Wo­tan Wil­ke Möh­ring & Fran­zis­ka Weisz

Die „Tat­ort“-Stars im ex­klu­si­ven In­ter­view

Closer - - Nah, Näher, - Tan­ja Tim­mer­manns

Sie ge­hö­ren zu den ­be­lieb­tes­ten „Tat­ort“Kom­mis­sa­ren: Wo­tan Wil­ke Möh­ring (50) und Fran­zis­ka Weisz (37). CLO­SER traf das Duo in Ham­burg. Ein In­ter­view über Kin­der, Hoch­zeit und le­bens­ge­fähr­li­che Aus­flü­ge …

Ihr nächs­ter Fall hat ei­nen bri­san­ten Hin­ter­grund: Es geht um rech­te und lin­ke ­Po­pu­lis­ten. Wie po­li­tisch darf ein „Tat­ort“sein?

Wo­tan: Un­ser Ziel ist es, ­Ge­schich­ten, die pas­sie­ren, an die Leu­te zu brin­gen. In un­ter­halt­sa­mer Form, aber eben mit ei­nem Mehr­wert, den man an­neh­men kann oder nicht.

Sie wa­ren frü­her selbst Teil der Punk­sze­ne. Wa­ren Sie ein po­li­ti­scher Ak­ti­vist?

Wo­tan: Ja, ich ha­be frü­her häu­fi­ger de­mons­triert. Ich ­ha­be Eier und Mehl ge­wor­fen. Aber das ist schon lan­ge her. Jetzt lau­fe ich nur noch bei ­La­ter­nen­um­zü­gen mit.

Fran­zis­ka: Ich war im ­Ja­nu­ar beim Wo­men’s March in ­Ame­ri­ka ge­gen Trump da­bei und ver­gan­ge­nes Jahr bei der Agrar-De­mo in Ber­lin.

Wo­tan, Sie sind drei­fa­cher Va­ter. Wie er­klä­ren Sie ­Ih­ren Kin­dern, was da po­li­tisch ­ge­ra­de pas­siert?

Wo­tan: Ich er­klä­re ih­nen, dass bei uns kein Krieg statt­fin­det. Denn das wol­len Kin­der hö­ren. Ich er­klä­re ih­nen an­sons­ten, dass der Streit im Sand­kas­ten ähn­lich ist wie der Streit zwi­schen Trump und Kim Jong-un. Es geht dar­um, wer das grö­ße­re Förm­chen hat und wem die Schau­fel ge­hört. Nur dass die Aus­wir­kun­gen uns al­le be­tref­fen.

Im „Tat­ort: Bö­ser Bo­den“wird Ihr Film-Sohn straf­fäl­lig, und Sie kom­men nicht mehr an ihn ran. Was, wenn Ih­nen so et­was pri­vat pas­sie­ren wür­de?

Wo­tan: Wenn die­ses Band zwi­schen mir und mei­nen Kin­dern nicht mehr da wä­re, wä­re das sehr tra­gisch. Ich ha­be es in mei­ner Kind­heit und Ju­gend mei­nen El­tern nie leicht ge­macht, aber ich wuss­te im­mer, dass ich mit al­lem zu ih­nen kom­men kann. Und ich hof­fe, dass mei­ne Kin­der das auch wis­sen. Letzt­end­lich wer­de ich sie im­mer lie­ben, egal, was sie tun.

Sie le­ben von der Mut­ter der drei ge­trennt. Ha­ben Sie manch­mal Angst, dass ­Ih­nen Ih­re Kin­der ent­glei­ten könn­ten?

Wo­tan: Nein, ich ver­ste­he mich mit An­na, der Mut­ter, sehr gut, und ich ha­be die Mög­lich­keit, mei­ne Kin­der im­mer bei mir zu ha­ben, wenn ich nicht dre­he. Im De­zem­ber ha­be ich jetzt zum Bei­spiel drei Wo­chen All­tag mit ih­nen – das ist die schöns­te Zeit für mich.

Wie sieht es bei Ih­nen und ­Ih­rer neu­en Freun­din mit Nach­wuchs aus?

Wo­tan: Nicht aus­ge­schlos­sen, aber auch nicht ge­plant.

Wür­den Sie Ih­re jet­zi­ge Freun­din denn hei­ra­ten?

Wo­tan: Auch noch nicht ge­plant, aber wenn es ge­wünscht ist, viel­leicht (lacht).

Fran­zis­ka, Sie ha­ben vor zwei Jah­ren ge­hei­ra­tet. Sind Kin­der ein The­ma?

Fran­zis­ka: Ja, aber auch bei mir ist nichts kon­kret ge­plant. Ich bin noch nicht schwan­ger … (Lacht.)

Wo­tan: Kin­der kom­men ja, wann sie wol­len …

Al­so wer­den wir Sie im ­„ Tat­ort“viel­leicht bald mit Ba­by­ku­gel se­hen?

Fran­zis­ka: Nein, das auf kei­nen Fall. Ei­ne Schwan­ger­schaft wür­de nicht zu mei­ner Rol­le Ju­lia Grosz pas­sen. In dem Fall müss­te ich den Dreh wahr­schein­lich ver­schie­ben.

Ih­re Rol­le wirkt sehr kühl und un­nah­bar, zu­dem sind Sie meist hoch­ge­schlos­sen ­ge­klei­det. Könn­ten Sie sich vor­stel­len, mehr Haut zu zei­gen?

Fran­zis­ka: Wenn wir am FKK-Strand er­mit­teln wür­den, ja. Wenn es Sinn macht, wür­de ich auch die Hül­len fal­len las­sen. Aber wenn es der Quo­te scha­det, soll­te ich mich bes­ser nicht aus­zie­hen (lacht).

Ha­ben Sie manch­mal Angst, dass Sie trotz gu­ter Quo­ten „aus­sor­tiert“wer­den?

Fran­zis­ka: Nee, den ­Ge­dan­ken ha­be ich noch nie ge­habt.

Wo­tan: Da ma­che ich mir auch kei­ne Sor­gen. Es geht uns nicht dar­um, mög­lichst vie­le Zu­schau­er zu er­rei­chen. Der Sen­der hat ja auch ei­nen Bil­dungs­auf­trag. Das Pu­bli­kum soll her­aus­ge­for­dert und an­ge­regt wer­den. Das schaf­fen wir mit un­se­ren „Tat­or­ten“.

WDR-Fern­seh­di­rek­tor Jörg Schö­nen­born be­stä­tig­te ­ge­ra­de, dass es nur zwei­mal im Jahr „ex­pe­ri­men­tel­le ­, Tat­or­te‘“ge­ben sol­le. Wie fin­den Sie das?

Fran­zis­ka: Das fin­de ich schon wie­der scha­de, wenn man das so re­gu­liert. Das ist dann so wie: Ge­hen wir mal al­le brav zur Ar­beit, und ­ein­mal im Jahr las­sen wir die Sau raus. Und dann auf Knopf­druck et­was Un­ge­wöhn­li­ches ­ma­chen ge­lingt ja auch nicht oh­ne Wei­te­res.

Ha­ben Sie ei­gent­lich ei­nen Lieb­lings-„Tat­ort“-Kom­mis­sar – au­ßer sich selbst?

Fran­zis­ka: Al­so mei­ner ist Wo­tan.

Wo­tan: Ich muss ehr­lich ­zu­ge­ben, dass ich sonn­tag­abends kei­ne Zeit ha­be zum Fern­seh­gu­cken, weil ich dann die Kin­der ins Bett brin­ge.

Fran­zis­ka, Sie wer­den in den nächs­ten bei­den „Tat­ort“Fol­gen gleich zwei­mal fast um­ge­bracht. Muss­ten Sie schon mal um Ihr Le­ben fürch­ten?

Fran­zis­ka: Ja, wäh­rend ­ei­nes Süd­see-Urlaubs. Ich war schwim­men, als ein Mo­tor­boot knapp an mei­nem Kopf vor­bei­bret­ter­te. Der Fah­rer dach­te of­fen­bar, ich bin ei­ne Bo­je. Das war haar­scharf!

Und ist Ih­nen schon mal was Le­bens­be­droh­li­ches ­pas­siert, Wo­tan?

Wo­tan: Ich hat­te in Me­xi­ko mal ein Hai-Pro­blem. Ei­ne ­Be­kann­te und ich sind raus­ge­schwom­men und woll­ten bis zu ei­nem Fi­scher­boot. Die Wel­len wur­den im­mer hö­her, und es war doch wei­ter weg, als wir ge­dacht hat­ten. Den Strand sa­hen wir nur noch, wenn un­se­re Wel­le oben war. Da­für ha­ben wir ir­gend­wann ge­se­hen, dass um die Fi­scher­boo­te her­um über­all schwar­ze Flos­sen wa­ren. Ich hat­te zu ­al­lem Über­fluss noch ei­nen Schlan­gen­biss am Fuß und dach­te nur, dass Haie ei­nen Trop­fen Blut über zig­tau­send Hek­to­li­ter rie­chen.

Wie ha­ben Sie sich ge­ret­tet?

Wir ha­ben uns bei­de ganz vor­sich­tig um­ge­dreht und sind sehr lang­sam und mit zit­tern­den Knien zu­rück zum Strand ge­schwom­men.

Wie lan­ge wür­den Sie den „Tat­ort“ger­ne noch ma­chen?

Wo­tan: Es gibt kei­ne Pla­nung, die ein En­de vor­gibt. Die nächs­ten Jah­re auf je­den Fall.

Fran­zis­ka: Da bin ich ger­ne da­bei!

CLO SER traf die bei­den TV- Kom­mis­sa­re in Ham­burg zum Ver­hör.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.