Hands-on

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Be­vor die Lei­ca TL2 die Re­dak­ti­on Rich­tung Test­la­bor ver­las­sen hat, um pünkt­lich für die nächs­te Aus­ga­be ge­mes­sen zu wer­den, hat­ten wir Zeit, sie aus­zu­pro­bie­ren – hier un­ser ers­ter Ein­druck:

No­b­le Aus­strah­lung

Äu­ßer­lich äh­nelt die TL2 stark dem Vor­gän­ger­mo­dell. Das aus ei­nem so­li­den Alublock ge­fräs­te Ge­häu­se hat sei­ne mo­der­nen Li­ni­en und die wer­ti­ge Aus­strah­lung be­hal­ten. Die klei­nen kos­me­ti­schen Ve­rän­de­run­gen sind po­si­tiv zu se­hen: Die Kan­ten sind et­was stär­ker ge­bro­chen, die leicht ver­än­der­ten Tas­ten ras­ten satt ein. Die Hand­la­ge ist an­ge­nehm, auch wenn man we­gen der glat­ten Flä­chen das Ge­fühl hat, kei­nen si­che­ren Griff zu ha­ben.

Bild­qua­li­tät

Die Bil­der ma­chen auf den ers­ten Blick ei­nen gu­ten Ein­druck. De­tail­zeich­nung und Rau­schen lie­gen auf dem Ni­veau, das man von ei­nem 24-MPAPS-C-Sen­sor er­war­ten kann. Zwi­schen ISO 100 und 400 ver­än­dert sich we­nig. Der Qua­li­täts­ver­lust ist nur in der Ver­grö­ße­rung zu se­hen. Auch beo ISO 800 lie­fert die Ka­me­ra gu­te Bil­der. Im di­rek­ten Ver­gleich zwi­schen DNG und JPEG zei­gen die RAW-Auf­nah­men bes­se­re Kon­tras­te und mehr De­tails. Al­ler­dings rau­schen sie auch stär­ker, was be­son­ders ab ISO 1600 sicht­bar wird.

Au­to­fo­kus

Ei­ner der wich­tigs­ten Kri­tik­punk­te bei der ers­ten TL war der lang­sa­me AF. Hier woll­te Lei­ca mit ei­nem neu­en Bild­pro­zes­sor und Sen­sor ei­ne deut­li­che Stei­ge­rung er­rei­chen. Der AF ar­bei­tet nun tat­säch­lich schnel­ler – al­ler­dings nicht so ra­sant, wie wir es bei ak­tu­el­len Mo­del­len von Pa­na­so­nic ge­se­hen ha­ben. Das gilt so­wohl im AF-S- als auch im AF-C-Mo­dus. Die Mo­tiv­ver­fol­gung klappt bis dicht an den Rand, was sehr gut ist. Sie reißt je­doch re­la­tiv leicht ab, wenn die Ka­me­ra zu schnell be­wegt wird. Im AF-S-Mo­dus fällt ein stö­ren­des Pum­pen ne­ga­tiv auf – so ha­ben wir es schon län­ger nicht mehr er­lebt. Das AF-Sys­tem bie­tet meh­re­re Mög­lich­kei­ten: von der Mehr­feld­mes­sung über Spot, Punkt, Touch bis zu Ge­sichts­er­ken­nung. Wenn man beim Fo­to­gra­fie­ren den AF-Punkt fle­xi­bel ver­stel­len will, soll­te man den Touch-AF wäh­len. Mit ei­ner Be­rüh­rung kann man dann im­mer wie­der ei­nen neu­en Fo­kus­punkt fest­le­gen, scharf­stel­len und bei Be­darf wie­der än­dern. Beim Punkt-AF ge­lingt dies nur, so­lan­ge nicht fo­kus­siert wur­de, da­nach sitzt der AF-Punkt fest. Schön ist, dass Lei­ca beim Sper­ren des Bild­schirms den Touch-AF wei­ter­hin ak­tiv lässt. We­ni­ger schön, dass beim Fo­to­gra­fie­ren mit dem Su­cher der Touch-AF nicht auf dem dunk­len Bild­schirm ak­tiv bleibt – ei­ne Lö­sung, die un­ter an­de­rem Ni­kon oder Ca­non an­bie­ten.

Be­lich­tung

Ins­ge­samt tut die Be­lich­tung, was sie tun soll. Al­ler­dings ist uns ei­ne klei­ne Ei­gen­art auf­ge­fal­len: Bei dunk­len Mo­ti­ven zeigt der Mo­ni­tor kurz die rich­ti­ge, den Ein­stel­lun­gen ent­spre­chen­de Hel­lig­keit, und wech­selt dann in ei­ne deut­lich dunk­le­re Vor­an­sicht. Die end­gül­ti­ge Auf­nah­me ist deut­lich hel­ler, so­dass ei­ne ef­fek­ti­ve Kon­trol­le un­mög­lich ist. Ein Bug?

Be­die­nung

Lei­ca hat das Be­di­en­kon­zept über­ar­bei­tet und setzt da­bei auf ei­ne Smart­pho­ne-ähn­li­che Lö­sung. Die Ein­stel­lun­gen sind nach The­men in neu­en Grup­pen zu­sam­men­ge­fasst, et­wa Be­lich­tung, Scharf­stel­lung etc. Mit Be­rüh­rung ei­nes Icons kommt man zu den Un­ter­grup­pen. Ist über dem Icon

ein klei­ner Punkt ein­ge­blen­det, so gibt es ma­xi­mal 5 Op­tio­nen, die durch Be­rü­hung durch­ge­wech­selt wer­den. Sonst geht man mit dem Fin­ger-Touch ei­ne Stu­fe tie­fer in das Me­nü, dort er­scheint dann ei­ne Lis­te mit wei­te­ren Op­tio­nen. Sehr hilf­reich ist das MyCa­me­ra-Me­nü, das im­mer mit ei­nem Klick zu er­rei­chen ist, weil das ent­spre­chen­de Sym­bol rechts in der Mit­te des Mo­ni­tors ei­nen fes­ten Platz hat. Das ei­gent­li­che Me­nü kann nur dann auf­ge­ru­fen wer­den, wenn man zu­nächst ein­mal ins MyCa­me­ra-Me­nü springt. Das MyCa­me­ra-Me­nü lässt sich ein­fach er­wei­tern oder auch kür­zen. Ma­xi­mal neun Ein­stel­lun­gen las­sen sich di­rekt auf dem Bild­schirm dar­stel­len. Will man mehr Op­tio­nen se­hen, muss man scrol­len. Di­rekt­tas­ten op­fert Lei­ca hin­ge­gen der Schön­heit der Li­ni­en.Von den bei­den Dreh­rä­dern ist das rech­te mit ei­ner durch den Be­lich­tungs­mo­dus vor­ge­ge­be­nen Funk­ti­on be­legt: im A-Mo­dus et­wa mit der Blen­den­steue­rung. Das kann man nicht än­dern. Das lin­ke Drehrad kann kann aber mit ei­ner der fol­gen­den Ein­stel­lun­gen be­legt wer­den: ISO, Be­lich­tungs­kor­rek­tur, Weiß­ab­gleich, AF-Ein­stel­lun­gen, Selbst­aus­lö­ser oder Blitz­mo­dus. Da­zu muss die Tas­te zu­erst ein­mal be­tä­tigt wer­den. Dann folgt ein Klick auf das dunk­le Recht­eck oben. Grund­sätz­lich ha­ben uns das Me­nü und sei­ne Be­die­nung ge­fal­len. Es bie­tet ei­ne gu­te Über­sicht und lässt sich schnell an­pas­sen. Den­noch hät­ten wir uns mehr Di­rekt­zu­grif­fe ge­wünscht. So lässt sich die Funk­ti­ons­tas­te oben rechts ne­ben dem Aus­lö­ser jetzt grund­sätz­lich mit ei­ner an­de­ren Funk­ti­on be­le­gen, aber die Lis­te bie­tet nur drei Op­tio­nen: Bild­vor­schau,Vi­deo­start oder der Wech­sel zwi­schen dem Su­cher und dem Dis­play. Hier wün­schen wir uns die Be­lich­tungs­kor­rek­tur.

Aus­stat­tung

Lei­ca TL2 filmt nun in 4K-Qua­li­tät. Bei Vi­deo­auf­nah­men wech­selt das Dis­play au­to­ma­tisch ins Qu­er­for­mat. Da­bei wird die Me­nü­leis­te rechts aus­ge­blen­det. Blue­tooth gibt es noch nicht, WLAN ist aber vor­han­den. Dar­über kann die Lei­ca mit Hil­fe der kos­ten­lo­sen Lei­caTL-App fern­ge­steu­ert wer­den. Sehr lo­bens­wert ist die Aus­stat­tung mit USB 3.0, was spür­ba­re Ge­schwin­dig­keits­vor­tei­le bei der Da­ten­über­tra­gung bringt. Ganz mo­dern zeigt sich Lei­ca auch in Sa­chen Strom­ma­nage­ment: Über die USB-Schnitt­stel­le lässt sich der Ak­ku am Rech­ner oder ei­ner ex­ter­nen Po­wer­bank la­den. Das wün­schen wir uns auch von an­de­ren Her­stel­lern. Ein Netz­ad­ap­ter zum Ak­ku­la­den ist eben­falls da­bei. Der Ver­zicht auf den ein­ge­bau­ten Blitz ge­fällt uns we­ni­ger: Nun muss sich der Fo­to­graf ent­schei­den, ob er den Auf­steck­su­cher oder den Auf­steck­blitz nut­zen will. Für bei­des ist kein Platz.

Fa­zit:

Die Lei­ca TL2 fällt auf – so­wohl op­tisch als auch preis­lich. Sie bie­tet ei­ne über­zeu­gen­de Tech­nik, ein durch­dach­tes Be­di­en­kon­zept und ei­nen für vie­le Si­tua­tio­nen aus­rei­chen­den AF – und das Gan­ze in ei­nem sehr schi­cken Ge­häu­se. Aber sie bleibt ei­ne Ka­me­ra, der die Di­rekt­zu­grif­fe feh­len. Die Ob­jek­tiv­pa­let­te ist klein, und wir wür­den ger­ne Su­cher und Blitz gleich­zei­tig nut­zen.

Be­die­nung Lei­ca kommt mit nur we­ni­gen Dreh­rä­dern und Tas­ten aus. Der Toch-Bild­schirm dient als Be­di­en­zen­tra­le.

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