Die zier­li­che Blon­di­ne ist Zim­mer­mäd­chen, Teil des Hou­se­ke­eping-Teams. Hier fühlt sich Andrea zu Hau­se, an­ge­kom­men, ge­schätzt, ernst ge­nom­men. Dass sie ei­ne Lern­schwä­che hat, spielt kei­ne Rol­le. „ Für uns steht der Mensch im Vor­der­grund, nicht sein Han­di­cap“, er­klärt Andre­as Che­fin ­Ka­rin Pop­pin­ga.

Die 53-Jäh­ri­ge lei­tet ein be­son­de­res Un­ter­neh­men. Fast die Hälf­te der 48 An­ge­stell­ten hat ei­ne Be­ein­träch­ti­gung. „Das kann ei­ne Höro­der Seh­be­hin­de­rung, an­de­re Be­ein­träch­ti­gun­gen, ei­ne geis­ti­ge Be­hin­de­rung oder ei­ne psy­chi­sche Er­kran­kung sein“, er­klärt Ka­rin. Zu­dem ist das Stadt- und Ta­gungs­ho­tel be­son­ders aus­ge­stat­tet, so­dass auch Gäs­te mit Be­hin­de­rung sich wohl- und ­si­cher füh­len.

Die Bar­rie­re­frei­heit für Roll­stuhl­fah­rer ist hier nur ein Bei­spiel. Durch die Zu­sam­men­ar­beit mit ­ei­nem Pfle­ge­dienst und

„Für uns steht der Mensch im Vor­der­grund“Ho­tel­che­fin Ka­rin

­Sa­ni­täts­haus ist je­des De­tail durch­dacht.

Hin­ter dem im Mai 2012 er­öff­ne­ten 4- Ster­ne-Ho­tel steckt das „Franz Sa­les Haus“. Die Ein­rich­tung setzt sich seit 133 Jah­ren für Men­schen mit geis­ti­gen, psy­chi­schen und mehr­fa­chen Be­hin­de­run­gen ein. Je­der wird so an­ge­nom­men, wie er ist, und dort ge­för­dert, wo Hil­fe not­wen­dig ist. Et­wa auf dem Ar­beits­markt.

Frau­en und Män­ner mit Han­di­cap fin­den oft kei­ne Lehr­stel­le oder nach ih­rer Aus­bil­dung kei­nen fes­ten Job. „Da­bei sind die Men­schen hoch mo­ti­viert“, weiß Ka­rin Pop­pin­ga. So wie Andrea. Sie ist ge­lern­te Haus­wirt­schafts­hel­fe­rin, be­warb sich mehr­fach er­folg­los. Dann las ih­re Mut­ter in der Zei­tung vom „ Ho­tel Franz“. Andrea ab­sol­vier­te zu­nächst er­folg­reich ein Prak­ti­kum und ist nun nicht mehr weg­zu­den­ken.

Für ih­ren Traum­job mit Ta­rif­ver­trag zog sie so­gar von der hol­län­di­schen Gren­ze ins Ruhr­ge­biet. „Vie­le Kol­le­gen wur­den schnell zu Freun­den“, er­klärt sie.

Denn ih­re Che­fin Ka­rin spricht nicht nur über In­klu­si­on, sie lebt sie, ist ein ­ech­ter Pro­fi, ein Fels in der Bran­dung. Mit viel Ge­duld und Herz. Die­sen Zu­sam­men­halt und die­se Freu­de an der Ar­beit spü­ren auch die be­geis­ter­ten Gäs­te. „Wir sind nicht nur Ar­beits­kol­le­gen, wir sind ei­ne Fa­mi­lie“, sagt Ka­rin Pop­pin­ga stolz.

„Vie­le Kol­le­gen wur­den schnell zu Freun­den“Andrea Vey

Ka­rin ­Pop­pin­ga und ihr Team sind nicht nur Kol­le­gen, son­dern Freun­de.

Es wird dar­auf ge­ach­tet, dass al­les bar­rie­re­frei zu­gäng­lich ist. Andrea hat als Zim­mer­mäd­chen im „ Ho­tel Franz“ih­ren Traum­job ge­fun­den.

Der Tisch im Ho­telRe­stau­rant ist lie­be­voll ge­deckt.

Mehr In­fos zum Ho­tel fin­den Sie im In­ter­net un­ter ho­tel-franz.de

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