„Wir rann­ten um un­ser Le­ben“

Pro­fi-Po­ker­spie­ler No­jan D. war im Ho­tel „ Man­da­lay Bay“, als die töd­li­chen Schüs­se fie­len …

Closer - - Erste Seite - Tan­ja Tim­mer­manns, Ja­ni­na Darm

Es müs­sen schreck­li­che Mi­nu­ten ge­we­sen sein. Mo­men­te vol­ler Angst, die No­jan D. (29) noch im­mer Schau­er über den Rü­cken ja­gen. Der Me­dien­ex­per­te po­ker­te ge­ra­de in Las Ve­gas, als der 64-jäh­ri­ge US-Ame­ri­ka­ner Ste­phen C. Pad­dock aus dem 32. Stock des „Man­da­lay Bay“-Ho­tels wahl­los auf die Be­su­cher ei­nes Coun­try­Kon­zerts schoss und min­des­tens 58 Men­schen das Le­ben nahm. In CLOSER be­rich­tet No­jan D. von dem grau­en­vol­len Er­eig­nis.

Es hät­te ein un­ter­halt­sa­mer Abend wer­den sol­len. No­jan D. saß am Po­ker­tisch im „Man­da­lay Bay“-Ho­tel, je­nem Ge­bäu­de, aus dem der To­des­schüt­ze spä­ter auf Men­schen ziel­te. Die Stim­mung war aus­ge­las­sen. Bis sich die Nach­richt ver­brei­te­te, dass Schüs­se fal­len. „Ein Mann am Po­ker­tisch ge­gen­über be­kam ei­nen An­ruf von sei­ner Schwes­ter. Sie sag­te ihm, dass ge­schos­sen wird. Er

schrie dann laut: ,Hier ist ein Schüt­ze!‘“

Die Si­tua­ti­on war zu­nächst un­über­sicht­lich. Dass der At­ten­tä­ter aus ei­nem Ho­tel­zim­mer in Rich­tung des Fes­ti­val­ge­län­des feu­er­te, auf dem ge­ra­de ein Coun­try-Kon­zert lief, wuss­ten No­jan D. und die an­de­ren Ho­tel­gäs­te an­fangs nicht. „Zu Be­ginn wa­ren al­le ganz ru­hig, es gab kei­ne Pa­nik. Doch dann ha­ben wir auch die Schüs­se ge­hört und rann­ten um un­ser Le­ben. Wir dach­ten, der Schüt­ze biegt je­den Mo­ment um die Ecke! Ei­ni­ge ver­mu­te­ten, er sei im Ge­schen­ke­shop. Es war schreck­lich!“

Auf der Flucht vor dem Schüt­zen be­geg­ne­te der Köl­ner dem Ho­tel-Ma­na­ger. Die­ser zog ihn in sein Bü­ro, gab ihm ­Un­ter­schlupf. No­jan D. ver­schanz­te sich mit ein paar Leu­ten, die eben­falls in den Raum ge­flo­hen wa­ren. „Mein Ge­dan­ke war im­mer nur: Wenn im Flur kei­ne Men­schen mehr sind, wird der Schüt­ze nach Men­schen su­chen …“, so D. Nach rund 30 Mi­nu­ten kam ein Si­cher­heits-Team, das die Grup­pe in den Kel­ler brach­te. „Wir ha­ben uns ins­ge­samt neun St­un­den lang im Fit­ness­stu­dio ver­steckt und ge­hofft, dass der Schüt­ze uns nicht fin­det.“Dann gab es Ent­war­nung. Der At­ten­tä­ter hat­te sich selbst ge­rich­tet. Den­noch: Min­des­tens 58 Men­schen be­zahl­ten mit ih­rem Le­ben, rund 500 wei­te­re wur­den ver­letzt. Das Aus­maß der Ka­ta­stro­phe wur­de No­jan erst spä­ter be­wusst. „Mei­ne Kol­le­gin war mit ih­rer Freun­din auf dem Kon­zert, sie wur­de di­rekt ne­ben ihr er­schos­sen. Und der Freund ei­ner an­de­ren Mit­ar­bei­te­rin ge­hört eben­falls zu den ­Op­fern“, be­rich­tet der 29-Jäh­ri­ge.

Es sind ver­stö­ren­de Nach­rich­ten. Din­ge, die No­jan ver­fol­gen. „Ich kann nicht schla­fen“, sagt er zu CLOSER. „Ich wer­de kei­ne Pro­ble­me ha­ben, mich ­wie­der an ei­nen Po­ker­tisch zu set­zen. Aber Mas­sen­ver­an­stal­tun­gen wer­de ich mei­den. Ich bin schon sehr schreck­haft, wenn nur je­mand hin­ter mir steht.“

In Deutsch­land will er die Er­eig­nis­se auf­ar­bei­ten. „Ich ha­be im Freun­des­kreis ei­nen Hyp­no­se-The­ra­peu­ten, bei dem ich mich be­han­deln las­sen wer­de, um das al­les zu ver­ar­bei­ten“, sagt er mit erns­tem Ton­fall. Ver­ges­sen kön­nen wird er die Er­eig­nis­se je­doch nie.

„Ich hat­te Angst um mein Le­ben“, ge­steht der Köl­ner, der auch ei­nen ei­ge­nen YouTu­beNo­jan Ka­nal be­sitzt (Mr.Dor­son). Wäh­rend an. „Ich sich ver­steck­te, rief er sei­ne Fa­mi­lie woll­te un­be­dingt ih­re Stim­men hö­ren.“

Sein Ver­steck die Gäs­te, Im Fit­ness­stu­dio des Ho­tels war­te­ten gab. bis es sei­tens der Be­hör­den Ent­war­nung

Die Men­schen in Las Ve­gas ste­hen un­ter Schock. „Über­all an den Kreu­zun­gen sind Ker­zen auf­ge­stellt wor­den“, be­rich­tet Be­su­cher No­jan D. CLOSER.

Um 22.07 Uhr Orts­zeit schoss Ste­phen C. Pad­dock aus dem 32. Stock des „ Man­da­lay Bay“- Ho­tels auf die Fes­ti­val- Be­su­cher. Ho­tel­gast No­jan D. war zu die­ser Zeit im Ca­si­no. Der Tat­ort

Die Op­fer Min­des­tens 58 Men­schen star­ben durch die Ku­geln, die der At­ten­tä­ter in die Men­ge feu­er­te, über 500 wur­den ver­letzt.

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